#93 Zu Gast bei Katrin Moser - Die 3 größten Fehler beim Bewerben in der Schweiz
Shownotes
DIE 3 WICHTIGSTEN LEARNINGS aus dem Interview mit Katrin Moser.
Die Schweiz wird unterschätzt Der größte Fehler: "Die Schweiz ist wie Deutschland, nur mit anderen Bergen." Nein. Die Schweiz ist ein anderes System. Andere Kultur. Anderer Arbeitsmarkt. Wer seine deutschen Bewerbungsvorstellungen 1:1 überträgt, ist nicht mehr kompatibel mit den Erwartungen Schweizer Arbeitgeber. Der Kopf muss den Switch vollziehen: Ich komme in ein neues System.
Der Ton macht die Musik Deutsche Direktheit kommt in der Schweiz oft nicht gut an. Beispiel: Bewerber für Co-Chefarzt-Stelle sagte im ersten Gespräch: "Wenn ich diese Stelle bekomme, schaffen wir das Amt des Co-Chefarztes ab. Ich dulde niemanden neben mir." → Absolutes No-Go. Gespräch beendet. Die Schweizer haben eine klare Intention: Sie importieren ausländisches Gut mit dem wirtschaftlichen Gedanken, dass du Geld verdienen sollst. Sie können sich erlauben auszuwählen: Fachlich UND menschlich muss es passen.
Zeit nehmen mit Patienten Deutsche Ärzte takten oft 50-100 Patienten pro Tag. In der Schweiz: 20-30 Patienten. Nach 3-6 Monaten häufen sich Beschwerden von Patienten: "Der Arzt nimmt sich nicht genug Zeit." Die Erwartung in der Schweiz: 20-30 Minuten pro Patient investieren. Nicht schnell, schnell ein Rezept ausstellen und nach Hause schicken.
3 WEITERE THEMEN:
MEBEKO-Anerkennung: Einige Arbeitgeber: "MEBEKO muss vorliegen, sonst kein Gespräch." Grund: Schlechte Erfahrungen mit Ärzten, die nur Gehaltsverhandlung in Deutschland führen wollten.
Familie & Schweizer Schulsystem: Französisch als erste Fremdsprache ab klein. Deutsche Kinder kommen oft nicht klar. Probezeit im Gymnasium: Französisch muss innert 6 Monaten auf Matura-Niveau sein.
Zurück nach Deutschland: Ungefähr Pari-Pari: Genauso viele gehen zurück wie kommen. Gründe meist privat (Familie, Eltern, Kinder). Selten: Beruflich gescheitert.
IHR WICHTIGSTES ZITAT
"Der fundamentale Fehler beginnt, bevor ich meine Bewerbung abschicke: Der Kopf muss den Switch vollziehen. Ich komme in ein neues System. Wenn mir mein Kopf suggeriert 'Die Schweiz ist gleich wie Deutschland', übertrage ich automatisch meine Bewerbungsvorstellungen. Und damit bin ich nicht mehr kompatibel."
DEIN NÄCHSTER SCHRITT Wenn du dich in der Schweiz bewerben willst:
Verstehe das System Passe deine Bewerbung an (nicht 1:1 aus Deutschland übernehmen) Sei nicht zu fordernd, sondern offen und zuhörend
Wenn du Unterstützung brauchst: 👉 Auswanderleitfaden: www.docsgoswiss.ch
ÜBER KATRIN MOSER Expertin für Karriere und Bewerbungen. Aus der HR-Welt, hat in einem Schweizer Unispital gearbeitet. Podcast: Karriereweg Website
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00:00:07: Katrin Moser ist Expertin fürs Bewerben für Karriere im Allgemeinen.
00:00:14: Sie kommt aus der HR-Welt und hat auch in der Schweiz einem Unispital gearbeitet, ich war wieder mal bei ihrem Podcast Karrierweg zu Gast und wir haben viel darüber gesprochen.
00:00:27: wie funktioniert das Schweizer Arbeitsmarkt?
00:00:29: Was ist anders?
00:00:30: was kennt man nicht?
00:00:31: Wie wichtig sind die eigenen Bewerbungsunterlagen?
00:00:36: Auswandern an.
00:00:39: Hör gerne rein!
00:00:40: Du bist hier bei DocsGoswiss, deinem Auswander-Podcast für dich als Arzt oder Ärztin auf dem Weg in die Schweiz.
00:00:46: Die Frage stellt in diesem Fall Katrin Moser und ich wünsche dir viel, viel Freude mit dieser Folge wo ich Gast bei ihr gewesen bin.
00:00:54: Ja die erste Frage vielleicht mal lieber Martin du hast mit so vielen Menschen zu tun.
00:01:00: gibt es denn so klassische Fehler?
00:01:02: also wo du sagst oh das hätte man gut vermeiden können?
00:01:05: ... zu einer Falle, in die man reintappt.
00:01:09: Also es gibt einen klassischen Fehler der unabhängig vom Beruf und der Ausbildung ist... also das gilt für jeden,... ...der sich in der Schweiz bewirbt.
00:01:19: Die Schweiz wird unterschätzt!
00:01:22: Also jeder hat irgendwie ein Bild von der Schweiz.
00:01:25: Schokolade, Berge, Gold, was auch immer.
00:01:31: Und gerade als Deutschsprachler oder Mutterspracher Deutsch hat man halt so Gefühle, dass die sprechen Deutsch.
00:01:39: Das ist alles wie bei uns und da beginnt.
00:01:41: das ist der große fundamentale Fehler wenn ich mich im Ausland bewerbe.
00:01:45: in der Schweiz muss sich verstehen wie die Kultur in der schweiz funktioniert.
00:01:50: Ich muss verstehen wieder Arbeitsmarkt funktioniert Wie wie die Wirtschaft funktioniert.
00:01:55: Und wenn mir mein Kopf suggeriert Die Schweiz ist gleich wie Deutschland übertrage ich automatisch ... meine Bewerbungsvorstellungen, ... ... meine Abläufe und meine Gehaltsverhandlung aus dem deutschen Kontext in die Schweiz.
00:02:09: Und damit bin ich nicht mehr kompatibel mit dem Anforderung des Schweizer Arbeitsmarktes beziehungsweise den Erwartungen eines Vorgesetzten der meiner Bewerbung liest und denen ich gegenübersetze.
00:02:20: Das ist der fundamentale Fehler wo weit vor dem beginnt bevor ich meine Bewertung irgendwo abschicke.
00:02:28: Der Kopf muss den Switch vollziehen.
00:02:31: Ich komme in ein neues System, bitte lass mir sagen wie das neue System funktioniert.
00:02:37: Wenn ich es nicht selber kann, hole ich mir einen Experten dazu sonst laufen diese ganzen Bemühungen vielleicht komplett ins Leere weil man sich falsch adressiert, sich falsch
00:02:47: verkauft.".
