#92 3 Jahre hausärztlicher Vertretungsarzt in der Schweiz - Dr. Piotr Heckel erzählt
Shownotes
IN DIESER FOLGE ERFÄHRST DU
Wie Piotr zur Schweiz kam:
- LinkedIn-Headhunter → SOS Ärzte Zürich
- 2016: iPhones, Apps, digitale Doku ("Deutschland meilenweit hinterher")
- Strukturiert, digitalisiert, kollegial
Wie das praktisch lief:
- Weiterbildung in Nürnberg + Pendeln nach Zürich
- Wochenenden/Feiertage arbeiten → später 24h-Schichten
- Wechselschicht-System: 5-7 Tage frei am Stück
Was SOS Ärzte ist:
- Liberalisierter Hausbesuchsdienst in der Schweiz
- Vergleichbar mit Kassenärztlichem Bereitschaftsdienst in Deutschland
- CEO + CMO machten selbst Schichten
Warum er zurück nach Deutschland ging:
- NICHT wegen der Schweiz → Familie (Kinder kamen)
- Pendeln mit Kindern: zu viel Belastung
- "Beruflich weinendes Auge, privat richtige Entscheidung"
Die wichtigste Lektion: Schweizer Kommunikation
- "Wollen wir das so machen?" = "Mach das so" (keine Diskussion erwünscht)
- "Wir müssen sprechen" = Abmahnung
- Konfrontative Diskussion negativ konnotiert → zwischen den Zeilen lesen lernen
Sein Rat:
- Schweiz ≠ Deutschland → Hochdeutsch ist erste Fremdsprache
- Kommunikationskultur komplett anders
- Arbeite an dir, lerne zwischen den Zeilen zu lesen
SEIN WICHTIGSTES ZITAT
"Die Schweizer haben mich nie spüren lassen, dass ich anecke. Offen gesagt: Die würden das auch nie tun. Die sind so diplomatisch und freundlich. Wenn man Feedback bekommt, muss man zwischen den Zeilen lesen. Oder man hat die Kündigung schon auf dem Tisch."
Wenn du dauerhaft wechseln willst:
- Lerne die Kommunikationskultur
- Sei dir bewusst: Es ist NICHT Deutschland
- Arbeite an deiner Konfliktkommunikation
Wenn du Unterstützung brauchst:
👉 Newsletter: www.docsgoswiss.ch
Transkript anzeigen
00:00:07: Eine neue Folge von deinem Lieblings-Podcast, DocsGoSwiss.
00:00:11: Hier darfst du zuhören wenn du als Arzt oder Ärztin in die Schweiz auswandern möchtest oder gerade neu in die Schweiz gekommen bist.
00:00:18: Ich begrüße dich als Host dieses Podcast.
00:00:21: ich bin Martin Werner und heute habe ich wieder einen spannenden Gast ein Facharzt der Anästhesie der in der Schweiz drei Jahre Erfahrungen sammeln durfte momentan als leitender Arzt in der Anästhesie, in der Notfallmedizin unterwegs ist und mit dir die Erfahrung teilt.
00:00:40: Was hat er in den drei Jahren erlebt?
00:00:42: Was würde er wieder so machen?
00:00:44: Was wird er anders machen?
00:00:45: wie hat er die Schweiz wahrgenommen?
00:00:47: Und das ist also eine Folge aus dem wahren Erzerleben!
00:00:51: Ich heiß dich ganz herzlich willkommen Piotz Heckel in dieser Folge von DocsGoswiss.
00:00:56: Vielen lieben Dank für die Einladung Martin.
00:00:58: Biotr, nimm uns doch mal kurz Wo kommst du her, wie bist Du zu dem Arzt geworden der Du heute bist?
00:01:06: Also prinzipiell komme ich eher aus der Ecke Rettungsdienst, Sanitätsdienst.
00:01:14: Ich bin langjähriges Mitglied beim Bayerischen Roten Kreuz BRK, den Landesverband in Bayern des Deutschen Rotenkreuzes und habe da meine ersten Kontakte mit der Medizin gehabt hatte mich auch nach dem Abitur dann entschieden eben Medizin zu studieren.
00:01:29: Ich habe das ganze ein Jahr lang in Polen, dann fünf Jahre in Ulm und mein praktisches Jahr an Regensburg vollendet.
00:01:38: Und bin dann eben von der Universität Regensburger nach einem Staatsexamen ins Klikumweiden hatte da einen Jahr lang Unfallchirurgie gemacht und habe mich dann nach dem Jahr entschieden in die Anästhesie zu wechseln.
00:01:56: Das ist dann in Nürnberg städtischen Klinikum gewesen, größte Maximalversorgung in Europa mit zwei Tausend Zwarhundert Betten auf zwei Standorte verteilt und durfte da meine Weiterbildung im Endeffekt beten.
00:02:10: Und während dieser Weiterbildung – das war im dritten Weiterbildungsjahr müsste es gewesen sein, ich müsste noch mehr genau nachgucken – da hatte ich dann die ersten Kontakte und zwar tatsächlich ganz klassisch über einen Hethante!
00:02:28: der mich angeschrieben hatte.
00:02:31: Die E-Mail habe ich leider nicht mehr, sonst wüsste ich noch den Namen, musste ich mich ja ganz offiziell bedanken weil es eine tolle Zeit war.
00:02:38: Der hat mich dann gefragt ob ich Interesse habe.
00:02:41: aufgrund meines Profils auf LinkedIn wo er da gesehen hat dass Ich Den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst der kassenärzlichen Vereinigung Bayern als Honorarkraft im Endeffekt mache Hat er mich ihm gefragt, ob ich mir sowas vorstellen könnte hinter Schweiz zu tun.
00:03:01: Ich habe es mir angehört.
00:03:04: Er hat gesagt, da würde ich den Kontakt herstellen.
00:03:06: Das hat er dann auch gemacht.
00:03:08: Dann hat mich der Jan Römer, der CMO von SOS Ärzte zu seiner Zeit, hat mich dann eingeladen nach Zürich im Endeffekt einen tatsächigen Vorstellungsgespräch eine Hospitation.
