#89 Spanien statt Schweiz - Warum eine Anästhesistin anders entschieden hat
Shownotes
Margaretes Weg:
Von Polen nach Deutschland (12 Jahre Facharztausbildung Anästhesie). Anerkennung für Schweiz UND Spanien geholt. Spontane Entscheidung am Flughafen: Spanien.
Warum Spanien statt Schweiz:
- Arbeitsalltag 10-14 Uhr.
- Lebensqualität wichtiger als Karriere.
- "In Deutschland hatte ich keinen Ausgleich mehr."
Die entscheidenden Fragen:
- Wie sollen die nächsten 30 Jahre aussehen?
- Welches Arbeitsmodell passt zu meinem Privatleben?
- Kann ich mir das finanziell leisten?
Was du lernen kannst: Margarete konnte alleine und spontan entscheiden. Mit Familie ist es komplexer - aber die Fragen bleiben dieselben. Bei schwierigen Fragen: Ich begleite dich.
"Man sollte sich fragen: Wie leben die Kollegen? Entspricht das meinen Vorstellungen? Die ersten 10 Jahre vergehen schnell - aber die nächsten 30 Jahre sind viel mehr."
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Transkript anzeigen
00:00:07: Wie wäre es denn nach Spanien auszuwandern?
00:00:10: Ja, jetzt hörst du zu als Arzt und Ärztin und denkst dir, ja, ich bin bei DocsGoSwiss, dem Auswanderpodcast für das Leben und Arbeiten in der Schweiz.
00:00:19: Absolut richtig, gar kein Problem.
00:00:21: Aber heute habe ich eine Ärztin bei mir, die hat zwei Auswandererfahrungen hinter sich.
00:00:26: Einmal von Polen nach Deutschland, was für dich ja auch schon mal eine sehr, sehr wertvolle Erfahrung ist, wenn du zuhörst.
00:00:33: Und dann stand sie in Deutschland mit dem Facharzt und hat sich überlegt, Spanien oder Schweiz?
00:00:39: Sie hat sich für beide Länder sehr interessiert.
00:00:42: Sie hat sich in beiden Ländern die Anerkennung für ihre medizinischen Diplome geholt.
00:00:47: Und wir sprechen jetzt mit ihr darüber, warum es Spanien geworden ist und nicht die Schweiz.
00:00:53: Und ich sage herzlich willkommen im Podcast Malgorzata (Margarete) Weronika Szynawa.
00:00:58: Schön bist du da.
00:01:00: Hallo Martin, vielen herzlichen Dank für die Einladung.
00:01:03: Ja, ich glaube, das wird eine spannende Folge für viele sein.
00:01:07: Ja, es ist extrem spannend und auch wenn du dir jetzt zuhörst und denkst, Spanien, also es geht ein bisschen heute in der Folge darum, was Margarete sich so überlegt hat, warum Schweiz, warum Spanien, was sie persönlich aber auch privat bewogen hat.
00:01:23: Aber bevor wir in die beiden Länder gehen, ist es natürlich erstmal spannend zu erfahren, was der Grund war.
00:01:29: Polen, deine Heimat Richtung Deutschland zu verlassen, um die Ausbildung in Deutschland zu machen.
00:01:34: Was hat dich da bewegt, nicht in Polen zu bleiben?
00:01:38: Genau, also ich glaube, das ist für viele spannend und ich denke für viele, die in Deutschland und in der Schweiz die Ausbildung gemacht haben, die können sich halt vieles nicht vorstellen.
00:01:49: Erst mal aus dem kulturellen Grund und das zweite aus dem Ausbildunggrund.
00:01:54: Also meine Mutter ist Polen, ich bin größtzeit in Polen aufgewagten und habe ich auch dort studiert.
00:02:00: und mir war schon im Studium klar, wir studieren in Polen sechs Jahre und quasi das siebte Jahr ist das Prakt….
00:02:08: Wir machen vor dem praktischen Jahr schon unsere ärztliche Prüfung, also wir sind fertige Ärzte.
00:02:13: Und so starten wir in unser Berufsleben weiter.
00:02:18: Und mir war das schon im fünften Studienjahr klar, dass ich nach Deutschland auswandern will.
00:02:23: Also, das erste, meine Oma hat über dreißig Jahre in Deutschland gelebt.
00:02:27: Sie wohnte in Stuttgart.
00:02:29: Und mir war nach und nach klar, dass das berufliche Leben in Polen damals, also jetzt fast vor, für eine Frau, die keinen medizinischen Hintergrund, also Familienhintergrund nicht hat, könnte schwierig sein.
00:02:46: Und das waren so zwei aller Gründe.
00:02:48: Einmal die berufliche Schiene und einmal die privater Schiene wegen meiner Oma, haben mich dann kurzhand entschieden, nach Deutschland auszuwandern.
00:02:57: Ich muss sagen, von den ganzen Auswanderungen oder von den ganzen Anerkennungsprozessen war die Auswanderung nach Deutschland die schwierigste.
00:03:06: Magst du sagen, warum?
00:03:08: Also war es, weil es das erste Mal war, du vielleicht auch noch ein Tick jünger und ich sage mal den Anführungszeichen Unerfahrer, oder sprichst du jetzt über die Anerkennungsbürokratie und den Umgang mit ausländischen Ärzten?
00:03:23: Korrekt, korrekt.
00:03:24: Also ich muss sagen, so privat oder wenn es um ganz so bodenständige Sachen geht, wie die Sprache lernen, ich habe ja vor, Und dann war das natürlich schon das sechste Jahr, müsste ich auf die schnelle Deutsch lernen.
00:03:41: Das habe ich mir selber beigebracht.
00:03:44: Und auch dann die Prüfung abgelegt, weil man bräuchte damals die zwei, um eben die Anerkennung in Deutschland zu bekommen.