00:02:48: Man hat ja immer als Deutscher wird einem mehr nachgesagt.
00:02:51: die sind zu forsch und es kommt manchmal nicht so ganz gut an die direkte Art.
00:02:55: jetzt haben wir auch schon erläutert den unseren vorigen Podcast folgen.
00:03:00: Ärzte sind ja sowieso oft sehr selbstbewusst.
00:03:03: Also kriegst du das dann auch mit, dass es zum Nachteil wird wenn die in die Schweiz kommen und sie einfach nicht wissen?
00:03:11: Ja auch da!
00:03:11: Das ist wirklich auch unabhängig vom Beruf.
00:03:13: Es gilt überall.
00:03:15: Es gibt diesen schönen Spruch redenes Silber schweigen is gold.
00:03:19: der gilt in der Schweiz ganz besonders.
00:03:21: Die Schweizer haben eine klare Intentionen wenn Sie mit dir als Bewerber oder Bewerberin sprechen.
00:03:30: nicht besetzen.
00:03:31: Das heißt, in Anführungszeichen importieren Sie ein ausländisches Gut mit den wirtschaftlichen Gedanken, dass du in der Firma eine Funktion übernimmst die zum Geldverdien da ist.
00:03:43: und der Schweizer Arbeitsmarkt ist ein anderer wie in Deutschland.
00:03:46: das heißt man kann sich in der Schweiz erlauben Auszuwählen wer fachlich und menschlich ins Team passt.
00:03:53: auch die Frage einfach Wie ist das Umfeld, wie ist die Kommunikation mit den Schweizer Kollegen und Kolleginnen?
00:04:00: Und da macht ihr Ton die Musik.
00:04:03: Wenn ich schon in den Bewerbungen zu fordern bin im Anschreiben, im ersten Vorstellungsgespräch beim Ersten Schnuppern und dort mit meiner direkten deutschen Art reinkommen... Ich sage jetzt mal, ich kriege den Job sowieso!
00:04:17: Und dann wenn ich komme läuft es so, wie ich das sage ... Gespräch da beendet.
00:04:23: Ich hatte eine Begleitung für eine Besetzung einer Co-Chefarztstelle und da ist der Bewerber im Ersten kennengelernt, er kannte die andere Cochefin noch nicht.
00:04:34: Und seine erste Forderung war wenn ich diese Stelle bekomme dann schaffen wir das Amt des Cochefarzes und der Cocheferz den ab.
00:04:42: Ich dulde niemanden neben mir!
00:04:44: Und damit war klar... Der Rest ist Plauderei und Nettigkeit der Schweizer Kollegin Aber sie wird ihn nie einstellen.
00:04:52: Das ist ein absolutes
00:04:54: No-Go.".
00:04:55: Und das ist wichtig, dass drückt sich in der Art wie ich die Bewerbung schreibe aus?
00:05:00: Dass drückt es sich im ersten Anruf aus?
00:05:03: Bin ich fordernd?
00:05:04: Bin nicht offen?
00:05:05: Höre ich zu?
00:05:06: Zeige ich Verständnis für die Schweiz und die Bedürfnisse des Arbeitgebers, der mich
00:05:11: einstellt?".
00:05:12: Ja also gerade... Ich war ja auch mal im Unispital, in der Personalabteilung da war ja immer das Partiet.
00:05:19: Patientinzentrierte Management war ja ein ganz großes, sag ich mal nicht Werbeaufhänger.
00:05:25: Also es war wirklich so.
00:05:27: die Spitäler versuchen ja Patienten zentriert zu sein oder zu werden.
00:05:32: also der Patient wird da wirklich ernst genommen auch als Kunde und also merkst du da auch Unterschiede?
00:05:38: Ja da ist es aber weniger die direkte Art Da muss man einfach ein bisschen aufpassen das natürlich der Patient der Kunde wie auch immer eine gewisse Direktheit auch nicht wünscht, sondern auch die Schweizer diplomatische Formulierung gerade bei schwierigen Dingen.
00:05:58: Der große Unterschied im Gesundheitswesen ist da der Faktor Zeit.
00:06:02: Ein Deutscher Arzt kommt aus der Praxis vielleicht mit einer Taktung von fünfzig bis hundert Patienten am Tag, kommt also aus dem deutschen Gesundheitswesen und was macht er am ersten Tag in der Schweiz?
00:06:15: Er taktet fünfzig-bishundert Patienten!
00:06:17: Und das geht eine gewisse Zeit lang gut.
00:06:19: Dann gibt es die ersten Beschwerden von den Patienten, weil der Arzt sich nicht genug Zeit nimmt.
00:06:25: Es gibt die ersten Geschwärten von den Kolleginnen, weil er nimmt den ganzen Patientenstamm weg oder bringt Unordnung rein.
00:06:33: und HR-Mitarbeiter hat mir mal gesagt ja gerade bei deutschen Ärzten in der Allgemeinmedizin gibt's so nach drei bis sechs Monaten ne kritische Phase wo sich die Beschwerde häufen was oft darauf zurückzufühlen ist, dass der Arbeitstaktus noch nicht angepasst wurde.
00:06:52: Das heißt es wird nicht von dir erwartet das du in der Schweiz fünfzig bis hundert Patienten irgendwie durchschläust sondern du hast zwanzig, fünfundzwanzig vielleicht mal Spitzenzeiten dreißig Patienten pro Tag und die erwarten, dass du eben die zwanziggreißig Minuten auch in sie investierst Und nicht mal schnell, schnell irgendeinen Rezept ausstellst und sie wieder nach Hause schickst.
00:07:14: Das gehört auch zur Kommunikation von Erwartungshaltungen dazu.
00:07:20: Ja da geht es ja auch darum sich gut abzustimmen.
00:07:23: also ich finde das ist ja auch in der Verantwortung von HR und den Vorgesetzten.
00:07:27: jemanden da gut zu briefing du guck mal so ist es bei uns.
00:07:31: Aber die ja dann vielleicht gar nicht im Blick haben, dass es woanders ganz anders ist.
00:07:35: Für sie ist das ja selbstverständlich.
00:07:37: Da können natürlich Missverständnisse entstehen.
00:07:40: Genau also ich sage auch immer die kritischste Phase beim Auswandern beginnt an dem Tag, wo ich auswander.
00:07:48: Denn dann wechsle ich das System und das ist für beide Seiten wenn man jetzt nur vom Arbeitsmarkt spricht eine kritische Phase.
00:07:56: Es als Arzt neu angestellt wird eine kritische Phase.
00:08:00: Wir haben eine Probezeit, es ist vom Arbeitgeber ne kritische Fase weil jetzt sich entscheidet wie bringe ich das Potenzial auf die Straße?
