#97 10-Millionen-Initiative abgelehnt: Musst du dich jetzt als Arzt beeilen, in die Schweiz zu kommen?
Shownotes
DIE WICHTIGSTEN LEARNINGS
Worum ging es bei der Abstimmung wirklich? Die Initiative wollte verhindern, dass die Schweiz die Grenze von 10 Millionen Einwohnern überschreitet. Heute: rund 9,1 Millionen Menschen. Seit der Personenfreizügigkeit Anfang der 2000er: + 1,7 Millionen. Ergebnis: 55 % Nein, 45 % Ja. Klar abgelehnt – aber fast jede zweite Person konnte den Sorgen etwas abgewinnen.
Geht es um Ausländerfeindlichkeit? Martins Eindruck: Bei den meisten nicht. Die Sorgen, die er in Gesprächen hört: steigende Mieten, fehlender Wohnraum, volle Züge, Staus, Infrastruktur, Schulen, Gesundheitsversorgung. Die Frage ist meist nicht "Brauchen wir Ausländer?" – sondern "Wie organisieren wir Wachstum in einem kleinen Land?"
Was bedeutet das konkret für Ärzte? Erst einmal: gar nichts. Personenfreizügigkeit und EU-Verträge verschwinden nicht über Nacht. Selbst bei politischen Veränderungen gäbe es Übergangsfristen.
Der Punkt, den viele übersehen Bevölkerungswachstum ist ein Thema. Eine alternde Bevölkerung mit steigendem Versorgungsbedarf ein anderes. Spitäler und Praxen berichten weiterhin von Fachkräftemangel – besonders in bestimmten Fachrichtungen. Zuwanderungsdebatte und Fachkräftebedarf sind zwei unterschiedliche Themen.
Was Martin Ärzten empfiehlt Die Entscheidung nicht von einer Volksabstimmung abhängig machen. Wichtiger: Passt die Schweiz zu meinem Leben? Zu meiner Familie? Zu meinen beruflichen Zielen? Kann ich mir vorstellen, hier langfristig anzukommen?
WICHTIGSTES ZITAT
"Ich sehe aktuell keinen Hinweis darauf, dass qualifizierte Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz plötzlich nicht mehr gebraucht würden. Im Gegenteil."
DEIN NÄCHSTER SCHRITT Wenn du über die Schweiz nachdenkst: Mach deine Entscheidung nicht von Schlagzeilen abhängig. Stell dir lieber die echten Fragen:
- Passt die Schweiz zu meinem Leben?
- Zu meiner Familie?
- Zu meinen Zielen?
👉 Wenn du Fragen hast: www.docsgoswiss.ch
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00:00:08: Herzlich willkommen zu einer kurzen Solo-Folge von DocsGoSwiss, deinem Podcast für dich als Ärztin und Arzt auf dem Weg in die Schweiz.
00:00:18: Vor einigen Tagen haben die Schweizer über die sogenannte zehn Millionen Initiative per Volksabstimmung abgestimmt.
00:00:26: Und im Vorfeld kam dazu eine Frage eines Arztes der fragte du Martin muss ich mich jetzt beeilen wenn ich in die schweiz möchte?
00:00:36: Die Abstimmung ist inzwischen entschieden und die Initiative wurde abgelegt.
00:00:41: Trotzdem finde ich die Frage spannend, denn unabhängig vom Ergebnis zeigt die Diskussion etwas das dich als Arzt oder Ärztin beschäftigt und zwar die Frage wie steht die Schweiz zur Zuwanderung?
00:00:53: Und was bedeutet das für Menschen, wie dich die überlegen hier in der Schweiz zu arbeiten und zu leben?
00:01:00: Ich möchte darüber keine politische Diskussion jetzt führen sondern Aus der Perspektive einmal einordnen, wie ich das als Lebe der Ärzt und Ärztin auf dem Weg in die Schweiz begleitet und seit zehn Jahren in der Schweiz lebt.
00:01:16: Was wurde überhaupt abgestimmt?
00:01:18: In der Zehn-Million-Initiative sollte verhindert werden dass die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz über zehn Millionen Menschen geht also die Grenze überschritten wird.
00:01:31: Heute leben ungefähr neun Millionen Menschen.
00:01:35: Seit der Einführung der Personenfreizügigkeit Anfang der zweitausender Jahre ist die Bevölkerung rassant geschrieben um über eins Komma fünf Millionen Menschen.
00:01:46: Und das ist natürlich die Frage dahinter, wie schafft ein kleines Land, wie es nun mal die Schweiz isst so einen Wachstum zu stemmen?
00:01:55: Die Initiative wurde abgelehnt.
00:01:58: Fünfundfünfzig Prozent der Stimmberechtigten sagten Nein, fünfundvierzig Prozent sagten jedoch auch Ja, das ist zwar eine klare Ablehnung für Schweizer Verhältnisse.
00:02:09: Aber dennoch fast jeder Zweite sagt in der Schweiz er kann diesem Thema etwas abgewinnen.