00:03:53: Das habe ich alles hingekriegt.
00:03:55: Das war alles gar kein Problem, bis es eben um die Approbation ging.
00:03:59: Wie gesagt, ich habe einen Porn studiert.
00:04:01: Das ist ein EU-Land.
00:04:03: Ich habe da keine Verharz aufs Bildung gemacht.
00:04:05: Also eigentlich sollte das eine ganz einfache Sache sein, war es aber nicht.
00:04:11: Die Anerkennung hat elf Monate gedauert und nach ein paar Monaten hat mir die Landesärztekammer mitgeteilt, dass meine Unterlagen verloren gegangen sind.
00:04:21: Das waren fast alles Originale oder notarielle begleubigte Kopien.
00:04:25: Das war schon mal der erste Punkt.
00:04:29: wo es bei mir ein bisschen Frust aufkam, weil ich wusste ja nicht, wie es weitergeht.
00:04:34: Ich habe ein Jahr natürlich irgendwo arbeiten müssen.
00:04:37: Das war nicht in der Medizin.
00:04:38: Ich habe damals ein Piyot gemacht und parallel noch irgendwo gearbeitet, um natürlich meinen Unterhalt zu verdienen.
00:04:45: Und nach einem Jahr kam schon so ein bisschen der erste Frust auf.
00:04:50: Dann hat das auch mit der Proportion geklappt.
00:04:52: Wie gesagt, waren sehr mühsam bewegt.
00:04:55: Und ich muss sagen, die ersten Schritte in Bayern waren Auch nicht leicht.
00:05:00: Ich glaube, obwohl ich Deutschland kannte, durch meine Oma, habe ich mir das auch von der Kultur und von der, ich würde jetzt nicht sagen, Gastfreundschaft, aber eben um das Arbeitsunfeld.
00:05:15: habe ich mir bei jungen Menschen ganz anders vorgestellt.
00:05:19: Es war schwierig.
00:05:20: Ich habe das erst nach einer Zeit realisiert, dass das doch nicht so ganz einfach war, aber im Endeffekt nach über einem Jahr hat alles geklappt.
00:05:29: Und so ist meine Reise oder meine deutsche Geschichte dann angefangen.
00:05:34: Aber trotz dieser anfänglichen Schwierigkeiten bist du dann für die ganze Weiterbildungszeit in Deutschland geblieben, oder?
00:05:40: Ja, korrekt, korrekt.
00:05:42: Also mit der Zeit würde es viel einfacher, weil man... Natürlich lernt auch einiges dazu.
00:05:49: Und vor allem, ich glaube, man nimmt auch die kulturellen Unterschiede zwischen Polen und Deutschland in so ein Alltag leben, nicht so wirklich war.
00:05:58: Also die Arbeitsmentalität ist etwas anders.
00:06:01: Ein paar Sachen sind schon anders.
00:06:03: Und man fucht sich dann natürlich mit der Zeit rein.
00:06:05: Wie gesagt, mit der Zeit war das deutlich einfacher, mich einzuleben.
00:06:11: Das ist dann mit der Zeit, habe ich das nicht als Schwierigkeiten mehr empfunden.
00:06:16: Und dann habe ich tatsächlich die komplette Weiterbildung.
00:06:20: Ich bin ja verherzend für Anastasie und spezielle Intensivmedizin.
00:06:24: Also die komplette Weiterbildung.
00:06:25: in zwölf Jahre, die ich in Deutschland war, habe ich alle Zusatzbezeichnungen und alle meine Verhassausbildung dort abgeschlossen.
00:06:33: Und dann natürlich kam die Fragen auf.
00:06:36: Wie soll das Leben weitergehen?
00:06:38: Nicht nur das berufliche Leben, aber auch das Privatleben.
00:06:41: Ich glaube, oder habe ich das mindestens bei meinen Freunden gemerkt, bei meinen Arbeitskollegen, die auch in derselben Position waren, in derselben Lebenspositionenlage waren.
00:06:51: Direkt nach dem Facharzt kamen schon die Fragen auf, was jetzt weiter.
00:06:55: Ich war damals Anfang dreistig und dann habe ich mir gedacht, gut, wie sollen jetzt die nächsten über dreißig Jahre meines Berufsleben aussehen?
00:07:03: Ich glaube, die Frage stellt man sich kaum, wenn man noch in der Facharztausbildung ist oder eben ein frischer Assistent ist und die ist wirklich extrem wichtig.
00:07:14: Ich habe manchmal das Gefühl, wie ging es dir das vielleicht?
00:07:17: Also als Weiterbildungsassistent, Assistentin ist es einfach das Lernen, das täglich anstrengende Leben.
00:07:24: Man kommt vielleicht gar nicht dazu, sich die Gedanken zu machen, weil man ja noch nicht, der Facharzt ist soweit weg.
00:07:30: Und auf einmal ist mal Facharzt und dann kommt man am nächsten Tag zurück in die Klinik und hat auf einmal Personalverantwortung.
00:07:36: Alle reisen sich um ein, weil man ja jetzt einen gewissen neuen Status hat und man kriegt Angebote und Möglichkeiten.
00:07:44: Fehlt da die Zeit?
00:07:46: sich vorher schon Gedanken zu machen oder wie hast du es dann für dich gelöst?
00:07:49: oder wann hast du es gemerkt?
00:07:50: Absolut,
00:07:51: absolut, absolut stimme ich zu.
00:07:53: Ich glaube, also ich weiß es nicht, glaube ich, ich habe mir die Gedanken gar nicht gemacht.
00:07:58: Das heißt, ich wusste, wie du auch gesagt hast, bis zum Facharzt muss man da, ich sage das jetzt blöd mal, da durch, ja?