00:08:10: Es ist ein neues System andere Sprache, andere IT, andere Medikamente, andere Patienten Anforderungen und da sitzt du unter da und du weißt dass es nen super Arzt ist es nen Superärztin.
00:08:24: aber wie krieg' ich den jetzt?
00:08:26: Ich nenne das das kulturelle Onboarding.
00:08:29: Wie kriege ich den abgeholt hier in der Firma?
00:08:32: Das ist die eine Baustelle, aber was sich nicht vergessen darf ist dass die Person ja nicht nur hier in einer Firma ist, sondern dass die Personen ein Privatleben hat.
00:08:43: und wenn das Privat Leben nicht funktioniert spiegelt es auf dem Arbeitsplatz wieder.
00:08:49: Konkretes Beispiel Der Arzt ist total happy.
00:08:54: Zuhause gibt es Probleme, weil die Familie keinen Kindergarten findet oder in der Schule das Kind mehr Zeit für die Eingewöhnung braucht.
00:09:02: Oder im Kindergaten oder oder oder.
00:09:04: und wenn der Arbeitgeber das komplett außen vorlässt dann denkt er die Personen, die jetzt im Ausland vielleicht ganz alleine ist, weil das soziale Umfeld noch nicht da ist was stabilisieren kann sind vielleicht nicht die Großeltern da die sonst auf die Kinder aufgepasst haben.
00:09:21: Dann kannst dazu führen dass ... der Arbeitgeber irgendwann vor die Wahl gestellt wird und sagt, hier läuft es nicht.
00:09:27: Das ist privat, da hätten sie sich auch drum kümmern müssen.
00:09:31: Und ich kenne das Beispiel von aus einer HR-Abteilung, da haben wir einen Arzt dort eine Stelle gefunden... ...und irgendwann sagt die Herr Werner stoppen Sie das?
00:09:42: Was reden Sie?
00:09:43: Der Arzt hat jetzt schon fünfmal angerufen wegen der... ...Krankenversicherung.
00:09:49: Jetzt halt langsam!
00:09:52: Für sie als Schweizerin ist die Krankenversicherung total klar.
00:09:55: Das ist ihr System, Sie wissen das und das müssen Sie machen damit Sie im Krankheitsfall gut abgesichert sind.
00:10:02: Für den Arzt ist es nicht klar, der kennt das nicht!
00:10:05: Der hat einfach Sorge er schließt die falsche Krankenversicherung ab und deswegen hatte sich jetzt fünfmal angerufen.
00:10:12: und es ist nicht ... Sie arbeiten gegeneinander sondern Sie müssen ihn abholen und erklären und verstehen dass er es nicht kennt.
00:10:21: Und Ihr Vorgesetzter sagte dann, ja Herr Werner das ist nicht.
00:10:24: was wollen Sie denn erwarten?
00:10:26: Uns geht es in der Schweiz so gut.
00:10:27: ganz wenige von uns haben mal im Ausland gearbeitet.
00:10:31: Wir können uns überhaupt nicht vorstellen wie das ist auszuwandern.
00:10:34: Ja stimmt braucht
00:10:35: viel Verständnis und
00:10:36: dann ist es auch dein Part eben auch dazu unterstützen oder die jemand andere Partner weiterzuleiten zu sagen guck mal hier hast jemanden für dieses Thema hier jemand für Versicherungen also machst du das auch.
00:10:47: oder wie muss man sich deine Beratung vorstellen?
00:10:51: Also, du musst dir das eigentlich so vorstellen.
00:10:53: Das ist wie die Welle der Oase.
00:10:56: Ich kann nicht alles abfedern und es gibt Bürokratie und immer neue Steine – das ist ganz klar!
00:11:03: Aber ich versuche eben das zu machen.
00:11:05: Wir machen Dinge, die zu dem Zeitpunkt X relevant sind.
00:11:10: Und wenn Dinge aufkommen weil der Arzt denkt, dass ist wichtig dann sortieren wir die ein.
00:11:15: Wann werden sie gemacht?
00:11:16: Also wir gehen diese Dinge an, wenn sie notwendig sind Wir finden die Lösung.
00:11:22: Sei es die richtige Krankenversicherung, sei es die richtige Wohnung, sei ist die richtige Verhandlung oder sei es Frage.
00:11:29: Herr Werner jetzt bin ich in der Schweiz?
00:11:31: Ich komme nicht klar.
00:11:32: was mache ich jetzt!
00:11:33: Ich verstehe mich als der Ansprechpartner in diesem Prozess.
00:11:36: also ich arbeite dann über ja sechs zwölf vierundzwanzig Monate mit den Ärzten und der Familie zusammen und versteh' mich als Vermittler mit dem Arzt und der Familien mit dem Arbeitgeber mit den Vermieter, weil ich denke es braucht so einen Blick von oben.
00:11:53: Wo brennt's jetzt wirklich?
00:11:55: Wo fühle ich mich vielleicht gerade nur unwohl?
00:11:57: aber ist das total normal?
00:11:59: Wo finden mal Lösungen und gute Versicherung
00:12:02: etc.?
00:12:03: Ja, das ist schon gut wenn man jemanden an der Seite hat.
00:12:06: Und du hast ja den Schritt selber auch mal gemacht.
00:12:08: also du weißt ja auch wie sich es anfühlt nicht nur technisch sondern auch gefühlsmäßig und hast mir ja auch in der früheren Folge mal erzählt dass Du auch im Fettnöpfchen getreten bist.
00:12:19: und so kam ja glaube ich auch die Idee zustande diese Beratung anzubieten.
00:12:25: Genau!
00:12:25: Ich bin auch schon in der Schweiz gekündigt worden.
00:12:28: Also ich bin immer selbstständig gewesen Sondern ich war angestellten Verhältnis Und mit etwas Abstand kann ich sagen, mit Sicherheit ist die Situation eskaliert weil wir uns kulturell verloren haben.
00:12:41: Also mein Schweizer Vorgesetzter und ich irgendwo ohne jetzt zu sagen der oder der sondern wir haben uns irgendwo in dieser Missverständnissituation immer tiefer reingearbeitet und dadurch entfremdet.
00:12:56: Ich habe mit Sicherheit Signale nicht verstanden wo ihr vielleicht Gesprächsbedarf ausgedrückt hat und mit Sicherheit hat er auch nicht verstanden was.
00:13:06: Dass ich es nicht verstanden habe, und so sind wir halt dann immer tiefer reingekommen.
00:13:11: Und in der Medizin ist es halt einfach auch so dass man sehr ungern gleich mit Vorgesetzten über diese Themen spricht vielleicht auch noch private Themen und sich dann so versucht irgendwie selbst eine Lösung zu finden.
