#86 Scheinwelten, Glaubenssätze & 8.000 LinkedIn-Kontakte löschen - Martin im Interview

Shownotes

Eine besondere Episode: Martin Werner ist diesmal nicht Host, sondern Gast bei Esther Vynograd (Inside Medizinberatung). Das Gespräch entwickelt sich in zwei Richtungen: Teil 1 über Auswandern in die Schweiz. Teil 2 über Martins Business-Journey, Fehler, Learnings und radikale Kursänderungen.

In dieser Folge erfährst du:

TEIL 1: Auswandern in die Schweiz

  • Warum Martin DocsGoSwiss gegründet hat (Corona, eigene Erfahrung, Frustration)
  • Falsche Erwartungen an die Schweiz (nicht alle Probleme verschwinden)
  • Was die Schweiz wirklich besser macht (4 Patienten/Stunde statt 6-8)

TEIL 2: Business, Glaubenssätze & radikale Entscheidungen (DER KERN)

  • Warum er 1.000+ LinkedIn-Kontakte gelöscht hat
  • Seine größten Fehler in 4 Jahren Selbstständigkeit
  • Glaubenssätze aus der Schulzeit (und warum sie schaden)

Die wichtigsten Learnings:

  1. "Alles, was du in der Schule gelernt hast, mach genau anders rum" "Das Wissen, was wir vermeintlich gelernt haben, sind Glaubenssätze. In der Schule haben wir gelernt: Keine Fehler machen, nicht mit anderen zusammenarbeiten, perfekt sein. Das ist alles totaler Blödsinn, wenn du selbstständig bist."

Seine Erkenntnis: Schnell ausprobieren > Perfekt planen. Fehler machen > Fehler vermeiden. Kooperieren > Einzelkämpfer.

  1. "Ich hatte 8.000 LinkedIn-Kontakte - und habe 1.000+ gelöscht" "Ich war frustriert. Da waren Menschen, die überhaupt nichts von mir wollten. Virtuell Kaffee trinken, aber keine echte Verbindung. Ich habe dann angefangen: Wer ist überhaupt Arzt? Wer passt zu mir? Und habe radikal gelöscht."

Das Ergebnis: Weniger Kontakte, MEHR Reichweite. MEHR echte Anfragen.

  1. "Schnell ausprobieren > Perfekt planen" "Ich habe den neuen Newsletter mit einem einfachen Tool gemacht. Nicht 5 Wochen geplant, sondern schnell umgesetzt. Klar, vielleicht ist es Option B oder C - aber es funktioniert. Und ich habe 100 Kunden gewonnen, während andere noch an ihrer 10.000€-Website basteln."

  2. "In Marokko kam der Wendepunkt" "Ich hatte Anfragen von Ärzten, denen es nur ums Geld ging. 3x, 4x Gehalt. Aber keine echten Kunden. Ich war frustriert. Meine Gesundheit litt. Und ich dachte: Martin, du hast dich nicht selbstständig gemacht, um im selben Hamsterrad zu sein wie vorher."

Seine Reaktion: Radikal umgesteuert. Keine Termine mehr am Wochenende. Nur noch Kunden, die wirklich Veränderung wollen. Bauchgefühl > Umsatz.

  1. "Das Schweizer Fernsehen kam genau zum richtigen Zeitpunkt" "Zwei Tage, nachdem ich entschieden hatte, alles anders zu machen, kam der Anruf. Schweizer Fernsehen. Ob ich nicht ins Fernsehen möchte. Aus dem Nichts. Ich war in Marokko, schlechtes Internet, alles im Umbruch. Aber es passte."

Seine Erkenntnis: Wenn du klar bist, kommt das Richtige von allein.

Seine Projekte für 2026:

  • 30-Tage-Mentoring (statt 14 Tage - Kundenfeedback!)
  • Verhandlungscoaching für Ärzte in der Schweiz
  • Mehr Newsletter, weniger Social Media

Sein wichtigstes Zitat:

"Wenn du Ärzte erreichen willst, musst du sie menschlich treffen. Du musst verstehen, was sie wollen. Und du musst erklären können, warum du das liefern kannst. Das kann die hässlichste Website der Welt sein - wenn du den Text hast und die glaubhafte Botschaft, werden die Leute das anschauen."

Mehr Klarheit für deine Auswanderung gibt es mit Martins kostenlosem Auswander-Leitfaden bei der Newsletter-Anmeldung auf www.docsgoswiss.ch

Transkript anzeigen

00:00:07: Ich darf dich mitnehmen zu einer neuen Folge von DocsGoSwiss, deinem Auswanderpodcast für dich als Arzt oder Ärztin auf dem Weg in die Schweiz.