00:08:05: Das waren ganz viele Dienste, das waren natürlich auch schwierige Zeiten, weil ich meine Ausbildung in eine Unfallklinik gemacht habe, wo für ich sehr dankbar bin.
00:08:14: Das war die tollste Zeit meines beruflichen Lebens.
00:08:17: Aber eben, man denkt sich gut, da muss ich eben durch die Sachen, muss ich lernen, um ein guter Facharzt zu sein.
00:08:24: Und man macht sich nicht die Gedanken, was dann, weil das Leben danach geht weiter und man kriegt ja, wie du auch gesagt hast, nicht weniger Verantwortung, sondern auch mehr Verantwortung.
00:08:35: Dann kommen auch die Fragen, welche Möglichkeiten habe ich?
00:08:40: Wie soll ich mein Privatleben um mein berufliches Leben aufbauen?
00:08:46: Welche Arbeitsmodelle gibt es?
00:08:49: Und auf die Gedanken kommt man nicht.
00:08:52: Also ich mindestens bin nicht mal auf die Gedanken gekommen in meine Fachartsausbildung.
00:08:56: Und dann, wie du auch sagt, das kam auf der Zeitpunkt, wo ich schon gemerkt habe, Ich kann mir diesen Arbeitsmodell für die kommenden dreißig Jahre nicht vorstellen.
00:09:10: Und dann habe ich natürlich mich versucht, ein bisschen umzuschauen, welche Möglichkeiten hätte ich als Anästhesisten?
00:09:17: In welchen Arbeitsmodell kann ich arbeiten?
00:09:20: Ist es nur Klinikunfeld?
00:09:21: Könnte es auch vielleicht mal eine Privatpraxe sein?
00:09:25: zum Beispiel Schmerztherapie, das habe ich alles ein bisschen mal ausprobieren können.
00:09:30: Ich habe auch vor ich hier auf die Insel gekommen, wenn die letzten eineinhalb Jahre Honorarnester sie gemacht.
00:09:38: Dieses Arbeitsmodell habe ich für mich auch ausprobiert.
00:09:42: Aber im Kern so in mir war ein sehr großer Wunsch, in den Süden zu ziehen und weil die Kultur eben sehr... besonders für mich ist und mein Privatleben eher in diesem südländischen Modell halt aufzubauen.
00:10:02: Und das habe ich eben auch ganz oft meinen jungen Kollegen, dann, wo ich schon natürlich mehr ein bisschen darüber Gedanken gemacht hatte, meinen ganz jungen Kollegen gestellt, beziehungsweise das habe ich denen als eine Anregung, Frage gestellt, damit die sich auch da ein bisschen auseinandersetzen, wenn die als frische Assistenzärzte kommen oder nicht mal als PIJ-Studenten, die interessieren sich ja für einfach.
00:10:28: Das ist ja sehr schön und gut.
00:10:31: Und dann habe ich versucht, ihnen zu erklären, dass eben diese Faszination für diesen Fach, die wird nicht die kommenden vierzig Jahre mit dieser Stärke anhalten, weil irgendwann wird es einfach dein Alltag sein und man hat schon vieles erlebt und es wird nicht mehr so extrem reizend und spannend sein.
00:10:52: Trotzdem, man liebt ja sein Fach oder sein Beruf, aber eben diese Reize, der am Anfang ist, wird ja mit der Zeit auf eine tödliche Art und Weise verschwinden.
00:11:03: Irgendwann ist das einfach eine Arbeit, die man sehr gerne macht.
00:11:06: Und man sollte sich da auch auseinandersetzen, wie leben die denn die Kollegen?
00:11:12: Wie sieht den Privatleben aus?
00:11:14: Entspricht es in meinen Vorstellungen?
00:11:17: Und mit der Frage sollte sich man eher auseinandersetzen, weil die ersten zehn Jahre vergehen ja schnell, aber die restlichen dreißig Jahre Berufsleben, die sind ja natürlich viel mehr und da passiert auch viel mehr.
00:11:29: Deswegen fand ich das so wichtig, den Kollegen, das auch auf den Weg irgendwie von mir aus einfach zu gehen.
00:11:36: Ja, ich glaube, Anesthesi ist ja schon ein extremes Fach mit einem extrem hohen Stressniveau, dann dazu die Wochen- und Nachtdienste, also für den Biorythmus.
00:11:47: Und dann kommen ja eben noch private Interessen dazu, Familie, was man auch immer noch tun möchte.
00:11:52: Und ich finde es schön, du hast vorhin gesagt, man hat das Privatleben und baut die Arbeit drumrum.
00:11:59: Ich glaube, das macht nicht jeder.
00:12:01: Ich glaube, viele machen, ich habe die Arbeit und baue dann irgendwie noch, dann gucke ich mal, wie ich noch Mama sein kann und dann gucke ich noch mal, wie ich Partner sein kann.
00:12:12: Und dann geht der stresslos, weil du hast das ständiges Gefühl, du kannst niemanden gerecht werden.
00:12:17: Ja, korrekt.
00:12:18: Korrekt.
00:12:18: So ist das auch.
00:12:19: Aber das ist auch in unseren Berufen und ist es nicht direkt, aber indirekt beigebracht worden, dass die Arbeit als erstes Stelle stehen sollte.
00:12:30: finde ich auch mittlerweile mehr oder weniger richtig, während der Ausbildung, weil die Ausbildung ist auch hart.
00:12:37: und wie gesagt nochmal, man muss da durch und man muss auch gewisse Sachen lernen.
00:12:42: und die lernt man nur, wenn man die Sachen erlebt und mit dabei ist und von den älteren Kollegen lernt, aber nichtdestotrotz die Zeit vergeht ja schnell.