00:03:23: Da habe ich mir das angeguckt und ich war schon beeindruckt damals, wie strukturiert digitalisiert und kollegial also gerade der respektvolle Umgang das aufgebaut war.
00:03:40: Das war Wahnsinn!
00:03:41: Also für die damalige Zeit mit iPhones eine Einsatzleitsoftware als App zu haben in der man auch dann sofort digital seine Dokum machen konnte und Einsatzzeiten erfasst wurden.
00:03:54: Dadurch auch die Statistik fürs Back-Office dann dementsprechend auch gleich durchgeführt wurde, das war zu der Zeit, war das undenkbar in Deutschland.
00:04:04: also da waren wir uns damals schon weilenweit voraus.
00:04:08: Das war mein erster Kontakt tatsächlich mit Schweizer.
00:04:11: Also wenn du sagst in der Zeit damals du warst Anfang zwanzig sechzehn bis Ende zwanzich achtzehn in der Schweiz nimm uns doch nochmal mit SOS.
00:04:20: Zürich wird jetzt nicht jeder kennen.
00:04:22: Was ist das für eine Organisation?
00:04:23: Was haben die von Auftrag und wie bist du dazugekommen, obwohl du noch quasi in Deutschland deine Weiterbildung gemacht hast?
00:04:31: also Wie ist da so die Arbeitskonstellation gewesen?
00:04:35: Also damals war ich schon als Vertretungsarzt im Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst im Bayern tätig Und in Deutschland war die Voraussetzung, dass man mindestens vierundzwanzig Monate in der Patientennahenversorgung als Assistenzarzt tätig sein musste.
00:04:56: Damit man da zu einem Honorarvertrag eben einen Kooperationsvertrag unterzeichnen durfte und dann überhaupt tatsächlich am Patienten arbeiten zu dürfen das damals mich mit Herrn Römer unterhalten habe, als er mich da eingeladen hatte.
00:05:17: War es tatsächlich so dass er gesagt hat das ist kein Problem zu dem Zeitpunkt wenn man jetzt noch nicht so viel Erfahrung hat?
00:05:26: Er hat natürlich schon darauf geachtet, dass er keine Frischlinge direkt von der Uni nimmt sondern dass er schon Mitarbeiter hat.
00:05:33: die halt zumindest Patienten wird schon mal gearbeitet haben eine gewisse zeit wie lange genau kann ich jetzt tatsächlich leider nicht mehr mich erinnern.
00:05:43: Er hat aber dann, wie gesagt, musste nicht zwangsläufig zehn Jahre Berußerfahrung haben.
00:05:51: Die fachliche Verantwortung im Endeffekt als Hintergrundansprechpartner war sowieso immer der Einsatzleitende Arzt also der Schichtführer und das musste immer ein Facharzt sein.
00:06:04: Der war auch immer der Ansprechpartners für die Kollegen, die bei SOS Ärzte gearbeitet haben.
00:06:10: Was ist SOS-Ärzte genau?
00:06:12: Wer das deutsche System kennt mit den kassenärztlichen Vereinigungen und ihren Vertretungsdiensten, der weiß dass es für unser zweikliedriges Versicherungssystem also die privaten und gesetzlichen Versicherten im Endeffekt einen hauptsächlichen Bereitschaftsdienst gibt.
00:06:32: Der zu den Unzeiten so steht ja auch tatsächlich in den Vorgaben besagen Nachtdienst, Feiertag und Wochenende.
00:06:44: Dass der zur Verfügung steht um Hausbesuche durchzuführen.
00:06:50: in Deutschland gibt es außer im Ballungsraum Frankfurt und vielleicht noch in Berlin eigentlich fast keinerlei private Anbiete die solche Ausbesucher als Privatleistung anbieten.
00:07:02: Also Nürnberg hat mal versucht, einer sich zu etablieren und hat nicht so ganz funktioniert.
00:07:06: Das läuft eigentlich alles über die Kasslers D-Vereinigung.
00:07:09: Und in der Schweiz ist es genau andersherum.
00:07:12: da ist dieser Hausbesuchsdienst komplett liberalisiert weil es ja gar keine zwei gleißige Spur gibt bei den Versicherungen.
00:07:20: das heißt er herrscht freier Wettbewerb.
00:07:22: da darf jeder im Endeffekt etwas anbieten im Kanton wenn er die Voraussetzungen dafür erfüllt.
00:07:29: Und es gibt auch Einzelkämpfer, selbst in Kanton Zürich gibt es dann halt Praxen die das alleine machen.
00:07:35: Die sich beteiligen an diesen an diesen Diensten und die damals über die damalige Taremet im Endeffekt abgerechnet haben.
00:07:43: Die Rechnung um die Patienten bekommen wir uns dann eingereicht also zumindest aus der Schweiz.
00:07:47: kennt was wird in Deutschland ja nur bei den Privatversicherten passiert dass sie eine Rechnungen bekommen und das einreichen und daher kann man das System nicht so wirklich gut vergleichen, weil der Schweizer Markt bei den Hausbesuchen sehr liberalisiert ist.
00:08:05: Viele Anbieter oder auch Möglichkeit dass es viele Anbiete gibt und in Deutschland ist eigentlich ein Hauptanbietter, der tatsächlich einen gesetzlichen Auftrag hat zu den Nichtsprechstunden Zeiten diese Hausbesuche anzubieten.
00:08:20: Und SSS Ärzte wurde geführt von Jan und vom Amadeo sehr geschätzte Kollegen, die das super gemacht haben.
00:08:31: Der Amodeo als CEO, der Jan Römer als CMO und diese sind auch tatsächlich selber noch, haben die Dienste gemacht.
00:08:39: also sie sind auch als Schichtleiter haben die tatsächlich sich das nicht nehmen lassen den Kontakt zu ihren Mitarbeitern da abreißen zu lassen sondern die haben auch ihre Schichten gemacht was mich natürlich sehr beeindruckt hat weil es waren gar nicht so wenige Mitarbeiter und auch gar nicht so wenige angestellte Ärzte, aber die waren mit dabei.
00:08:59: Und wie muss man sich das so praktisch vorstellen?