00:00:17: Mein Name ist Martin Werner und ich nehme dich diesmal mit auf eine Folge, bei der ich als Gast interviewt wurde.

00:00:27: Immer etwas Besonderes für mich und eine Folge ja zu meiner eigenen Schande, die bereits im letzten Jahr im Sommer-Spätsommer aufgenommen wurde.

00:00:37: Und zwar war ich Gast im Podcast Inside Medizinberatung von Esther Vynograd.

00:00:44: Und ich habe mit Esther im letzten Jahr gesprochen und die Themen sind immer noch brandaktuell.

00:00:51: Also, Reinhörst, was erwartet dich?

00:00:54: Zum einen haben wir im ersten Teil darüber gesprochen, warum ich DocsGoSwiss und die Beratung für dich gegründet habe.

00:01:03: Fallstricke und falsche Erwartungen an die Schweiz sind.

00:01:06: Also es geht viel um das Auswandern in die Schweiz, eigene Erfahrungen, die du mitnehmen kannst.

00:01:13: Und da wir dann sehr tief eingestiegen sind, in den zweiten Teil lade ich dich ein, auch den zweiten Teil mit zu verfolgen, wenn du wissen möchtest, was macht Martin Werner mit DocsGoswiss als Unternehmer aus, als Selbstständiger aus?

00:01:29: Was sind Business-Ideen?

00:01:31: Wo bin ich gescheitert?

00:01:33: Was sind Scheinwelten, die dir draußen im Vermittlungswesen begegnen?

00:01:38: Und wie gehe ich damit um?

00:01:39: Was habe ich gelernt?

00:01:40: Was sind meine Projekte fürs nächste Jahr?

00:01:43: Also wir haben aufgenommen, zwanzig, fünfundzwanzig, meine Projekte für zwanzig, sechsundzwanzig.

00:01:48: Da gehen wir wirklich sehr tief rein und du kannst viel mitnehmen über meine Gedankenwelt, meine Glaubenssätze und meine Herausforderung.

00:01:56: Lad ich dich herzlich ein, auch den zweiten Teil zu hören und zu genießen.

00:02:02: welche spannenden Frage mir Esther da gestellt hat.

00:02:05: Also die Frage stellt Esther, ich wünsche dir viel Spaß mit diesem Interview von mir.

00:02:12: Mein heutiger Gast ist Martin Werner.

00:02:14: Martin, du liebst mit deiner Familie selbst in der Schweiz und hilfst seit über vier Jahren Ärzten in Deutschland in die Schweiz auszuwernen.

00:02:21: Mit deinem Podcast DocsGoSwiss erreicht du zahlreiche Medizine, die darüber nachdenken den Schritt zu wagen und hattest auch da schon sehr viele interessante Gespräche mit anderen Gästen.

00:02:30: Du hast mit über zwei Hundert Ärzten dazu gesprochen und du warst sogar im Schweizer Fernsehen.

00:02:34: Martin, sehr schön, dass du heute da bist.

00:02:37: Ja, danke Esther für die Einladung.

00:02:39: Sehr gerne.

00:02:40: Das ganze Thema in die Schweiz auswandern und so weiter.

00:02:43: Es ist ja ein bisschen komplexer, als es auf den ersten Blick scheint.

00:02:46: Mir war tatsächlich selber lange gar kein Begriff, dass es Menschen wie dich gibt, die sagen, hey, Mediziner in Deutschland arbeiten sich teilweise kaputt.

00:02:54: Und in der Schweiz gibt es einfach währenddessen Chancen und Möglichkeiten, die für sie offen stehen.

00:02:59: Aber es ist gar nicht so einfach, als Arzt von einem Tag auf den anderen sein gesamtes Umfeld und die lokale Kultur zu ändern.

00:03:06: Und deshalb helfe ich Ihnen jetzt dabei.

00:03:08: Wie bist du denn zu der Idee gekommen, überhaupt das alles zu machen, was du jetzt tust?

00:03:13: Die Idee kam während der Corona-Zeit.

00:03:16: Da ging es ja vielen Leuten so.

00:03:18: Ich war im angestellten Verhältnis.

00:03:19: Ich war dann auf einmal im Büro zu Hause und hatte mehr Zeit darüber nachzudenken, was ich möchte.

00:03:26: Und Büro bei uns zu Hause heißt eben in Kreuzlingen auf der Schweizer Seite vom Bodensee, wo wir hingezogen sind, ausgewandert sind.

00:03:35: Meine Frau ist die Ärztin, die immer schon sagte, Martin, ich habe das jetzt in Deutschland erlebt, aber ich sehe die Chancen in der Schweiz, gerade mit den beiden Kindern, Arbeit und Familie besser unter einen Hut zu bekommen.