00:12:53: Und das Privatleben geht verloren.
00:12:55: Das ist auch in meinem Fall so gewesen.
00:12:58: Und irgendwann stellte ich mir die Frage, okay, wie kann ich das jetzt weitermachen?
00:13:03: Und dann kommt eben, kamen die Gedanken, vielleicht die Schweiz.
00:13:08: Also ich habe eigentlich alle andere Optionen vor noch, ja, jetzt vor über zwei Jahren, nicht in Erwägung gezogen.
00:13:16: Für mich war der Weg in die Schweiz.
00:13:20: Das kam aber anders.
00:13:25: Du hast dich dann intensiv mit der Schweiz beschäftigt.
00:13:28: Du hast zuerst die Anerkennung in der Schweiz gemacht und dann später dich für Spanien entschieden.
00:13:35: Wie waren da die Erfahrungen?
00:13:37: Das war alles innerhalb von der kürzesten Zeit, weil ich war fest entschieden, wie gesagt, zu der Zeit, weil ich in der Honorar-Anästhesie und zu der Zeit, weil ich fest entschieden, ich seh'n die Schweiz, da arbeitet auch meine beste Freundin, die ist Kirurgung, in Nehe Zürich.
00:13:51: Also ich hatte schon ein bisschen auch ihre private Eindrücke, nicht nur von Arbeitsleben, aber auch von der Privatsphäre.
00:14:01: Wie ist das Leben so in der Schweiz?
00:14:03: Und da habe ich mich für die Anerkennung entschieden.
00:14:06: Das ging auch absolut alles problemlos.
00:14:09: Also wenn man vor allem Verharzausbildung in EU-Ländern gemacht hatte, das ist gar kein Problem.
00:14:16: Man geht auf die Mabiko-Seite, kann man sich die Unterlagen problemlos herunterladen, alles ausfüllen, zuschicken und sobald die Zahlung bei der Mabiko eingetroffen ist, war die Anerkennung auch eine Woche später da.
00:14:32: Also das war alles gar kein Problem.
00:14:34: Und derzeit war ich auch im Urlaub und ich kannte schon die kanarischen Inseln, aber die Lanzarote nicht.
00:14:41: Und dann bin ich auf Lanzarote gekommen, um Urlaub zu machen.
00:14:45: Ja, und so hat das Ganze angefangen.
00:14:49: Ich habe davor auch extrem viel gereist und vieler Länder gesehen, aber eben diese Insel hat mich total verzaubert.
00:14:58: Ich bin hier innerhalb von einem Monat dreimal angereist.
00:15:02: Und wo ich das dritte Mal am Flughafen saß und schon zurück nach Deutschland fliegen wollte, hat mir so gedacht, das wäre eigentlich was.
00:15:11: Wenn ich hier so vielleicht in fünf Jahren über Winter kommen würde und vielleicht mal könnte ich erst mal hier überwinteren, privat.
00:15:21: Und dann habe ich mich damit auseinandergesetzt, welche Arbeitsmöglichkeiten gibt es denn hier auf den Kanaren?
00:15:28: Und nämlich, das ist eine komplett andere Welt, so der, der hier aus Deutschland oder Schweiz kennt.
00:15:36: Hier funktioniert das Gesundheitssystem absolut anders und es gibt ganz andere Arbeitsmöglichkeiten für die Ärzte.
00:15:44: Das musst du jetzt erzählen.
00:15:45: Also anders klingt ja für dich besser.
00:15:48: Also was hat dir denn gefallen jetzt in den kanarischen
00:15:52: Insen?
00:15:52: Ich glaube nicht für jeden besser.
00:15:55: Also vor allem mir hat das Leben hier extrem gut gefallen.
00:15:59: Es ist einfach hier eine ganz andere Welt.
00:16:02: Die Zeit ist hier so ein bisschen stehen geblieben.
00:16:04: Man muss sich, ich sage das auch jetzt nach zwei Jahren, man muss sich um viel weniger Sachen Gedanken machen oder Sorgen machen.
00:16:13: Das Leben ist ganz einfach hier, aber ganz einfach angenehm.
00:16:17: Und wenn es um das berufliche geht, es gibt das private Gesundheitssystem, was ganz streng getrennt ist von den normalen Gesundheitssystem.
00:16:28: Und ich hätte jetzt die Möglichkeit, in das öffentliche System einzusteigen, was relativ schwierig ist, weil man bewirbt sich das, weil man bewirbt sich hier.
00:16:41: Und wenn es um die kanarische Insel geht, Die Ärzte kamen es für alle kanarische Insel zuständig.
00:16:49: Und zum Beispiel, wenn ich jetzt als Anästhesisten im Krankenhaus auf Lanzarote arbeiten würde, aber jetzt auf Tenerifar besteht gerade Notstand an Intensivmedizinern oder Ärzten, wäre ich dahin versetzt.
00:17:06: Also es ist nicht so einfach, die Bezahlung, das muss man sich auch bewusst sein, ist viel viel viel viel weniger als in Deutschland oder in der Schweiz, aber das Leben hier ist auch viel billiger.
00:17:19: Man braucht einfach vieles nicht und viele Sachen sind einfach billiger und es ist ausreichend.
00:17:25: Das normale Gesundheitssystem, da wird natürlich dickchen weniger bezahlt als in den privaten System.
00:17:33: Und jetzt in privaten Systemen Hätte ich auch die Möglichkeit, in einem Kanghaus als Anastasisten zu arbeiten.
00:17:41: Zu der Zeit kannte ich noch vor zwei Jahren, aber nicht wirklich spanisch.
00:17:45: Und hier, Pünktchen, ja, ist es möglich, die Anerkennung in Spanien zu bekommen, ohne die Sprache zu kennen?
00:17:51: Ja, korrekt.