00:09:01: Das heißt du hast deine normale Weiterbildung in Deutschland gemacht und konnt es dann sagen hey dass Wochenende zu dem Feiertag bin ich bereit und du bist dann noch praktisch gependelt.
00:09:12: Wie war das einfach so ein bisschen für dich organisiert?
00:09:14: Wie ist das aufgebaut?
00:09:16: Ich hatte als ich das begonnen hatte In der Rotation in meiner Weiterbildung auf der Schwerstbrand verletzten Intensivstation im Klinikum Lomburg.
00:09:30: Das war am Campus Süd und durch dieses Wechselschichtsystem hat man relativ viel frei gehabt, weil die Schichtblöcke natürlich ... Also die Dienstplaner waren da tatsächlich sehr gut.
00:09:42: Die haben solche Schichtkonstellationen hinbekommen dass man auch mal fünf bis sieben Tage ein Stück frei hatte schon alleine aufgrund der ganzen Wechsel schichten.
00:09:50: Und damals hatte ich noch keine Kinder, war aber schon verheiratet und habe das mit meiner Frau dann besprochen.
00:10:01: Es ist eine gute Verdienstmöglichkeit nebenbei ob es dann was wäre.
00:10:07: Sie hat es dann mitgetragen weil wenn sie von Anfang an gesagt hätte, nee, das ist nix, da hätte ich das auch gelassen.
00:10:14: Und es war klar... Ich mache das einmal im Monat, das sind fünf bis sechs Tage oder eigentlich immer Nächte, weil ich habe relativ viel Nachtdienst in der Schweiz dann gemacht.
00:10:24: Es sind fünf bis sechs Nächten die ich dort bin in Zürich.
00:10:29: Ich bekomme von SS Erste eine Dienstwohnung und man bekommt ein Dienstfahrzeug für die Schicht, ein Dienst Telefonen um erreichbar zu sein.
00:10:38: Ich habe mir mal schatzhaft gesagt das einzige was mich mitbringen musste bei SS Ärzte ist mich.
00:10:44: Ich hab sogar einen Städoskop von Littmann unten Stift bekommen.
00:10:47: Also ich musste gar nichts mitbringen außer mir selbst.
00:10:50: Das ist auch etwas, was ein großer Unterschied zum deutschen System ist.
00:10:54: egal wo man bei einem Arbeitgeber als Angestellter oder frei beruflich als Honorarkraft oder komplett als Selbstständiger mit Praxis unterwegs ist da muss man relativ viel selber mitbringen und dahingehend war das schon mal beeindruckend und Ich bin dann gepändelt.
00:11:15: es gab zu der Zeit immer täglich einen Flug von Nürnberg nach Zürich und zurück.
00:11:24: Und leider jetzt nicht mehr...
00:11:26: Also du hattest den Flug, du konntest also gut pendeln.
00:11:29: Deine Frau war damals d'accord und du hast ja schon so ein paar Mal anklingen lassen das dich Dinge überrascht haben wie Du musst dich nur selber mitbringen.
00:11:39: die IT war schon für damals vor gut zehn Jahren anders.
00:11:44: Was hatte ich denn so im Alltag?
00:11:46: Im medizinischen Alltag positiv überrascht, wo du gesagt hast oh das war jetzt aber auf jeden Fall besser wie es bisher gewohnt war.
00:11:54: Also der respektvolle Umgang zwischen den Berufsgruppen dass man eben auch als Bereitschaftsarzt nicht irgendwie abwertend angeguckt wurde er schau das ist bloß der Taxidoktor.
00:12:10: Dass man immer offenes Gehör gefunden hat.
00:12:13: speziell muss ich jetzt eine Lanze brechen beim USZ, weil ganz viele immer geschimpft haben über das Unispital Zürich die Notaufnahme.
00:12:20: Weil eben so viele deutsche Kollegen da arbeiten und die halt ihre pampige Art da ein bisschen zum Vorschein gebracht haben.
00:12:30: Vielleicht bin ich da einfach tatsächlich, weil ich eben kein Schweizer bin unter weniger Gefühl für diese Nuancen, diese kommunikativen Habe, bin ich dann ein bisschen wahrscheinlich unempfindlicher?
00:12:41: Und das ist mir nicht so oft gefallen!
00:12:45: Ein Kollege hat mir das dann aber erklärt, ein iranischstämmiger Schweizer ist jetzt Zahnarzt in Zürich.
00:12:55: Der hatte damals auch bei SSRZ, aber er hat mich das erklärt weil er ja auch Migrant ist und wir beide so ziemlich ähnlich von der Wellenlänge her waren.
00:13:03: und er hat mir es dann erklärt wenn du zum Beispiel als Deutscher sagst pass mal auf ich will dir mal kurz was erklären Dann geht der Schweizer schon in eine halb Achtstellung, weil pass mal auf oder gibt mal Obacht zur ganz krasse Ansage ist.
00:13:17: Das war mir nie bewusst und das haben zum Beispiel die Deutschen Koegen im USZ hin- und wieder mal sie nennen es rausgerutscht.
00:13:24: Ich kann ich muss tatsächlich leider auch wenn man sich vielleicht um ein Leben macht bei den Schweizer Koegen muss eine Landsehbrechen.
00:13:30: Ich fand's nicht so schlimm aber das ist wie gesagt Mentalitätsfrage Und ich will das auch nicht verurteilen.
00:13:37: Mir ist es nur aufgefallen, dass eben sehr respektvolle Umgang war.
00:13:40: Gleiches gilt für die Einsatzzentrale Sanität also die Hundertvierundvierzig Die waren immer absolut kooperativ und hilfreich was auch Sehr gut funktioniert.
00:13:51: zusammenarbeit mit der Polizei mit der Stapo also Stapo Zürich da waren wir eigentlich sehr häufig überhaupt mit den ganzen Playern das war ganz anderes.
00:14:00: Miteinander mag vielleicht sein, dass es oberflächlich so war und dann wenn man halt nicht mehr da war das dann doch kritische Äußerungen kamen aber die haben einen nie spüren lassen was irgendwas negativ wäre.
00:14:14: Ja das finde ich total spannend.
00:14:15: also du warst ja lang genug da.