00:13:24: und das kann man machen aber man kann auch einfach sagen die schnellere Lösungen die vielleicht im Endeffekt auch dann weniger Geld kostet, ist jemanden sich dazu zu holen.
00:13:34: Und natürlich können auch die Arbeitgeber sagen wir wollen das für unseren Arzt oder unsere Ärztin.
00:13:39: also das muss der Arzt und die Ärztinnen nicht bezahlen sondern sobald sie eingestellt wird buchen wir diese Diezleistung dazu weil uns das einfach wichtig ist, dass die Person auch angenommen wird.
00:13:51: Das muss ja nicht herrsehender Arzt bezahlen.
00:13:53: Und wie ist es denn der Unterschied vom Prozess?
00:13:55: Also wie läuft's in der Schweiz und wie läufts in Deutschland?
00:13:58: Weil ich weiß... Zum Beispiel habe ich schon oft gehört, in Deutschland bekommt man manchmal dann so ein Empfehlungsschreiben von Chefarzt oder der ruft sogar den anderen Chefarz im anderen Klinik an.
00:14:10: In der Schweiz gibt es aber auch klassische Inserate, wo Stellen wirklich ausgeschrieben sind.
00:14:14: Also wie ist das da in diesem, sag ich mal Bewerbungsschungel?
00:14:18: Wie läuft der Prozess und wo siehst du da Unterschiede?
00:14:22: Der erste Unterschied ist sicherlich der Arbeitsmarkt per See.
00:14:25: also werden in Deutschland schon ab Niveau Assistenzärzt den hängenden Ärzte gesucht.
00:14:34: muss man sagen dass es in der Schweiz nicht so.
00:14:36: Da ist es eher so schwierig ist als Assistenzarzt oder Assistenzärzt, den kurzfristig eine Stelle zu finden.
00:14:44: Also wir reden von unterschiedlichen Arbeitsmärkten.
00:14:47: Das heißt ich muss mir erst mal überlegen bin ich meiner Stufe der Karriere in meine Ausbildung, in meiner Fachrichtung begehrt?
00:14:54: Oder nicht begehrtt?
00:14:56: Muss sich räumlich flexibel sein um eine stelle zu bekommen?
00:14:58: Oder kann ich Easy-Peasy auch in Zürich eine Stelle bekommen wenn ich das möchte wo sich viele bewerben und wo viele hin wollen?
00:15:06: Das ist der erste Unterschied.
00:15:07: Der zweite Wenn ich nämlich im Ausland bewerbe, habe ich natürlich eines nicht in der Regel des Netzwerk.
00:15:15: Ja hochdatierte Kaderfunktionen haben dann auch so ein vermeintliches Netzwerk.
00:15:22: man kennt sich vom Kongress und ja man ist nicht unbekannt.
00:15:27: Nichtsdestotrotz ist man halt eine Ausländer und gehört nicht zu den inneren Kreis des Schweizer Netzwerkes dazu.
00:15:33: Das sind Netzwerke aber das sind meist Periferbenetzwerke und nicht im Zentrum drin, wo man sich regelmäßig sieht und vertraut.
00:15:41: Also diese Schiene ich kenne da jemanden und der kann ein gutes Wort für mich einlegen die fällt halt oft weg wenn ich aus dem Ausland komme sondern ich muss mehr oder minder den Weg gehen mich formal zu bewerben.
00:15:56: das kann man über die HR machen über die formalen Portale Ergänzen dazu auch vielleicht den Kontakt mit den jeweiligen Entscheidern medizinisch aufnehmen.
00:16:06: Sich informieren, dass man das so ein bisschen parallel macht.
00:16:10: aber formal ist man in Ausländer und geht den normalen Bewerbungsprozess weil mit dem Vitamin B das kann funktionieren.
00:16:19: Man muss sich einfach überlegen wie es wirkt.
00:16:22: ich bin jetzt Chefärztin.
00:16:25: mir schreibt da jemand auf LinkedIn an den ich nicht kenne der es sich gerade mit mir vernetzt hat und sagt, hey hören Sie zu ich will bei Ihnen arbeiten.
00:16:33: Ich schick Ihnen mal hier meine Bewerbung.
00:16:35: also wo ist der Mehrwert für mich als Chefärztin in dem Moment zu sagen die gucke ich mir jetzt bevorzugt an sondern ich kriege die aufbereitet von der HR vorselektiert mit mehreren Stabeln und Optionen funktioniert vielleicht bei Kaderstellen, Chefarztstellen Leitenden Stellen aber für den anderen Arbeitsmarkt gibt's den Weg, der vorgegeben wird und denen dann halt optimal vorbereiten.
00:17:02: Sehr
00:17:02: spannend dass du das so sagst weil bei vielen Branchen und Stellen funktioniert es ja genau so.
00:17:07: also ich arbeite auch mit meinen Kunden mit einer LinkedIn Strategie und wir klopfen dann mal durch die Hintertür an sage ich mal Grad, was du jetzt beschrieben hast funktioniert bei tatsächlich vielen Profilen ausgezeichnet.
00:17:20: Weil dann eben es gibt ja auch am Stellen wo wirklich Fachkräftemangel ist oder wo es einfach nicht viele gute Bewerber hat.
00:17:27: und wenn dann einem Chef jemand an die Tür klopft und sagt hey ihr seid auf meiner absoluten Wunschliste als Arbeitgeber, jetzt dachte ich bin mal so frech und spreche sie einfach hier an und der weiß jetzt da kündigt bald jemand gibt es da sehr oft wirklich gute Kontakte?
00:17:44: oder dass der mal sagt, ja lass mal einen Zoom-Call machen.
00:17:47: Wir tuellen Kaffee trinken wie auch immer.
00:17:50: Also spannendest du jetzt sagst ich kenne das nämlich auch so von den Ärzten als ich im Unispital war die haben ja allgemein wollen sie nicht so viel mit Bürokratie und Mails beantworten und Checklisten ausfüllen zu tun haben.
00:18:04: Also da war es schon eher schwierig, wenn du immer sagst, du bist jetzt für die Krankenschöster, die geht musst du einen Zeugnisbogen ausfühlen das wir deren Abschlusszeugnis machen können waren sie schon leicht genervt.
00:18:15: Und weil die halt auch lieber operieren wollten und ich sage mal ihre Ruhe wollten und dann hat man ja auch angefangen das anders zu organisieren hat man ja auch angefangen, das anders zu organisieren.
00:18:26: Das zum Beispiel eine Chefkrankenschwester macht für die anderen Krankenschwestern einfach um denen ein bisschen so die Bürokratie vom Hals zu halten.
00:18:35: Da verstehe ich natürlich dass sie vielleicht gar nicht so bei LinkedIn sind oder schon gar nicht Lust haben da was zu beantworten.