00:17:53: Das ist möglich.
00:17:55: Das ist problemlos möglich.
00:17:56: Und zu der Anerkennung noch ganz kurz, die ist auch hier absolut problemlos.
00:18:01: Und die geht innerhalb von... Kürzeste Zeit ist man hier aneckern.
00:18:05: Man muss natürlich nur alles übersetzen.
00:18:07: Man schickt im Prinzip die ersten Unterlagen nach Madrid zu Ministeriosanidad.
00:18:12: Das ist Gesundheitsministerium einfach und die Anerkennen das.
00:18:17: Und dann, wenn man auf die Kanaren arbeiten will, muss man nochmal die Anerkennung auf den Kanaren machen.
00:18:22: Also das heißt nicht, dass man in Spanien, also aufs Festland, aneckert worden ist, dass die einen hier auch auf den Kanal anerkennen.
00:18:31: Das sind so ein bisschen Befindlichkeiten.
00:18:33: und das fand ich auch ganz witzig, weil zum Beispiel hier in der Ärztekammer ist mir gesagt worden, ja, die Approbation, die deutsche Approbation kann nicht stimmen, weil die ja von der Landesärztekammer und nicht von der Bundesärztekammer ausgestellt worden ist.
00:18:46: Und dann habe ich einfach ein Telefonat getätigt und habe gesagt, das ist aber so bei uns.
00:18:52: Dann hat die Dame gesagt, alles klar, okay, sie haben morgen ihre Approbation.
00:18:56: Ja, sind einfach andere Autonomien wahrscheinlich auch, die wollen nicht alles von Madrid entschieden haben, da wollen sie einfach selber auch nochmal entscheiden.
00:19:05: Korrekt,
00:19:05: korrekt, korrekt, korrekt.
00:19:07: Das heißt, die geben dir die Approbation, die Anerkennung und du darfst dann selbstständig Spanisch lernen, das mit deinem Arbeitgeber absprechen, das privat machen quasi.
00:19:19: Also das wird dann quasi von Arbeitsgeber entschieden, ob man die Personen halt nehmen will oder nicht nehmen will.
00:19:27: Natürlich würde keine empfehlen, v.a.
00:19:29: mit der Anästhesie oder in spanischen Gesundheitswesen zu arbeiten, ohne die Sprache zu kennen.
00:19:34: Jetzt finde ich eine Sprache mächtig.
00:19:36: Also jetzt könnte ich mir das überlegen.
00:19:38: Damals kam das aber für mich nicht in Frage.
00:19:42: Selbst wenn mich jemand damals nehmen würde, als Patientensicherheit würde ich das nicht machen, weil das ist extrem wichtig, wirklich fließend in der Sprache zu sein.
00:19:51: Also habe ich gesehen, dass auf Lanzarota eine deutsche Arztpraxis ist.
00:19:56: Und die habe ich angeschrieben.
00:19:58: Und nun mal meine Idee war, wie gesagt, am Anfang hier in gewisser Zeit einfach über Winter zu kommen und vielleicht erst mal gucken, wie das hier so läuft, ein bisschen in Aushilfe.
00:20:09: leisten.
00:20:09: und dann hat mein aktueller Chef gesagt, ja, vielleicht wäre das möglich, aber der braucht dringend jemanden, der hier arbeitet.
00:20:17: Und dann habe ich mir kurzerhand entschieden, hier nochmal zu fliegen, mir die Klinik anzuschauen und habe mich innerhalb von, Verzeihung, innerhalb von kürzester Zeit entschieden, auf die Insel zu ziehen.
00:20:28: Und ich bin innerhalb eines Monats habe ich alles in Deutschland abgeschlossen und auf die Insel gezogen.
00:20:35: Also wie man sieht, Es kann auch sehr schnell gehen und wenn man sich da ein bisschen reinfuchst, wird das auch unproblematisch.
00:20:44: Was hier sehr angenehm auf auf den Kanal ist oder auf Lanza Rote, besonders weil es eine kleine Insel ist, wenn man die Behördengänge macht, ist das ein sehr angenehmer Prozess, weil... Die Stimmung ist hier sehr familiär, dadurch dass das, wie gesagt, noch mal eine kleine Insel ist und man hilft sich auch gegenseitig mit verschiedenen Sachen.
00:21:06: Das war absolut problemlos.
00:21:08: Das war sehr angenehm, nett und problemlos.
00:21:12: Bis gleich Teil der Gemeinde geworden, sozusagen, vom Gefühl her.
00:21:17: Ja, das geht hier extrem schnell, weil wie gesagt ... Man muss auch dazusagen, weil man denkt sich so, das merke ich auch dadurch, dass ich jetzt, also muss ich dazusagen, jetzt arbeite ich seit... seitdem ich hier bin, nicht mehr als Anästhesisten, sondern als Allgemeinmedizinerin.
00:21:35: Und man muss dazu sagen, dass es vor allem den Touristen nicht bewusst, die hier vor allem mit chronischen Krankheiten kommen.
00:21:41: Man denkt sich, ja, Spanien, wenn mir irgendwas passiert, wird mir auch geholfen.
00:21:47: Man muss sich aber bewusst sein, ich glaube, dass es in jedem Land so das Gesundheitssystem, das heißt die Ressourcen wie das Notfallsystem, das heißt Krankenwagen, Notarzt.
00:21:58: im Krankenhäuse wird auf die Einwohnerzahl eingewechnet und nicht auf die Besucherzahl.
00:22:04: Und wir haben auf der Insel rund setzigtausend Einwohner und die jedes Jahr kommen über drei, vier Millionen Touristen auf die Insel.
00:22:13: Und wir haben ein Krankenhaus, ein zentrales Krankenhaus und da sind auch nicht alle Fachrichtung vertreten.