00:14:18: man könnte ja jetzt sagen ja du bist immer mal nur für fünf Tage im Monat da gewesen ums nicht zu spülen aber du warste drei Jahre in dem System.
00:14:26: also du hast auch schon ein Gespür entwickelt.
00:14:29: Du hast das jetzt vom USZ gesagt, ja die deutschen pampigen Kollegen.
00:14:33: Also du persönlich hast es nie erlebt dass du irgendwie als Deutscher Arzt in der Schweiz behandelt wurde, dass das anders mit dir umgegangen wird vielleicht auch Patienten erst mal irritiert waren weil du den Dialekt nicht sprecht konntest.
00:14:47: oder gab's auch mal so Situationen wo du gesagt hast naja das war jetzt aber schon irgendwie... Das konnte ich nicht so richtig fassen.
00:14:54: hier läuft doch irgendwie kommunikativ vielleicht anders ab.
00:14:58: Ja, das war tatsächlich mit einer betrunkenen polnischstämmigen Schweizer Patientin.
00:15:05: Die dann auf polnisches Schimpfen angefangen hat, also bösartige Schimpfworte in der Zelle losgelassen hat weil die bei der Stapel aus welchem Grund auch immer dann eben inhaftiert waren.
00:15:18: Die hat dann erstens festgestellt anhand meines Dialects dass ich nicht aus der Schweiz komme und mich schon mal als Nazi beschimpft einfach so.
00:15:27: aber die war betrunkt.
00:15:28: Also ist keine Entschuldigung, dass es gemacht hat.
00:15:30: Nur eine Klarstellung warum die Hemmschwelle niedriger war und als ich ihr dann auf Polnisch geantwortet habe und je klargemacht hab was jetzt Phase ist um wer ich bin und was meine Aufgabe ist Dann war sie auf einmal relativ ruhig und es dann explodiert und hat weiter auf polnisch mich beschimpft und alle anderen beschimpften.
00:15:50: Es hat so ein bisschen bremsend gewürgt, aber dann ist natürlich wieder das Emotional durchgeschossen aufgrund eben der niedrigeren Hemmschwelle durch den Substanz missbrauchen.
00:16:00: Das war das Einzige tatsächlich, wo ich mich nicht diskriminiert habe, aber halt okay, das ist so eine komische Deutsche.
00:16:09: Gut!
00:16:09: Aber es hätte jetzt wahrscheinlich in Deutschland auch passieren können?
00:16:12: Richtig
00:16:12: absolut um Gottes Willen.
00:16:13: Das will ich jetzt nicht von der Schweiz abhängig machen.
00:16:15: Da bin ich dir völlig nicht.
00:16:17: Ich habe eher tatsächlich positive Erfahrungen gehabt, aber das weiß ich nicht.
00:16:22: Ob es vielleicht auch einfach an meiner mangelnden Perception für so Zwischentöne liegt?
00:16:29: Weil ich dann ganz klar gesagt hab in Schweizer mich gefragt hat ist das okay wenn ich Dialekt schwitz Verstehen Sie mich dann?
00:16:37: Und ich dann den meisten geantwortet habe, der Patienten oder auch der Kollegen oder sonstigen Gesprächspartner.
00:16:44: Wie gesagt, so lang sie mein frengischen Dialekt verstehen ist alles in Ordnung.
00:16:49: und dann waren die erleichtert weil die durften dann einfach ihr Schweizer-Dütsch weiter schwätzen und ich hab' einfach meinen Dialekt dann eben.
00:16:57: ja ich hab's an Auche noch ergelassen und hab nicht mehr darauf geachtet mich im Hochdeutschen zu verbeißen und man hat sich verstanden.
00:17:05: Die haben mich verstanden, ich habe die verstanden.
00:17:07: Natürlich hab' ich auch drei, vier Wochen gebraucht bis sich so wirklich dann das Schweizer Deutsch zumindest aus dem Kontext her verstehen konnte.
00:17:15: bei gewissen Worten muss man natürlich nachfragen.
00:17:18: Das ist einfach so und ich finde es auch gar nicht schlimm wenn ich danach
00:17:21: frage.
00:17:22: Ja, ich mein... Ich glaube du hattest den Vorteil, wenn du auch nicht im Hochdeutsch gesprochen hast, dann mussten sie vielleicht auch ein bisschen nachdenken.
00:17:30: Es hat aber mit Sicherheit euch beide entlastet.
00:17:32: und da sieht man ja auch bei den Schweizern Das Hochdeutsch ist nicht ihre Muttersprache und wenn sie dann vielleicht auch noch in der Stresssituation, Arzt, Krankheit was auch immer.
00:17:42: Dann spricht man halt einfach lieber so wie die Schnauze gewasken ist und nicht noch überlegen muss.
00:17:48: Entspannt für wahrscheinlich beide Seiten.
00:17:50: extrem so die Situation.
00:17:52: gab es aber irgendwas wo du hast jetzt sehr Wertschätzung gesprochen Kollegen wertschätzend fachlich gut ausgestattet untereinander gut aus gestattet respektvoller Umgang sehr positiv für dich.
00:18:05: Gab's irgendwas in der Schweiz?
00:18:06: Es hört ja jetzt keiner zu, wo du gesagt hast.
00:18:08: Das war aber nervig!
00:18:09: Musst jetzt auch nicht im medizinischen Kontext, kann auch am Flughafen gewesen sein und sagt das versteh ich nicht... ...das sind die Schweizer komplett anders unterwegs.
00:18:18: Ja vor... Ich meine die Preise... ...Achzehn-Schweizer Franken damals für einen Döner am Flughofen, da hab' ich gedacht mich dritten Pferd Aber hat sich relativiert weil man ja gesehen hat was man damals verdient hat.
00:18:34: Und da habe ich mir dann schon angewöhnt zu rechnen, wie viel Arbeitsminuten muss ich aufbringen um mir Essen gehen zum Beispiel leisten zu können für zwei Personen.
00:18:45: Das war halt in der Schweiz waren das eine Stunde... In Deutschland waren es zur damaliger Zeit dreieinhalb Stunden.
00:18:51: Arbeit hat sich dann relativiert aber im ersten Moment war's schon so wow ey Leute, achtzehn!