00:03:48: Und so kam dann irgendwann die Idee, ja irgendwie diesen Attentrang auch mal in eine Form von jener Beratung, nach Selbstständigkeit zu gießen und damit anzufangen.

00:04:00: die Tipps zu geben, die wir halt nicht hatten und die vielen Fettnäpfchen, in die wir reingetreten sind, weil wir gemerkt haben, ja, die Schweiz hat viel zu bieten, aber ja, ihr seht es halt anders.

00:04:14: und bevor man sich so entscheidet, mit einfach kam die Idee auf zu sagen, ja, dann mache ich mal eine Beratung nach dem Podcast dazu, wo ich Leuten einen Wort gebe, die den Weg gegangen sind.

00:04:28: um einfach ein bisschen Luft in dieses Dunkel zu bringen, wie das denn so ist in der Schweiz.

00:04:36: Okay, also war sozusagen der Antriebsgrund auch in persönlicher gewissermaßen, weil du selbst mit deiner Frau, ich glaube, du hast auch zwei Kinder, oder?

00:04:44: Genau, also mittlerweile haben wir zwei, ja.

00:04:47: Und dass ihr selber ausgewandert seid und dann war ich vielleicht selbst jemandem wie dich.

00:04:52: wie du sozusagen jetzt bist, gewünscht hättest, aber ihr so eine Person einfach nicht hattet und das du dann gedacht hast, okay, das, was wir damals nicht hatten, das kannst du aber für andere Leute sein?

00:05:01: Also das ist sicherlich mitgeschwungen.

00:05:03: Bei mir sind es, glaube ich, eher zwei andere Gründe, die so dominanter sind.

00:05:08: Zum einen habe ich halt über meine Frau gesehen, was Ärzte, Ärztinnen, aber auch andere Menschen im Gesundheitswesen jeden Tag leisten.

00:05:18: Und ich habe mir dann immer schon gedacht, oh mein Gott, wie behandeln wir denn diese Person?

00:05:23: Das war nicht nur während Corona so, sondern das war vorher auch schon so.

00:05:27: Wenn ich da meine Frau sehe, schon im Medizinstudium, dann die Weiterbildungszeit, wo ich schon immer das Gefühl hatte, meine Güte, also die Leute, die uns so wichtig sind, wenn es darauf ankommt, um wir heilfroh sind, dass wir vierundzwanzig Stunden rund um die Uhr ein Arzt irgendwo verfügbar haben.

00:05:46: Wie können wir zulassen, dass die Menschen so am Limit sind?

00:05:50: Und da hörst du Dinge wie ich bin Zustand nach Dienst.

00:05:54: Ich kann es mir persönlich gar nicht vorstellen, wie macht man eine Woche nach Dienst mit Familie?

00:06:00: Wie fühlt sich das an?

00:06:03: Das fand ich schon mal immer extrem schade, weil ich gedacht habe, ja, wenn wir da nicht aufpassen, verlieren wir die Leute.

00:06:10: Also wir verlieren die, die uns gesund machen sollen, verlieren wir, weil die selber krank werden.

00:06:15: Das war eine Motivation.

00:06:18: Und die andere war eher eine persönliche.

00:06:20: dann auch noch zu sagen, mir ging es auch lange so, dass ich so verschiedene Jobs gemacht habe und auch immer so nach meinem Glück in diesen anderen Städten, in den anderen Regionen, in den anderen Berufen gesucht habe.

00:06:35: Und ich gemerkt habe, ja, mir liegt eigentlich sehr daran, diese Erfahrung auch weiterzugeben, nicht nur wegzurennen.

00:06:43: Und irgendwo das neue Heil zu suchen, sondern sich dann irgendwann auch mal ehrlich die Frage zu stellen, was will ich denn eigentlich?

00:06:49: Ist das, was ich die ganze Zeit mache eigentlich das, was ich will oder ist es ein alter Reflex?

00:06:55: Und da auch das in die Beratung mit reinzunehmen, weil es einfach sehr, sehr viele Vorstellungen über die Schweiz gibt, die nicht immer richtig sein müssen.

00:07:02: Und ich finde es einfach schade, wenn ja dann vielleicht eine Familie dran hängt, Partner, Partnerin und Kinder und dann dann zieht man in die Schweiz nur um vielleicht ein Monat.

00:07:12: Ja, zwei Jahre später zu nähern, das war es überhaupt nicht wert.

00:07:16: Finde ich sehr, sehr grenzwertig.

00:07:18: Ja, absolut.

00:07:19: Also man trägt ja dann auch nicht nur die Verantwortung für sich selbst, sondern auch für, sag ich mal, das Wohlergehen seines oder seiner Gattin und der Kinder.