00:22:21: Wir haben keine Neuroschirurgie, wir haben keine Gefäßchirurgie.
00:22:26: Wir haben keine Augenklinik.
00:22:29: Das heißt, wenn in der Hinsicht irgendwelche Notfälle passieren oder auch wir dann eine weitere spezialistische Abklärung brauchen, wir müssen die Patienten nach Gran Canaria oder Teneriffa schicken.
00:22:44: Also diese Vorgang ist schon etwas komplizierter.
00:22:49: In der Hinsicht ist das absolut und definitiv anders als... ... in Deutschland oder in der Schweiz, wo alles viel einfacher ... ... erreichbar ist auch.
00:22:58: Deswegen wolltest du erst am ... ... nur im Winter arbeiten, wo nicht so viele ... ... Touristen da sind, weil im Sommer ist dann wahrscheinlich
00:23:04: ... Leider ist das umgekehrt, also ... ... der Winter
00:23:07: ist sehr arbeitsreich.
00:23:13: Ja, korrekt.
00:23:15: Wenn ich das, wenn ich jetzt so höre, ... ... ich würde jetzt mal sagen, wenn ich kritisch wäre, ... ... würde ich sagen, ja okay.
00:23:20: Da ist schön warm.
00:23:21: Du hast selbst gesagt, man verdient deutlich weniger.
00:23:25: Es macht Freude.
00:23:28: Aber wenn ich jetzt ein Arzt bin, der sehr auf die Karriere achtet, dann würde mir sofort die Frage kommen, aber du verzichtest doch jetzt auf
00:23:36: Geld.
00:23:36: Also in der Schweiz würdest du erst mal mehr verdienen, du hättest.
00:23:40: Genau das, wie du sagst, du hättest alle Spitäler, du hättest eine Gesundheitsversorgung, du hättest nicht noch eine Sprache lernen müssen, du hast die Anerkennung ja auch schon gehabt, du hast auch schon Geld ausgegeben.
00:23:52: Warum ist es dann vielleicht etwas mehr ein Gefühl, eine spontane Entscheidung?
00:23:58: Jetzt frag ich dir einfach, ich war nicht hier.
00:24:01: Jetzt sage ich dir, wie mein Arbeitsalltag aussieht.
00:24:04: Und dann, glaube ich, wird das für alle klar.
00:24:07: Ich mach's Mikro aus, sonst stöne ich die ganze Zeit.
00:24:12: Also, ich sag von vorne an für meine Kolleginnen und Kollegen, für die Karriere wichtig ist.
00:24:20: Und es ist natürlich nichts für die.
00:24:24: Ja, es gibt hier nicht die Möglichkeit, wie in Deutschland oder in der Schweiz wirklich mal Karriere in der Medizin zu machen.
00:24:31: Für mich war das nie wichtig.
00:24:33: Also ich wusste von vorn heran, das ist nicht das, was ich für mich einfach in meinem beruflichen Leben für mich wünsche.
00:24:42: Und jetzt zu der Frage zurück, wie mein Alltag aussieht.
00:24:46: Also hier ist gerade auf Lanzarote acht Uhr ein und weiß ich.
00:24:51: Ich fahre meine Arbeit jeden Tag an.
00:24:53: um zehn Uhr.
00:24:55: Ich arbeite in drei verschiedenen kleinen Börchern hier auf der Insel und vor der Arbeit gehe ich jeden Tag erstmal in den Kaffee und Kaffee trinken, setz mich ans Meer, Kaffee kostet hier ein Euro, ein Euro zwanzig.
00:25:11: Dann mache ich einen Spaziergang, das Wetter ist hier immer super.
00:25:15: Dann gehe ich ganz gemütlich.
00:25:16: um halb zehn bin ich in der Klinik, bereite mir meine Patienten vor.
00:25:21: Und um vierzehn Uhr, vierzehn Uhr um dreißig ist meine Arbeit erledigt.
00:25:25: Dann habe ich ganz viel Zeit, um sich für meine, ja, um meine Hobbys auszuleben, um mein Privatleben zu leben.
00:25:34: Amt ist ja lange hell.
00:25:36: Hier ist die Kultur auch ganz anders.
00:25:39: Man ist ja gerne draußen.
00:25:41: Man unternehmt sehr gerne Sachen.
00:25:43: Das heißt, der Tag ist jeden Tag lang.
00:25:46: Und ich habe das Gefühl, ich erlebe jeden Tag was.
00:25:50: Und hier muss ich sagen, für mich habe ich die richtige Balance gefunden.
00:25:54: Ich habe wirklich jeden Tag gehe ich mit großer Freude zur Arbeit.
00:25:58: Ich mache die Arbeit sehr gerne.
00:26:00: Man muss auch dazu sagen, in so einer Hausarztpraxis hier auf der Inseln hat man wirklich ein ganz buntes Bild von Krankheiten.
00:26:07: Also man ist nicht wirklich unterfordert, weil man hier schon wirklich alles auch gesehen hat.
00:26:13: Und gleichzeitig habe ich extrem viel Zeit, auch ehrenamtliche Sachen zu machen, mich um meine Familie zu kümmern, meine Hobbys auszuleben, zu reisen.
00:26:23: Also, ich glaube, damit ist die Frage auch sehr gut beantwortet, weil diesen Ausgleich hatte ich tatsächlich in Deutschland nicht gehabt.
00:26:32: Da war mein Tag um zwanzig Uhr zu Ende und da habe ich noch ein paar Kräfte gesammelt, um wirklich die nötigsten Sachen zu erledigen.
00:26:40: Und das war es eigentlich für mich.
00:26:42: Und hast du dann in der Schweiz schon mal geguckt, wie es in der Schweiz gewesen wäre?