00:18:57: Achtzehn Stutz für den Döner!
00:18:59: Was stimmt denn mit euch nicht?
00:19:01: Aber relativiert sich natürlich, wenn man das große Bild betrachtet.
00:19:06: Was in der Schweiz... Gut ich meine Ich habe halt Kanton Zürich kennengelernt und da kann man jetzt nicht auf die gesamte Schweiz drauf schließen weil die Kantone auch schon untereinander unterschiedlich sind.
00:19:18: was für mich schwierig war Für mich persönlich Wenn ich irgendwie mit jemandem Kontakt hatte der eben nur Französisch besprochen hat eine der drei Amtssprachen Italienisch versteht man halt irgendwie aus dem Kontext, wenn man Latein hatte und ab und zu halt mal irgendwie mit Italien Kontakt hatte.
00:19:36: Kann man es aus Gottseggen Französisch ist für mich äußerst schwierig das aufzuschnappen auch wenn ich jetzt sprachlich nicht zwingend unbegabt bin.
00:19:44: aber da tue ich mich schwer vor allem wenn sie dann auch noch schnell sprechen dann wird's schwierig und das war dann für mich eine Herausforderung.
00:19:54: Also, wenn man tatsächlich mit jemandem zu tun hatte als Patient oder als Kollegen der wirklich nur die eine Amtssprache.
00:20:01: Genauso wie ich habe in dem Moment auch nur die Eine-Amtssprachel gesprochen dann kann man schon in Schwierigkeiten geraten.
00:20:06: kommunikativ
00:20:07: da muss sich nachfragen.
00:20:10: das geht den Schweizerl aber auch so.
00:20:12: Also formal gesehen wir denken ja immer die Schweizer können mindestens zwei oder drei der Amtsprachen.
00:20:18: de facto ist es aber oft so dass sie dann untereinander eng besprechen.
00:20:21: also das normal umso relativ.
00:20:22: ich glaube da ging Ja, ich habe das oft erlebt.
00:20:25: Ich hab es oft erlebt dass die lernen das zwar jeweils in der Schule aber das ist wie mit dem Hochdeutsch.
00:20:32: Das kommt auf den Freundes- und Familienkreis drauf an und wenn es wenig gesprochen
00:20:35: wird
00:20:36: haben sie genauso eine Abneigung das französisch italienisch oder das deutsch zu sprechen.
00:20:41: also da ging's nicht nur dir so das geht den untereinander dann auch manchmal so.
00:20:45: und wo du sagst jetzt hier achtzehn Stutz also achtzehnt Franken für einen Döner.
00:20:49: mir ging das neulich so.
00:20:50: ich war mit der Familie in Deutschland vier Euro für ein Espresso,
00:20:56: das zahle
00:20:56: ich doch in der Schweiz.
00:20:58: Aber die haben doch nicht die Löhne wie in der Schweizer.
00:21:00: Also es geht auch anders drum.
00:21:05: Das will ich gar nicht relativieren.
00:21:06: Das hat sich jetzt in Deutschland massiv nach oben entwickelt.
00:21:10: Ich kann ja nur aus der Perspektive von damals berichten.
00:21:12: Das ist ja, muss man sagen, schon seit zehn Jahren her.
00:21:16: aber nichtsdestotrotz was die Mentalität angeht, da hat sich meine Einschätzung nach wirklich viel geändert.
00:21:23: Die ändert sich nicht so schnell, das bleibt relativ gleich.
00:21:27: Was mir halt negativ aufgefallen ist, ist wie unfassbar streng die Behörden beim Falschparken sind.
00:21:36: also was ich da... Wir hatten ja Einsatzfahrzeuge und hatten eine Ausnahmegenehmigung dass wir halt ein Park verboten durften uns hinstellen während des Einsatzes, aber wenn ich dann das beobachte kurzen Moment Zeit hatte und mir so ein bisschen das beobachten Konter des Stadtbilds, die waren da schon flott.
00:21:57: Also die Ordnungsbehörden waren da flott mit Tickets, mit Strafzetteln... Ordnung
00:22:05: muss sein in der Schweiz!
00:22:06: Und sie wird auch durchgesetzt
00:22:07: und
00:22:07: nicht nur von den Ordnungen behört.
00:22:09: Willi, dass Prinzip will ich nicht negativ darstellen?
00:22:13: Ich fand es bloß erschreckend wie schnell und wie deutlich dieses Durchsetzen vor allem in Ihren Summen.
00:22:22: Was kommt noch dazu?
00:22:24: Ich hatte fast eine Panikattacke als ich in Zürich an einer Kreuzung stand.
00:22:30: Da war eine Ampel, die hat rot nach gerade aus gehabt und eine zweite Ampel an dieser Kreuzungen rot nach rechts abbiegend.
00:22:39: Und ich stand auf der rechten Piegerspur und die Ampel schaltete auf grün.
00:22:43: Ich fahre los und pieg rechts ab und es löste Blitzer aus – der feste Blitzer!
00:22:48: Und ich hatte doch Grün und habe gleich ganz panisch den Chef angerufen, gesagt hat Blitze ausgelöst.
00:22:56: Ich weiß nicht ob es mich erwischt hat aber falls was kommt dass du schon mal Bescheid weißt also einen Chef vorher Bescheide geben das er nicht unerwartet getroffen wird.
00:23:06: und Dann sagt er wo war denn dessen welcher Kreuzung?
00:23:09: weil der Jan Römer Das war der damalige Hauptansprechpartner für uns im Einsatzdienst und der hat der hat gefragt welche Kreuzung war das?
00:23:17: und ich hab mir das erklärt sagt da bist Du nicht die erste Weil die Rechtsabbiegeampel noch rot war.
00:23:24: Ich so, nee!
00:23:25: Sagt er doch?
00:23:26: Das sieht für dich aus weil du mit diesem Auto wenn du an der Halterlinie stehst siehst du die rechts abbiege Ampel nicht voll und man du nimmst nur.
00:23:34: die Gradausrunde war genau und die war grün und piekst rechts ab.
00:23:41: ich weiß es nicht
00:23:45: Wenn der Rechnung kommt, ist es teuer.