00:18:42: und so sage ich ja auch immer jede Branche, jede Funktion hat eigentlich ihren Weg und der eine Weg der da funktioniert funktioniert dort jetzt halt nicht.
00:18:52: Ja, ich würde es also kategorisch nicht ausschließen.
00:18:55: Für mich ist einfach wichtig hat der Arzt oder Ärzte in die Zeit sich auf LinkedIn da zu tummeln?
00:19:03: Wenn ich da schon bin, ist das okay.
00:19:04: wenn ich dort erst wieder ein Profil anlegen muss und verstehen muss wie LinkedIn funktioniert dann ist es halt nicht mal eben schnell gemacht.
00:19:11: Die nächste Frage sind alle Entscheidungsträger auch auf Linkedin ja Ich glaube die Medizin hat noch Luft nach oben ... linked in als Plattform fürs Recruiting auch zu verstehen.
00:19:21: Auch die medizinischen Entscheider... ...zu verstehen, dass ich dort gute Kontakte machen kann?
00:19:27: Man kann das schon probieren!
00:19:29: Wichtig ist aber auch da,... ...dass ich muss überzeugen.
00:19:33: Also nur mal jemandem ansprechen und hoffen, dass sich sofort ein Zoom-Call kriegt.
00:19:37: Auch da sagt der andere, ja du bist nicht der erste, der hier gerade nachgefragt hat.
00:19:42: Wir haben in der Regel auf... fast alle Stellen mehrere Bewerberinnen.
00:19:47: Also das ist nicht so wie in Deutschland, wo das locker funktioniert dass ich teilweise nicht mal einen Lebenslauf schicken muss um zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden weil der Mangel so groß ist.
00:19:59: Du hast mir mal in der letzten Folge erzählt, es gibt ja also dann Bereiche, Gebiete.
00:20:04: Ich glaube du sagst das Herzchirurg ist jetzt nicht so gesucht und hast mir da ein bisschen einen Ausblick gegeben.
00:20:09: Also was ist denn?
00:20:10: ich weiß zum Beispiel Frauenärzte oder für Geburtshilfe sehr gesucht?
00:20:15: Ist das immer so ähnlich oder ändert sich das auch?
00:20:20: Es gibt einen quasi Damoklos-Schwert, was momentan über der Schweiz hängt.
00:20:25: Das ist die Frage, in welchen Berufen darf direkt ambulant arbeiten.
00:20:30: Denn in der Regel wollen viele Ärzte nicht vom deutschen Spital ins Schweizer Spital, sondern sie sagen dann okay jetzt gehe ich in den niedergelassenen ambulanten Bereich.
00:20:42: und da ist es eben so dass ein Bedarf da ist und der auch immer größer wird zum Beispiel in der Gynäkologie.
00:20:49: aber ohne eine Berufserfahrung in der Schweiz kriegst du keine Genehmigung.
00:20:54: Das heißt, in der Schweiz sieht man da auch erste Entwicklung die man in Deutschland schon zehn, fünfzehn Jahre kennt.
00:21:01: Dass Praxen keine Nachfolger oder keine Nachfolgerin finden.
00:21:05: Das heißt ich muss mir einfach da überlegen gehe ich nochmal drei Jahre ins Spital damit ich dann berechtigt bin ambulant zu?
00:21:12: aber ja also im ambulanten Bereich.
00:21:16: momentan macht jeder Kanton die eigene Ausnahmeregelung.
00:21:23: so dass selbst die Fachanwälte und Arbeitgeber nicht wissen, wie jeder einzelne Fall behandelt wird.
00:21:29: Ausgenommen ist die Allgemeinmedizin also die Hausarztmedizin, die Kinder- und Erwachsenepsychiatrie und die Kinderheilkunde.
00:21:39: da hat man realistische Chance ambulant zu arbeiten.
00:21:42: Und in anderen Bereichen ja es ist einfach so aufgrund anderer Behandlungsanreize gibt es Bereiche, die kleiner sind als in Deutschland.
00:21:54: Es wird weniger am Herz gemacht, als in Deutschlands.
00:21:58: Dementsprechend haben wir pro tausend Einwohner weniger Eingriffe, sprich wir brauchen weniger Fachärzte und da muss man wirklich dann einfach schauen was ist in der Bewerbung für mich die richtige Strategie?
00:22:13: Bin ich bereit außerhalb von Basel, Bern und Zürich zu arbeiten?
00:22:17: Da wo alle hin wollen also bin ... kleineres Spital zu gehen, sehe ich vielleicht den Vorteil in einer Region wo die Schweizer nicht arbeiten wollen.
00:22:28: Weil es einfach eine mega schöne Feriendestination ist.
00:22:31: Bin ich bereit mich zu bewerben?
00:22:35: kann ich's mit einem Vermittler machen?
00:22:37: und natürlich wie kann ich mich verkaufen?
00:22:40: Es gibt überall Stellen.
00:22:42: aber wenn ich da herkomme und sage Ich bin der Experte für die linke obere Schulter... Und ich arbeite nur in Zürich und nur in einer Privatlinik Wir kommen in der Schweiz, dann bleiben zwei-, drei Organisationen üblich.
00:22:56: Die in diesem Ratios als Privatklinik überhaupt die linke Schulter operieren und die sagen auch noch, wissen Sie was?
00:23:02: Wenn sie nur die linken Schultern operieren, dann sind sie Dienstag fertig!
00:23:06: Was machen wir Mittwoch- und Donnerstag- und Freitag mit
00:23:08: Ihnen?!
00:23:08: Wir haben nicht das Patientenaufkommen.
00:23:12: Und dann vielleicht noch sagt na hier ich habe nun eine Bewerbung... ...die behördliche Zulassungsgenehmigung hab' ich auch noch nicht beantragt.
00:23:20: Das sagt der Schweizer Arbeitgeber.
00:23:21: Aber wie wollen sie jetzt kommen oder nicht?
00:23:24: Und da ist der Vorbehalt aus schlechten Erfahrungen, dass man sagt okay wir haben so viele Ärzte und Ärztinnen die mal mit mir einen Kaffee trinken wollen online, die sich nie wieder gemeldet haben, die nicht die behördliche Zulassung beantragt haben sondern die unser Angebot genommen haben nach Deutschland begangen sind und gesagt haben ihr lieber Chef ich krieg in der Schweiz so und so viel Entweder ich kriege jetzt eine Gehaltserhöhung oder ich kündige.
00:23:52: Und da muss man sich einfach den Gegenüber vorstellen, das sitzt eine medizinische Fachkraft die investiert eine halbe Stunde online Die investiert vielleicht einen halben Tag in die Hospitation vor Ort.
00:24:04: Da gibt es noch eine administrative Fachkraft nach heir eher Prüfungsprozess etc... Da kommt schnell mal ein tag zusammen Den der Arbeitgeber für dich investiert und ihn investiert er natürlich weil er dich haben möchte.