00:26:46: oder war dann für dich spontan am Flughafen klar, jetzt bleibe ich hier?
00:26:52: Das war wirklich für mich eine Herzensentscheidung, weil ich habe in dem Moment wirklich zurück und das ist das, was ich auf jeden Fall gerne ausprobieren würde.
00:27:04: In der Schweiz, wie gesagt, habe ich mich auch umgeschaut, habe ich ganz viele Angebote bekommen und ich kenne das auch von meinen besten Freunden, die in der Schweiz schon seit, glaube ich, jetzt acht Jahren lebt und Kirogen ist, wie der Alltag da auch so aussieht.
00:27:18: Ich glaube, es ist nicht so wahnsinnig viel Unterschied zu Deutschland.
00:27:24: Und man muss auch dazu sagen, wenn man auch in einem normalen Gesundheitssystem hier arbeitet, die Arbeitswoche, also die reguläre Arbeitswoche hat hier siebenund dreißig, fünf Stunden.
00:27:34: Das ist die reguläre Arbeitswoche.
00:27:36: Ja, das sind viele europäische Länder vom Arbeitsrecht deutlich gewerkschaftlicher orientiert, als das in der Schweiz beispielsweise der Fall ist.
00:27:43: Ja.
00:27:45: Mich würde noch ein was interessieren.
00:27:46: Jetzt ich, ich kenne ja die kritischen Stimmen, die dann sagen, ja gut, du saß da am Flughafen.
00:27:54: Offensichtlich konntest du relativ alleine entscheiden, vielleicht ohne Familie, musst du ja nicht reingehen, aber du konntest, du musst es auf niemand andern aufpassen.
00:28:02: Ich kann das ja nicht, ich habe noch einen Partner, der hat einen Beruf, ich habe noch Kinder etc.
00:28:09: Du hattest doch aber bestimmt auch Bedenken.
00:28:13: Also ich muss sagen,
00:28:15: du hast einfach gesagt,
00:28:16: nein.
00:28:16: Also ich bin für mich, das liegt aber an meinem Charakter, wenn ich irgendwas fühle oder mich über irgendwas Gedanken gemacht habe und ich weiß, das will ich, dann wird das auch gemacht.
00:28:29: Und da bin ich nicht so ein Mensch, der nachdenkt.
00:28:32: Also ich habe das mir natürlich ausgerechnet, wie das für mich finanziell wird, kann ich mir das leisten.
00:28:38: Das war das einzige, wo ich da wirklich sehr analytisch war.
00:28:42: Alles andere war, ich probiere das mal aus.
00:28:45: Ich kann immer zurück, wenn es hier nicht funktionieren wird, aus irgendeinen Grund, aus kulturellen Grund, aus was auch...
00:28:53: Was auch immer.
00:28:54: Man weiß ja nicht, was kommt.
00:28:56: Genau, man weiß ja auch nicht.
00:28:58: Und Urlaub ist ja natürlich anders als hier zu leben.
00:29:02: Aber ich hatte da gar keine Bedenken.
00:29:04: Und die Chance habe ich einfach genutzt.
00:29:06: Und wie gesagt, das Einzige, wo ich wirklich sehr analytisch war, war die finanzielle Seite.
00:29:10: Die habe ich mir ausgerechnet.
00:29:11: Das war ausreichend.
00:29:13: Und ja, dann habe ich den Schritt gewagt.
00:29:15: Zu Deine Frage.
00:29:17: Also tatsächlich, ich habe selber keine Familie, keine Kinder für mich, was einfach.
00:29:21: Hab aber Kollegen, die mit mir zusammenarbeiten, die... Familie haben.
00:29:27: Also einen, mein Arbeitskollege, der ist aus Deutschland hierher gekommen und der andere Arbeitskollege ist aus Schottland hierher gekommen.
00:29:34: Ist eigentlich in Schwede, der lange auch in Schottland gearbeitet hatte und der ist hier mit seiner Familie und Kindern gekommen.
00:29:40: Die einzige Frage, die man sich noch mal stellen muss, ist die finanzielle Seite.
00:29:44: Was habe ich für Verpflichtung in Deutschland noch?
00:29:46: Vielleicht ein Kreditenhaus, sonst irgendwas Eltern.
00:29:51: Wenn man hier als Paar auswandert, die finanzielle Seite wird wirklich essentiell sein.
00:29:57: Die muss man gut überlegen, was kann mein Partner hier auch arbeiten.
00:30:02: Am besten ist natürlich, wenn man hier einen Online-Job hat, wenn man von Nordeuropa kommt, weil da kann man noch einen guten Gehalt haben und hier zu leben.
00:30:11: Hier vor Ort gibt es nicht viele Möglichkeiten, um ehrlich zu sein.
00:30:15: Für andere Berufe, für die Kinder.
00:30:19: Wiederum ist es hier extrem einfach.
00:30:21: Hier gibt es ein super gutes Schulsystem und es gibt auch internationale Schulen.
00:30:27: Wenn es um Bildungssystem hier geht, ist das wirklich sehr gut.
00:30:31: Das höre ich von allen Eltern, von meinen Kollegen, die Kinder haben oder von Kindern, die hier groß geworden sind.
00:30:39: Das ist wirklich absolut problemlos.
00:30:41: Es gibt Schulen, wo auf Englisch unterrichtet wird, kommen auch noch mehrere Sprachen dazu.
00:30:48: Wie chinesisch zum Beispiel, das wird hier in den Schulen unterrichtet.
00:30:51: Deutsch, spanisch natürlich.
00:30:54: Ja, also mit Kindern ist das gar kein Problem hier.
00:30:58: Ich sage auch immer, für die Kinder ist Auswandern nicht das Problem.