00:23:47: Ich habe dann natürlich in meiner Panik gleich geguckt, oh Gott bei Google was zahlt man da und
00:23:53: wird mit dem Salär verrechnet?
00:23:55: Oh ja!
00:23:56: Da haben wir auch wieder so alter Schwede also schon knackig.
00:23:59: Auch die Geschwindigkeitsmessungen.
00:24:01: ich hab mir in der Schweiz Wir hatten Tempomaten in diesen kleinen Einsatzfahrzeugen Da hat man es nicht wie in deutschland gemacht das mit zehn fünfzehn km h schneller als erlaubt eingestellt hat weil der plus zwanzig euro ne wenn man da geblitzt wird nee, da habe ich hundertzwanzig erlaubte auf der auf der autobahn nach winter tool.
00:24:20: Hunderttwundzwanziger eingestellten nicht mehr.
00:24:24: und die stellen an denen sie geblitz haben.
00:24:27: die waren ja auch sehr spannend.
00:24:30: Gut, ja das ist so.
00:24:31: Ich habe auch in der Podcastfolge eine Solo-Folge von mir drüber erzählt.
00:24:35: mal wie das bei uns hier ein Kreuzlinge war.
00:24:37: wir hatten Flohmarkt also wir haben Sachen verschenkt haben die quasi auf die Straße gestellt und plötzlich klingelt bei uns die Haustür.
00:24:45: kann man der Solo-Volge noch einmal nachhören?
00:24:48: und da kommt die mobile Müllabfuhr, die so den Kericht einmal lernen und fragt ob das mein Zeug ist?
00:24:54: Ja ja es ist mein Zeuge.
00:24:56: Da hat er dem erklärt okay dass es öffentliches Stadtbild Sobald das außerhalb des dazugehörigen Parkplatzes vom Haus ist, es steht auf der Straße.
00:25:05: Das wäre illegale Müllentsorgung.
00:25:07: Ich soll das jetzt wegräumen sondern das wird sonst direkt gebüßt und dann habe ich einfach die halben Meter nach hinten also auf dem Parkplatz.
00:25:15: Dann war's in Ordnung.
00:25:16: Und dass hat was mit dem Stadtbild zu tun.
00:25:19: dieser.
00:25:19: wir kennen die Schweiz als sauberen Ort.
00:25:22: ja das hatten Grund da wird sich kontrolliert ... ein Teppich neben die Kehrricht stellen und hoffen, dass der mitgenommen wird.
00:25:28: Nein!
00:25:28: Da kommt die Polizei oder wird recherchiert.
00:25:31: So teilweise im Müll recherchieren wer illegale Sachen entsorgt hat in Zürich... Also da muss man wirklich aufpassen.
00:25:37: Ist aber eben auch das was man dann wieder positiv erlebt wenn man in der Schweiz ist,... ...dass sich jemand drum kümmert.
00:25:43: ne?
00:25:43: Das ist die andere Seite.
00:25:44: Ja absolut.
00:25:46: Drei Jahre... Piotr hat dann deine Frau gesagt du jetzt reicht's.
00:25:52: Das machst du nicht mehr?
00:25:53: Hättest du in der Schweiz bleiben können?
00:25:55: oder was war dann letztlich der Grund zu sagen, du gehst wieder komplett, fokussierst dich weiter aus die Ausbildung.
00:26:02: Oder hättest Du noch irgendwie über die Kontakte, die du ja dann in der schweiz hattest, sagen könnt, du machst die Ausbildung in der Schweizer weiter
00:26:09: also.
00:26:10: Zwei tausendsechzehn kam unser Sohn zur Welt und ich habe dann In den ersten zwei Jahren das als mein Sohn da war dass eben noch weitergeführt, habe dann aber gemerkt ich verpasst zu viel.
00:26:27: Das muss jeder für sich wissen wieviel Zeit er für die Familie aufbringen möchte und Ich hab das für mich nicht gesehen dass ich das hinbekommen.
00:26:35: eben Vollzeit-Weiterbildung in der Anästhesie Und dann auch nebenbei natürlich einen hoch dotierten sehr gut bezahlten Nebenjob in der Schweiz und Natürlich was man dazu sagen muss ich bin ja trotzdem noch Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst in Deutschland auch noch gefahren und habe auch noch Notarztschichten gemacht, die ja auch in Bayern auf Freelancer-Toon basieren.
00:26:58: Also ich hatte relativ hohe Auslastung was das Arbeiten angeht und hab dann gemerkt dass da die Familie zu kurz kommt.
00:27:05: Meine Frau hat mich das nie spüren lassen?
00:27:08: definitiv nicht.
00:27:08: sie hat es wenn sie's gestört hat hat sichs exzellent maskieren können.
00:27:15: aber ich hab dann selber gemerkt so ne Das geht so nicht.
00:27:19: Ich verpasst zu viel, ich möchte das nicht und habe mich dann mit Mian Römer
00:27:23: zusammengesetzt.".
00:27:25: Und der hat von Von Haarheim gleich gesagt, dass es dein Leben du entscheidest für dich.
00:27:31: Ich unterstütze dich egal wie du dich entscheidst.
00:27:34: Er hat auch gesagt wenn du sagst du musst uns verlassen bleibt dir eine Tür immer offen.
00:27:39: Das heißt wenn du irgendwann nach einer gewissen Zeit feststellst hey ich würde gerne wieder zurückkommen darfst du das sehr gern tun.
00:27:45: Und das hat mich ja auch beeindruckt Weil was man aus Deutschland gewohnt ist, speziell im öffentlichen Dienst.
00:27:52: Wo ja doch die meisten von uns angestellten Ärzten arbeiten oder auch bei manchen privaten Klinikträgern oder MvZ-Trägeren oder vielleicht auch Praxisinhabern... Ist es so dass das persönlich genommen wird wenn man kündigt?
00:28:06: Also diese Menschen die in eine leitende Position sitzen beziehen das dann auf sich negativ nach dem Motto der kann mich nicht leiden oder er ist blöd und lassen das einen spüren.
00:28:18: Das hat Jan Römer überhaupt nicht gemacht, am Odeo auch nicht.