00:24:18: Und wenn du das nicht verkaufen kannst, dass du wirklich das möchtest... ...dann hast du halt einfach schwierige Karten.
00:24:24: und deswegen sagen einige Arbeitgeber beispielsweise die Anerkennung der Zeugnisse.
00:24:30: Die sogenannte Mabiko muss vorliegen sonst gehen wir nicht mal online im Kaffee plaudern.
00:24:36: Das ist, das muss da sein aus diesen schlechten Erfahrungen.
00:24:40: Und das ist so ein Punkt wo dann manche Ärztinnen aus Deutschland etwas ganz falsch verstehen.
00:24:46: Sie nehmen diese Absage sehr persönlich.
00:24:49: Sie sind gekränkt in ihrem Ego, weil in Deutschland ja überall sofort die Einladung kommt, alles versprochen wird um den der Schweiz wo ich als gestandene Fachkraft auf einmal komme und dann kriege ich eine Absage und dann sagen wir ah na dann will ich gar nicht!
00:25:07: Dann muss man unterscheiden das hat nichts mit einem persönlich zu tun sondern es sind Erfahrungen die die Arbeitgeber mit anderen gemacht haben ... die sie jetzt auf dich projizieren.
00:25:18: Und da sind wir wieder bei der Frage, wie verkaufe ich mich?
00:25:21: Das geht da los im Bewerbungsdossier!
00:25:24: Kann ich unterscheiden... dass ich einer der Kandidaten bin, die es wirklich ernst meinen?
00:25:30: Dann bin ich auch Stapel A. Kann echt das nicht?
00:25:34: Bin ich eine von vielen und da muss man... das muss man am Anfang gesagt haben, ...das ist das kulturelle
00:25:40: Verständnis.".
00:25:42: Da wollte ich ja auch noch einhaken, weil ich ganz viele Bewerbungen erschaffe mit meinen Kunden.
00:25:48: Also wir gehen da ja ganz tief rein und schreiben nicht nur das und das habe ich vorher gemacht und bewerben mich jetzt sondern wir gehen dann wirklich in die Analyse.
00:25:57: Wir schauen was ist der Purpose?
00:25:59: Was ist der USP von jemandem?
00:26:01: Das kann man natürlich egal mit wem machen.
00:26:03: also sehr gut geeignet es mit einem Arzt zu machen.
00:26:07: Du möchtest ja auch jemanden, gerade wenn dieses Patienten zentrierte und Customer Experience so wichtig ist.
00:26:14: Möchtest du hier auch Leute die es menschlich drauf haben?
00:26:16: Und nicht nur ich habe halt weiß nicht siebenundfünfzig Operation gemacht sondern du möchtst auch empathische Mitarbeiter und das kann man natürlich sehr gut, wenn man ein Lebenslauf der nicht nur acht fünfzehn ist, der nicht so ein schwarz-weises wird wo ich immer sage da gewinnt heute kein Blumentopf mehr damit.
00:26:36: bzw.
00:26:37: Ja, altbackenden Version von Wörth was dir mal irgendwann deinen Cousin vor zehn Jahren gegeben hat.
00:26:43: Weil es ist immer lustig beim Bewerben sagt ja immer jeder das habe ich mal von meinem Nachbar von meinem Cousins von meinem Bruder bekommen.
00:26:50: Denkst du das ist ja interessant is der den Rekruter?
00:26:52: Ne also da denkt halt jeder er kann etwas dazu sagen.
00:26:56: und ähm ja da denke ich bin schon Ich mit meinem Team sind wir die Experten eben zu sagen Was ist denn wichtig?
00:27:04: Scheinen lassen.
00:27:05: also was soll man sehen von jemandem?
00:27:07: das nennt man ja des self branding.
00:27:10: Also wir brennten wirklich die personen dass man sagt ich sehe jetzt ein usb ich seh den roten faden in deinem lebenslauf du erzählst eine geschichte, das macht jetzt total Sinn dieser nächste schritt es genauso zu tun.
00:27:23: und das kann man natürlich wenn man bisschen zeit da rein investiert in so einen lebenslauf.
00:27:28: es klingt ja banal weil sie sind schlussendlich nur zwei zeiten zwei zettel Aber das macht einen Riesenunterschied, merke ich immer.
00:27:35: Wenn jemand zu mir kommt und hat halt noch dieses alte Word-Ding was oft auf fünf Seiten ist Und wir branden es dann.
00:27:42: und am Schluss sagen wir schau mal wenn du das jetzt anschaust und da hat mir auch gerade jemand gesagt Du das sind Welten.
00:27:48: Ich habe eine Kundin meinte ich hab das mein Mann gezeigt und der sagte Das sind ja Welten dazwischen und ich glaube dass ist auch etwas was in der Schweiz eben schon auch gut ankommt wenn man auch da sieht Da hat sich jemand Mühe gemacht.
00:28:01: also Der hat sich auch Mühe gemacht, dass das gut präsentiert ist.
00:28:05: Gut aussieht ja?
00:28:07: Ja ich hatte jetzt gerade einen Fall des gaben Stellenauschreibung und in der Stellenausschreibungen steht drinnen wir sind ein innovatives Spital Wir haben Neubau!
00:28:19: Wir wollen die und die Zertifizierung, wir wollen die Sachen haben.
00:28:23: Wir wollen mit dem Team wachsen also wir wollen neue Wege gehen.
00:28:27: Und dann muss ich sagen okay wenn die das wollen und die besetzen dort eine Kaderfunktion für diesen neuen Weg, dann muss ich als Kandidat mir die Frage stellen, will ich diese Innovation?
00:28:40: Weil wenn ich sie nicht in mir spüre, ist das die falsche Stelle.
00:28:44: Und wenn ich ihn mir spüre, kann ich nicht einen fünffseitigen Lebenslauf – in dem Fall war der Lebenslauf nicht nur fünf Seiten, er war fast zehn Seiten hinschicken!
00:28:54: Das ist die Diskrepanz.
00:28:56: Der Arbeitgeber sagt in der Stellenausschreibung.
00:28:58: Ich will Innovationen.
00:29:00: uns sieht in der Bewerbung, oh das ist keine Innovation.
00:29:03: Das ist nicht zeitgemäß und fragt sich möchte ich dieser Katerposition diesen Menschen den innovativen Weg anvertrauen oder habe ich hier noch zwei drei vier Bewerbungen liegen die mir sofort innovativ passend erscheinen?
00:29:18: Und es macht wie gesagt du sagst ja selbst auch auf die branche bezogen riesige Unterschiede.
00:29:23: In der Medizin kann ich damit prallen dass Fünfhundert Anästhesien gemacht haben oder Tausend, oder tausend fünfhundert.