00:31:00: Das sind meistens die Eltern, die große Ängsten und Sorgen haben.
00:31:06: Ich finde es nur sehr interessant.
00:31:08: Das heißt, die Frage, dass du irgendwas bereust, die stellst du dir wahrscheinlich auch gar nicht.
00:31:12: Dass du irgendwas vermisst.
00:31:13: Du lebst das jetzt einfach?
00:31:15: Nein.
00:31:15: Und wie du sagst, du kannst ja in Deutschland wiederarbeiten, du kannst in Polen arbeiten, du kannst in der Schweiz arbeiten.
00:31:21: Wenn irgendwann was ist, wo du sagst, warum auch immer ich möchte was anders machen, steigst du wieder in Flieger und sagst, okay, mach ich jetzt.
00:31:28: Also ich muss auch sagen, egal was ich so in meinem Leben erlebt habe, ich habe nichts davon bereut.
00:31:34: Es war alles, wenn ich... Jetzt zurückblicke auch mein Leben.
00:31:38: Es war alles genauso, wie es sein sollte und alle Puzzleteile haben sich einfach zusammengefügt, weil ich muss auch sagen, ohne diese Auswanderung nach Deutschland.
00:31:47: wäre auch nicht möglich, hierherzukommen, weil ich habe eben diese deutsche Erfahrung gebraucht, diese deutsche Sprache gebraucht, um zum Beispiel in dieser Klinik hier zu arbeiten.
00:31:56: Das kann man sich so spinnen, wie man will.
00:31:58: Aber im Prinzip ist alles so gelaufen, wie es sein sollte.
00:32:01: Und ich habe keine von den Auswanderungen bereut.
00:32:06: Das war alles eine sehr gute Erfahrung, wie das dem im Leben so ist, gibt es auch.
00:32:11: Guter Zeiten, schlechte Zeiten, die braucht man beide, um uns einfach weiterzuentwickeln.
00:32:18: und alle Auswanderungen, beide Auswanderungen waren sehr bereichernd und ich habe extrem viel gelernt und das hat mich sehr weitergebracht, hat mir sehr viel geholfen.
00:32:30: Und die Zeit hier in Spanien ist einfach toll.
00:32:33: Ich habe das keine Sekunde bereut, ich habe keinen Moment Gedanken gehabt.
00:32:38: Das fehlt mir oder jenes fehlt mir oder wie soll das weitergehen?
00:32:41: Nein, also es ist im Moment absolut richtig, aber ich schließe in meinem Leben gar nicht aus.
00:32:48: Ich probiere auch gerne aus, ich entwickel mich gerne weiter und man weiß ja nicht, was im Leben noch so auf mich zukommt.
00:32:55: Also ich bin für alles im Leben offen, aber die Zeit hier ist im Moment wunderschön und das war absolut die richtige Entscheidung.
00:33:03: Ja, das hilft dir dann auch, den Kaffee am Morgen zu genießen, weil dann musst du nicht übers... Ja, du musst... Ja, du hast ja nicht den Gedanken, was könnte ich noch, sondern du bist jetzt in dem Moment da, das ist deine Insel, dann musst du nicht übermorgen, übermorgen, das kannst du dann später machen.
00:33:18: Und dafür sage ich dir auch echt lieben Dank, Mariette,
00:33:21: weil ich glaube,
00:33:24: ich kann hier auch nur noch mal empfehlen, die Folge mit Benjamin Scheuschner noch mal nachzuhören, wessen noch nicht gehört.
00:33:30: Als jemand, der vor dir quasi
00:33:31: im Podcast...
00:33:32: eine Folge rausgebracht hat, der in Deutschland eine Praxis gekauft hat als allgemein Mediziner, der seinen eigenen Weg geht.
00:33:41: Der hat nämlich auch an zwei Tagen die Wochen erst um zehn anzuarbeiten.
00:33:44: Deswegen hört auch mal die Folge an, das ergänzt sich wunderbar.
00:33:49: Weil ich glaube, das ist ein Punkt, den ich mitnehmen, was du gesagt hat.
00:33:53: Die Frage ist, was will ich eigentlich jetzt gerade?
00:33:58: Du hast gesagt, vor zehn Jahren wolltest du was anderes, da war die Ausbildung wichtig.
00:34:04: Jetzt ist es okay, ich spüre, ich habe auch nicht nur ein Berufsleben, ich muss nicht nur in der Klinik sein, um irgendwie als Mensch, Ärztin wahrgenommen zu werden, sondern ich habe andere Bedürfnisse.
00:34:18: Wo kann ich die erfüllen?
00:34:19: Und da darf man ja so ehrlich sein, es ist nicht in jedem Zeitpunkt oder für jeden Person, Typ, Arzt, Ärztin.
00:34:27: auch die richtige Entscheidung, nach Spanien zu gehen oder in die Schweiz zu gehen.
00:34:32: Man kann sich auch verwirklichen in Deutschland.
00:34:35: Du wirst auch nach Polen zurückgehen können.
00:34:37: Und das nehmen wir auf jeden Fall aus dieser Folge mit.
00:34:39: Ich danke dir dafür.
00:34:43: Und wenn du zuhörst, empfehle wirklich diese Folge weiter, weil sie ja, sie geht eben in das rein, was es auch ist, das Leben und ihr seid Ärzte und Ärztinnen und ihr helft anderen Menschen das Leben wieder zu genießen.
00:34:57: Vergesst dabei euer Leben nicht.
00:34:59: Wenn ihr mehr wissen wollt über das Leben und Arbeiten in der Schweiz oder wie ihr diesen Prozess durchmacht, www.docsgoswiss.ch, da findet ihr mich.
00:35:10: Ich wünsche euch viel Gesundheit, danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.
00:35:14: Ciao, euer Martin.
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