00:28:20: Also es war eher tatsächlich sogar noch wertschätzend im Nachhinein.
00:28:26: Und das ist auch etwas was mich sehr positiv beeindruckt hat.
00:28:29: Jetzt
00:28:30: machst du kostenlos Werbung für Sie?
00:28:31: Also das zeigt ja dass Du wirklich eine gute Beziehung hast...
00:28:35: Ich muss auch sagen ich habe es allen die mich damals gefragt haben ob ich den völlig verrückt bin aufzugeben.
00:28:41: aber ich habe auch allen gesagt beruflich gesehen gehe ich mit zwei weinenden Augen Weil es war ein tolles Team.
00:28:49: Es waren faire Vorgesetzte, die immer ein offenes Ohr hatten.
00:28:55: Das war eine sehr gute Bezahlung und das war tolle Infrastruktur.
00:28:59: Was viel gelernt hat.
00:29:00: Genau ich kann auch sagen, siebenundneinzig Prozent der Patienten waren absolut angenehm und dankbar.
00:29:11: Prozent hat es ein bisschen niedriger gefühlt.
00:29:13: Ich habe jetzt keine Schlüssel für, das ist rein aneknotische Evidenz aber das Gefühl in Deutschland wenn man da seine Haikunde ausübt ist ne anderes als in der Schweiz gewesen wie sie jetzt aktuell ist weil ich mir jetzt aktuell keinen Kontakt hab.
00:29:30: aber den Kontakte die ich habe die erzählen mir nicht, dass sich da irgendwas maßgeblich geändert hat.
00:29:36: Aber das war dann wie gesagt der Grund, dass das familiäres Settel sich dahingehend in den zwei Jahren zwar nicht geändert hatte aber mich dann eben zum Nachdenken gebracht hat und ich mich dann entschieden habe okay dann breche ich die Zelte ab macht es nicht mehr werde meine Weiterbildung fertig machen Und mich dann eben dementsprechend orientieren, wie es weitergeht.
00:30:05: Aber im Hinterkopf natürlich immer die Möglichkeit.
00:30:07: hey ich könnte ja auch tatsächlich zurückgehen und ich habe ja alle Urkunden alles was sich von der Mabiko anerkannt bekommen haben wir hier alles bei mir Fertig, das ist ja ohne Ablaufdatum.
00:30:18: Das Einzige was Ablaufdatum hat ist das SG Nord-Zertifikat für den Notarzt.
00:30:22: Das verlänge ich aber trotzdem immer wieder... Ich bin auch weiterhin in der Schweizer Gesellschaft für Notfallmedizin immer noch Mitglied, was jetzt auch nicht wirklich günstig ist.
00:30:31: also wenn man sich die Beiträge anschaut, die man Deutschland zahlt und die man da zahlt im Vergleich ist es schon deutlich, weil ich habe mir gedacht ne also ich will zumindest die Möglichkeit haben einen Fuß in der Tür zu haben.
00:30:43: Man weiß nie, wie sich was entwickelt.
00:30:46: Kontakt
00:30:47: behalten?
00:30:47: Genau, Kontakt behalten die Möglichkeit haben.
00:30:50: eben.
00:30:50: hey wir brechen jetzt nur das Beispiel meine Frauen ich entscheide uns für die Familie ja wir verkaufen hier alles und dann sind wir weg.
00:30:59: Das kann ja passieren.
00:31:00: Wir wissen ja nicht was sich in fünf bis zehn Jahren entwickelt.
00:31:04: Dann habe ich zumindest schon mal etwas in der Hand.
00:31:06: Also ein potenzieller Arbeitgeber braucht sich dann immer viel zu kümmern braucht mich nicht viel zu unterstützen, sondern ich habe alles da.
00:31:13: Leg's hin und sag was können
00:31:15: wir machen?
00:31:17: Wie wollen wir es
00:31:18: anstellen?".
00:31:19: Ja und das macht in der Situation halt auch Sinn für dich.
00:31:21: oder du sagst beruflich mit zwei weinten Augen privat ja das war ja wahrscheinlich die Option wo du am längsten von zu Hause weg warst.
00:31:29: Du hast rauswärts geschlafen, du konntest ja nicht mal am Abend oder heben zwischen deinen ganzen Projekten Familie und Kind sehen.
00:31:38: Und dann halt zu sagen, okay das was am meisten wiegt in dieser Balance, das gebe ich jetzt für den Moment auf.
00:31:45: Behalt mir das weiter.
00:31:46: so wie ich das raushöre bist du ja auch mit einem guten Abschluss für dich gegangen hast gesagt ok es waren drei gute Jahre Ich habe viel mitgenommen.
00:31:54: Das hilft mir in Deutschland auch.
00:31:56: Wenn du jetzt zurückblickst Was würdest du denn jungen oder Kollegen die überlegen schweiz?
00:32:04: Ist das was, soll ich es machen?
00:32:07: Vertretungsarztes geht nicht überall.
00:32:09: Nicht für alle Fachgebiete macht nicht für jeden Sinn aber auch für Leute die dauerhaft wechseln wollen.
00:32:15: Was würdest du denn mitgeben zum Thema Schweiz?
00:32:20: Probieren zögern...
00:32:24: Das ist mentalitätsabhängiges, typenabhängig.
00:32:28: Ich selbst bin relativ extrovertiert und habe kein Problem damit auf Menschen zuzugehen.
00:32:34: Ich bin manchmal auch sehr schroff.
00:32:36: Das hat man mir über die Jahre gespiegelt, das habe ich mittlerweile akzeptiert.
00:32:40: Ja, ob man jetzt daran arbeiten soll oder nicht?
00:32:43: Das darf man für sich entscheiden.
00:32:46: Man hat mir eigentlich damals prophezeit so, bist du dir sicher, dass du mit den Schweizern zurechtkommst?
00:32:52: Ich hab dann für mich, ich komme mit den Schweizer zu Recht!
00:32:55: Ob die Schweizer mit mir zu recht kommen muss ich halt gucken.
00:32:59: Sie haben es mich jetzt nicht spüren lassen offen und das würden sie auch nie tun.