00:29:33: Das macht in der Schweiz Eindruck!
00:29:35: Das schaffen die in drei Jahren weil sie andere Fallzahlungen und Taktung haben.
00:29:38: das heißt ich habe einen Vorteil.
00:29:41: Ich kann dort meinen zukünftigen Arbeitgeber sagen hey ich bin zwar erst im zweiten Ausbildungsjahr aber fachlich hab' ich schon so viel gemacht wie andere Schweizer Kollegen in fünf Jahren.
00:29:52: Wenn ich jetzt aber Hausarzt bin und reinschreib', ich behandle jeden Tag hundert Patienten dann würde ich mir das überlegen weil in der Schweiz behandelst du keine hundert Patienten, sondern da kannst du reinschreiben.
00:30:03: Du hast hochqualitativ die Patienten geführt!
00:30:07: Du hast nicht immer zum Facharzt überwiesen, sondern du hast das also im deinem Rahmen ermöglicht.
00:30:14: und da ist es eben wichtig dass man als Bewerber oder Bewerbe das ja nicht sind.
00:30:19: Man weiß nicht wie könnte ich strahlen?
00:30:24: Weil das ist das Strahlende Ich in der Zukunft Also auf jeden Fall sehr sinnvoll daran zu arbeiten, denn letztlich entscheidet sich daran kriege ich den Job.
00:30:34: Wie begehrt bin ich?
00:30:36: Und je begehrter ich bin das so mehr der Vorgesetzte mich will, desto eher ist er auch bereit mir vielleicht bei dem anderen Vertragsdetail entgegenzukommen.
00:30:46: und da geht es dann letztlich um die Bezahlung Geld, was bei mir in Portemonnaie übrig bleibt.
00:30:53: Banderpunkt auch auf jeden Fall!
00:30:55: Hast du denn eine Quote wie viele wieder zurückgehen?
00:30:58: Die sagen ich komme da gar nicht klar.
00:31:00: also ich gehe wieder.
00:31:01: oder ist die Zufriedenheitsquote weiß jetzt nicht nach zwei drei Jahren immer noch hoch?
00:31:07: Es gibt keine Zahlen.
00:31:08: genau es gibt eine Zahl darüber wie viel Deutsche zurück gehen.
00:31:13: das wird jetzt nicht Meines Wissens ungefähr so Pariparie.
00:31:21: Also es kommen genauso viele Deutsche in die Schweiz wie im selben Jahr wieder zurückgehen, das war ein anderen Jahren anders sind weniger zurückgegangen.
00:31:30: bei Ärzten ist es so ein Tabuthema.
00:31:33: Es wird keiner darüber sprechen wie viele wieder gegangen sind.
00:31:38: Es ist auch teilweise schwierig ich habe ja auch den Auswanderpottkast DocsGoswitz Ärzte und Ärztin zu finden die halt sagen Ich war in der Schweiz ... mir nicht gefallen, ich bin zurückgegangen und ich erzähle auch mal darüber.
00:31:51: Man sieht die Fälle... ...und ich denke man muss dann einfach unterscheiden,... ...hat das Zurückgehen was damit zu tun,... ...dass es beruflich nicht funktioniert hat?
00:32:01: Oder gab es einfach private Momente wo ich gesagt habe okay jetzt gehe ich zurück?
00:32:06: Ja!
00:32:07: Die Eltern werden nicht jünger.
00:32:09: Man ist im Ausland.
00:32:10: vielleicht sagt man irgendwann ja,... ...jetzt gehe ich wieder.
00:32:13: zwar nach Hause weil da sind die Eltern.
00:32:15: dann hat das ja erstmal per se nichts mit dem Job zu tun.
00:32:18: Aber es gibt natürlich auch Fälle, wo die Person sich nicht aufgehoben gefühlt hat den falschen Arbeitgeber sich ausgesucht hat, die falsche Region sich aus gesucht hat oder einfach schlicht und einfach sich nicht informiert hat und ganz, ganz falsche Vorstellung hatte.
00:32:35: Das können die Schweizer nicht ausgleichen.
00:32:38: wenn ich mit einem falschen Bild in die Schweiz komme Dann kann ich den besten Vorgesetzten haben, der kann das nicht kompensieren.
00:32:44: Ja also ich hatte jetzt gerade interessanterweise mein erster Kunde, der sagte, ich möchte zurück nach Deutschland, hatte ich vorher noch nie und der Grund war aber jetzt überhaupt nichts Berufliches sondern... Der hat Kinder zwölf und treizehn glaube ich Und die sind einfach nicht klargekommen in der Schule weil die waren so hinterher mit dem Französisch.
00:33:06: Die haben dann gemerkt sie können es irgendwie nicht kompinzieren und nicht aufholen Weil die ja von ganz klein als erste Landessprache, also als erste Fremdsprache haben die ja Französisch in der Schule und die kamen halt in dem Alter hatten noch nie Französische.
00:33:22: Und das war wirklich so.
00:33:23: der Killer dass sie sagten da müssen wir die vom Gymnasium praktisch zurückstufen weil das kriegen wir nicht hin.
00:33:29: und dann haben die gesagt dann gehen wir zurück ne?
00:33:33: Ja das ist zum Beispiel ein klassisches Thema was man übersieht beim Auswandern.
00:33:38: Man fängt mit der Jobsuche an, man fängt mir den Behördlichkeiten an und in einem Gespräch in der Erstberatung geht es zum Beispiel genau darum.
00:33:47: Die Schweizer sind sehr viel selektiver was das Thema Gymnasium Matura betrifft.
00:33:52: also es gehen viel weniger Kinder den gymnasialen Weg in der Schweiz.
00:33:56: Den gymnasiellen Weg gehe ich nur mit Eingangsprüfungen.
00:34:00: die Eingangsprüfung in Deutsch-Matte sind extrem schwer und ich brauche die Sprache!
00:34:07: Das heißt Im extremen Fall ist es ja so, wenn ich in Deutschland im Gymnasium war und in die Schweiz wechseln.
00:34:13: Es ist per EU-Regelung so, dass das Kind in dieselbe Schulform eingeschult wird.
00:34:19: Das müssen die Schweizer auch machen Machen sie nicht gerne?
00:34:22: Müssen Sie aber machen.
00:34:24: Aber dann gibt's für das Kind eine Probezeit Und dann muss das Französisch innert von einem halben Jahr auf dem Matura Niveau der Schweiz sein.
00:34:33: Wenn das nicht der Fall ist, wird das Kind aus der Maturastufe rausgenommen.
00:34:38: Und wenn ich das eben fürs Kind nicht will, dann muss ich sagen okay jetzt bin ich umgezogen und nach einem halben Jahr geht mein Kind auf eine Schule die ich für's Kind nicht möchte.