00:02:16: und zwar geht es da in der Diskussion im Kern um das Wachstum die Zuwanderung und Infrastruktur in der Schweiz Und das wird mit dem Ergebnis auch nicht verschwinden.
00:02:29: diese Diskussion Die Initiative wurde getragen von der SVP.
00:02:35: Fast alle anderen Parteien, Parlament, Bundesrat und Wirtschaftsverbände waren dagegen.
00:02:41: Aber nichtsdestotrotz ist ja die Frage worum ging es den Menschen, die dort mit Ja gestimmt haben?
00:02:47: Was zeigt dir das?
00:02:49: Und persönlich glaube ich dass es nicht für viele Menschen um Ausländerfeindlichkeit geht.
00:02:56: da mag es aber natürlich unterschiedliche politischen Ansichten geben.
00:03:00: Ich höre immer wieder ein Gesprächen mit Schweizerinnen und Schweizern hier in meinem Umfeld, in meiner Arbeit.
00:03:06: Sorgen!
00:03:08: Sorgen über steigende Mieten, Sorgen für fehlenden Wohnraumsorgen über volle Züge, überlastete S-Bahnen, über lastete ÖV-Infrastruktur Staus auf den Straßen, Infrastrukturfragen wie der Ausbau von Schulen, Bädern, Straßen und natürlich auch die Gesundheitsversorgung.
00:03:33: Und ich finde, die Frage lautet häufig nicht brauchen wir Ausländer sondern eher, wie organisieren wir eigentlich das Wachstum für so ein kleines Land?
00:03:42: Wie es die Schweiz ist?
00:03:44: Ich finde, dass ist ein wichtiger Unterschied!
00:03:47: Was bedeutet das jetzt für dich als Arzt oder Ärztin?
00:03:51: gut?
00:03:52: Die Initiative wurde abgelehnt also erst mal nichts.
00:03:55: aber auch wenn sie anders ausgefallen wäre Das sehe ich darin jetzt keinen Grund für Panik.
00:04:03: Warum?
00:04:05: Erstens gibt es Verträge mit der Europäischen Union über die Person Freizügigkeit und sie verschwinden nicht einfach, selbst wenn es politische Veränderungen gäbe ist das natürlich komplex und es müsste Übergangsfristen geben.
00:04:20: Niemand wacht irgendwie früh auf und stellt fest – jetzt darf ich nicht mal als Arzt oder Ärztin in die Schweiz gehen dort arbeiten und leben!
00:04:28: Aber was wir vergessen und ich glaube, das ist der wichtigste Punkt Bevölkerungswachstum ja.
00:04:34: Gleichzeitig aber auch eine alternde Bevölkerung wie fast überall in Europa.
00:04:39: also der Bedarf medizinischer Versorgung steigt, Spitalpraxis
00:04:44: etc.,
00:04:45: berichten alle Verantwortlichen von Fachkräftenbedarf.
00:04:50: Deshalb die Diskussion über Zuwanderungen und die Diskussionen über medizinische Fachkräfte würde ich nicht gleich setzen.
00:04:58: Für mich sind das zwei unterschiedliche Themenstellungen und mein persönlicher Eindruck der letzten Jahre, dann ja lebt die Schweiz einfach in einem Spannungsfeld.
00:05:09: auf der einen Seite berechtigte Fragen zum Wachstum Wohnrauminfrastruktur aber andererseits natürlich auch der Bedarf in vielen Bereichen nach qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland und beide Themenstellung können ja gleichzeitig wahr sein.
00:05:28: Und deswegen sehe ich aktuell kein Hinweis darauf, dass qualifizierte Ärztinnen und Ärzte plötzlich in der Schweiz nicht mehr gebraucht werden oder keine Chance haben hier einzuwandern zu leben und zu arbeiten – ganz im Gegenteil!
00:05:43: Was ich dir als Arzt empfehlen würde?
00:05:47: Wenn du über die Schweiz nachdenkst, würde ich die Entscheidung nicht von einer Volksabstimmung abhängig machen sondern viel wichtiger erscheinen mir folgende Fragestellungen Passt die Schweiz zu meinem Leben, passt die Schweiz zur meiner Familie?
00:06:03: Passt sie schweiz zu meinen beruflichen Zielen?
00:06:06: kann ich mir vorstellen langfristig in der schweize anzukommen und diese fragen sind deutlich wichtiger als die Schlagzeilen einer einzelnen Volksabstimmung.
00:06:15: Deshalb meine persönliche Einschätzung auch in Zukunft für die schweitz qualifizierte Fachkräfte wie dich brauchen und darauf angewiesen sein.
00:06:25: und wenn du als Ärztin über den Wechselnachtings, dann würde ich mir mehr Gedanken über deine persönliche Entscheidung machen als über die Frage ob du dich jetzt beeilen musst.
00:06:36: Ich danke dir fürs Zuhören!
00:06:38: Wenn du Fragen zum Leben und Arbeiten in der Schweiz hast melde dich bei mir alle Infos unter www.docsgoswiss.ch.
00:06:46: Dir viel Gesundheit dein Martin.
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