00:33:04: Also die Schweizer sind so diplomatisch und so wirklich freundlich, dass man da eben nicht sofort ein Feedback bekommt.
00:33:13: Das passt mir gerade nicht.
00:33:14: was du da machst wenn man das Feedback bekommen dann muss man da auch wirklich ganz feinfühlig sein.
00:33:20: zwischen den Zeilen lesen
00:33:22: oder man hat die schriftliche Kündigung schon
00:33:25: auf dem Tisch.
00:33:27: Genau!
00:33:27: Das kann einen überraschen.
00:33:28: aber der Chef etwas nachfragt fragt, wollen wir das so oder so machen?
00:33:36: Was hältst du
00:33:37: davon?".
00:33:37: Dann ist das kein... Wir diskutieren jetzt darüber.
00:33:39: Sondern auf wie zentrisch heißt es, mach das so!
00:33:43: Das
00:33:44: ist die diplomatische Formulierung.
00:33:46: Du darfst mitreden aber eigentlich habe ich's schon entschieden.
00:33:48: Richtig und das muss einem klar sein dass da anders kommuniziert wird.
00:33:55: egal für welchen Kollegen, in welcher Ausbildungssituation er steht oder ob er schon fertiger Facharzt ist.
00:34:02: Oder ob die Kollegin jetzt im dritten Weiterbildungsjahr ist und sich entscheidet zum Beispiel bei so als Ärzte sechs Monate für die allgemeine innere Medizin zu machen.
00:34:10: Die haben ja einen Weiterbildungstertifikat, die dürfen ja eine gewisse Zeit weiter bilden.
00:34:16: Da muss man sich im Klaren darüber sein dass man da eben mit so einer Stoffe Art wie meiner zb anecken kann.
00:34:24: Und wenn nicht selbst an sich arbeitet und so ein bisschen zwischen den Zeilen das vernehmen kann, dann kann schon passieren wie du es gesagt hast.
00:34:32: Aber die können überhaupt nicht schlägt und man sich denkt, hä?
00:34:34: Das habe ich mir eigentlich falsch gemacht!
00:34:36: Also da... das ist tatsächlich etwas was ich jedem Kollegen der sich die Schweiz im Blick immer ans Herz lege und sage macht nicht den Fehler wie einige von uns, die aus Deutschland rüber sind und gemeint haben sie können A weiterhin zu offen und konfrontativ diskutieren oder argumentieren.
00:34:56: Das ist in der Schweiz durchaus negativ konnotiert.
00:35:00: und vor allem wenn euch jemand vorgesetzt ist, etwas fragt um davor eine Maßnahme stand und dann die Frage kommt oder was hältst du davon?
00:35:10: Dann akzeptiert das dass es einfach so ist und steigt nicht in einer Diskussion
00:35:14: rein.
00:35:16: Ja es ist ein guter Hinweis weil das spiegelt auch meine Erfahrung wieder.
00:35:21: Es ist die Art, wie man mit dem Auswandern umgeht.
00:35:24: Wie man sich auch darauf einlässt was die Schweiz is'.
00:35:28: Und die Schweiz ist oft in den Köpfen... Die sprechen Deutsch und das stimmt nicht.
00:35:32: Da es ganz viel anderes dahinter.
00:35:34: Ah!
00:35:34: Sprechen Sie nicht Deutsch?
00:35:35: Das Hochdeutsch ist für sie die erste Fremdsprache.
00:35:38: Und es geht viel mehr um diese Kultur dahinter und Konfliktkommunikation ist ein Riesenthema.
00:35:44: Wie werden Konflikte geäußert?
00:35:46: also dieses Wenn der Schweizer sagt, wir müssen sprechen das ist schon die Abmahnung.
00:35:52: Das alles andere passiert vorher sehr diplomatisch auch in die Zukunft gedacht.
00:35:58: was passiert wenn ich dir jetzt das Zugeständnis mache?
00:36:01: Was passiert wie reagieren die Leute im Team?
00:36:04: Verschärzt sich es mir die Teamsituationen wenn nicht ein Bevorzuge der zum Beispiel aus dem Ausland kommt aber auch mit Patienten so Es ist eine andere Wertschätzung Und die wird auch eingefordert, also man darf sich auch Zeit nehmen mit den Patienten.
00:36:19: Man darf sich auf Zeit mit dem Kollegen, man geht auch zusammen essen.
00:36:23: Also dieses Schnellschnellleistung, Leistungen das sind wir in Deutschland gewohnt.
00:36:29: ein Kollege hat mal gesagt am Anfang habe ich gedacht in der Schweiz ist alles total langsam bis ich gemerkt hab dass vorher alles besprochen wird.
00:36:37: Das dauert im Vorhinein länger aber danach gibt es keine Diskussion mehr wie in Deutschland.
00:36:42: Gutest du das so siehst.
00:36:44: Ich sage dir ganz, ganz lieben Dank Piotre für diesen echt spannenden Einblick.
00:36:49: Man sieht und also ich sehe dich ja jetzt noch mit dem auf aber man hört auch in deiner Stimme die Begeisterung für den Schweiz ist immer noch da erklärt warum die Mitgliedschaften noch da sind und ich danke dir ganz viel für deine Zeit und die Einblicke die du deinen Kollegen mit gegeben hast.
00:37:02: Merci Piotr!
00:37:03: Danke für die Einladung und ich hoffe ich kann den Kollegen helfen.
00:37:07: Mit Sicherheit kannst du helfen und wenn du das Gefühl hast, dass war eine schöne Sendung schreib mir doch gerne auch ein Feedback per Mail, LinkedIn wo auch immer.
00:37:15: Weil das hilft mir auch, es hilft den Gästen einzuschätzen.
00:37:18: wird das hier gehört?
00:37:19: sind die richtigen Fragen die wir stellen?
00:37:21: sind's die richtige Themen?
00:37:23: Und wenn du dranbleiben willst auf dem den Newsletter einfach auf der Website docsgoeswiss.ch bestellen alle Infos in dem Podcast weiter reinhören denen Kollegen und Kolleginnen empfehlen Und ich sage dir Danke fürs Zuhören.
00:37:36: Viel Gesundheit, dein Martin Werner!
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