00:34:47: Dann bin ich im falschen System.
00:34:50: Und wir sehen dass hier in... Ich wohne ja am Bodensee also mit Blick auf Deutschland.
00:34:54: Wir haben Eltern die leben in der Schweiz und schicken die Kinder in Deutschland in die Schule weil sie mit dem Schulsystem nicht zufrieden sind oder auch wegen den Abiturzugang der in der Schweizer schwieriger ist.
00:35:08: Da gibt es quasi Lösungen manchmal.
00:35:11: Ja, also ich hatte auch schon Lösungen gesucht und gefunden dass man dann sagte die Familie sind Grenzgänger im Raum.
00:35:18: bei Basel geht das ja super Die wohnen auf der deutschen Seite sind weiterhin in ihrer normalen Krankenkasse müssen gar nichts wechseln Und nur dann die Person die in der Schweiz arbeitet.
00:35:29: in dem Fall war's die Mama.
00:35:31: die hat dann halt als Grenz Gängerin dieses schweizer kranken kasse und pendelt.
00:35:37: also die konnte ja hin und her fahren.
00:35:38: das sind ja nur fünfzehn minuten fahrt weg.
00:35:40: also war kein problem.
00:35:42: aber der familien mittelpunkt liegt dann halt in lorrach.
00:35:45: so ist ja auch gar kein problem, aber es ist gut wie du sagst wenn man die beratung nicht hat und an denkt man an sowas garnicht.
00:35:53: Und dann gibt's eine böse überraschungen die dann ja auch viel geld kostet.
00:35:56: also immer ... eine Umzugmacht mit Familie, das kostet einiges.
00:36:00: Und wenn man da natürlich einen Fehlgriff dann hat und es ist immer schade?
00:36:05: Genau!
00:36:06: Da reden wir nicht darüber dass die Beratung ... ... paar tausend Euro kostet sondern wir reden über ... ... Umzugskosten, die sind im fünfstelligen Bereich also weit... ...über zehntausend euro inklusive aller Ausgaben,... ...die ich ja auch noch habe.
00:36:19: Also ich gebe den Job auf Etc.
00:36:23: Und das sind Fehltritte, die kosten Geld, die sind aber auch mentalschwer zu verarbeiten.
00:36:28: also ich kann als Papa auch sagen dass man natürlich dann wahrscheinlich sagt okay jetzt habe ich mein Kind auch noch das angetan weil das schwingt einfach mit man ist Mama oder Papa und sagt hey also wenn wir in die Schweiz gehen dann mache ich das im Idealfall nicht nur wegen meinem Job.
00:36:44: als Mutter sage ich jetzt mal sondern ich will ja für die ganze Familie ... mindestens, dass es genauso bleibt wie's ist.
00:36:51: Aber für mich eine Verbesserung.
00:36:53: und wenn ich...
00:36:56: Du hast ja eine interessante Geschichte erzählt von deiner Frau damals, die auch Ärztin ist.
00:37:02: Also der Schweiz als Ärztinnen oder Mama und ÄrztIn einfacher ist weil man auch Teilzeit arbeiten kann nicht so lange Präsenzzeiten hat.
00:37:12: Nicht diese vierundzwanzigstunden Dienste oder also es ist nicht so hart von den Arbeitszeiten wie in Deutschland Aber in anderen Jobs, also ich hab ja Leute auch aus ganz vielen anderen Jobs.
00:37:24: Da ist ja oft die zweiundvierzig Stundenwoche während man in Deutschland ja manchmal siebenunddreißig Stunden Woche hat.
00:37:31: Also dann muss man schon sagen hey ich arbeite wirklich fünf Stunden die Woche mehr habe weniger Urlaub da es eigentlich witzigerweise genau umgekehrt und das muss man auch erst mal hinkriegen als gerade als Familie.
00:37:44: Genau also Ärzte arbeiten definitiv mehr in der Schweiz?
00:37:49: Der Arbeitsvertrag ist in der Regel ein forty-fünf Stunden Vertrag, man diskutiert jetzt ob weniger gemacht werden.
00:37:55: Assistenzärzte haben teilweise noch die fünftigstunden Woche.
00:37:59: also die Sozialgesetzgebung ist in den Schweiz eine andere.
00:38:03: Man muss dann immer ein bisschen unterscheiden was sind die de facto Arbeitsbedingungen Deutschland?
00:38:08: de facto habe ich in Deutschland einen anderen Arbeitsvertrag, aber der wird ständig ausgehebelt weil kein Personal da ist.
00:38:14: Ja das hast du ja gesagt.
00:38:15: also es ist ja nicht das was im Papier steht sondern die Realität ist ja dass man in der Schweiz schon besser dran ist.
00:38:21: Genau!
00:38:21: Also das muss man sich wirklich dafür für sein berufliches Umfeld anschauen und es muss ja nicht immer sage ich mal eine finanzielle Verbesserung sein sondern vielleicht ist in der schweiz vielleicht gar keine finanziellen Verbesserungen möglich weil ich in deutschland auch extrem gut verdiene.
00:38:38: Aber ich bekomme halt vielleicht eine Position, die mir gerade in Deutschland oder wo immer ich auch bin nicht zur Verfügung steht.
00:38:47: Oder andersrum gibt es auch wenige Fälle, wo Schweiz ins Ausland gehen zum Beispiel wenn sie eine Professur in Deutschland bekommen.
00:38:53: also das ist ne sehr sehr individuelle Sache.
00:38:58: was passt für die Person?
00:39:00: Was passt für Die Familie wenn's Sie gibt?
00:39:03: Und ich finde immer das Schlimmste in dem ganzen Kontext.
00:39:06: Das darf nicht zulasten von irgendjemandem gehen, gerade beim Auswandern.
00:39:10: Sonst hat eine Person oder die Kinder immer das Gefühl... Ich war eigentlich nicht dafür und dann kann es zu Hause richtig ärger geben.
00:39:20: Da hilft der beste Job nix.
00:39:23: Genau!
00:39:23: Und da ist es gut man kontaktiert dich mal vorher.
00:39:27: Und ja, ich finde es ist immer mit dir eine Freude.
00:39:29: Immer sehr spannend und wir haben wieder einiges an Goldkörnern mitgenommen.
00:39:35: Ja, ich bedanke mich ganz herzlich, dass du heute da warst!
00:39:40: Ich sage danke an dich Richtung El-Guna.
00:39:41: Wie gesagt wer mehr wissen will direkt docsgoswiss.ch.
00:39:48: Einfach vorbeischauen sich gleich den Auswanderleitfaden holen und wer Fragen hat dann einfach schreiben.
00:39:53: Vielen lieben Dank dir!
00:39:54: Danke schön!
00:39:55: Tschüss.
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