00:07:28: Ein ganz, ganz spannender Punkt, den du gerade angesprochen hast, ist das Thema, wie behandeln wir die Leute in unserem Gesundheitswesen?

00:07:35: die uns im Zweifelsfall am Leben halten.

00:07:38: Und dazu gibt es ein paar Studien, die ich sehr interessant finde, die nochmal das unterstreichen, was du auch selber gerade gesagt hast.

00:07:44: Also, laut einer Umfrage sind zurzeit, also ich glaube, die ist von im Jahr zweitausendfünfzehn, es hat sich wahrscheinlich seitdem verschlechtert, Zahnärzte, speziell.

00:07:55: Sechzig Prozent aller Zahnärzte sind nach eigenen Aussagen überdurchschnittlich gestresst und von diesen Sechzig Prozent dreißig bzw.

00:08:02: Zweiunddreißig Prozent sind auch

00:08:04: Burnout.

00:08:05: gefährdet oder zeigen die Anzeichen eines Burnouts.

00:08:08: Also, wenn man sich das mal überlegt, eine Berufsgruppe, wo jeder Dritte, richtig?

00:08:14: Ja, der Dritte.

00:08:15: Also, wenn du eine Praxis gehst und du sprichst mit neun Ärzten, drei davon werden Burnoutzeichen haben.

00:08:21: Ich glaube, das ist in keinem anderen Berufssegment so präsent wie im Gesundheitswesen und in der Pflege.

00:08:28: Also, und das finde ich tatsächlich extrem und ja auch.

00:08:32: sehr schade.

00:08:33: Und auf der anderen Seite kann man natürlich auch nicht plump sagen, okay, was ist jetzt die Lösung?

00:08:37: Ja, ich wandere einfach aus, sondern wenn man Probleme hat und eben wie du gerade gesagt hast, dass du dann früher irgendwie von einem Ort in den nächsten und irgendwie gedacht hast, ja, es liegt am Ort und ich muss einfach etwas Neues machen, ich muss hier was Neues ausprobieren, ich muss da was Neues ausprobieren, dann werde ich schon glücklich sein, dass das einfach ein Fehlschluss ist.

00:08:56: Und ich glaube, dass es super hilfreich ist, da jemanden zu haben wie zum Beispiel dich, der dann sagt, hey, ich bin selber diesen Weg gegangen.

00:09:02: Und ich habe für mich dieser Kenntnis gehabt und jetzt helfe ich dir dieser Kenntnis auch für dich zu finden.

00:09:07: Finde ich sehr interessant.

00:09:08: Also, glaube ich, ist auch sehr hilfreich für die Leute.

00:09:11: Jetzt hattest du gemeint, es ist problematisch, wenn man nicht aus einer Motivation heraus, sag ich mal, in die Schweiz auswandert, so dieses hinzu, sondern eher so dieses weg von, also nicht hinzu zu den neuen Möglichkeiten, sondern auch vor allem weg von, dass man vielleicht im Klinikum sich mit den ganzen vorgesetzt und von sich nicht gut versteht.

00:09:32: oder dort ist auch vorhin schon gesagt, dass man versucht sich die Rosinen aus Deutschland rauszupicken und dann in die Schweiz zu gehen und auch da nur die Rosinen rauszupicken und nicht das Gesamtpaket nimmt, dass das auch sehr nach hinten losgehen kann.

00:09:45: Was genau meinst du damit?

00:09:46: Also was genau kann nach hinten losgehen?

00:09:49: Motivation ist ja sehr, sehr unterschiedlich.

00:09:51: Da würde ich auch gar nicht sagen, da gibt es die bessere oder die schlechtere Motivation.

00:09:56: Es sind einfach Wahnsignale in Gesprächen, die mir sofort auffallen.

00:10:00: beispielsweise Streit mit dem aktuellen Vorgesetzten.

00:10:03: Es kann am aktuellen Vorgesetzten liegen, aber wenn ich jetzt schon das dritt oder vierte Mal die Stelle gewechselt habe, weil ich mit meinem Vorgesetzten Probleme habe, dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass ich in der Schweiz auch einen Vorgesetzten habe und dass ich auch mit dem in der Schweiz Probleme haben möchte oder haben werde.

00:10:21: Und da muss man wirklich einfach kritisch sein, entweder macht man das selber oder man hat Freunde oder eben Dienstleister von außen, die einem das mal spiegeln.

00:10:30: Wichtig ist einfach, dass man die Rucksäcke, die Probleme, die man zu Hause hat, nicht einfach mitnimmt, unreflektiert und sagt, naja, komm, das sind immer die anderen Schulden, das Gesundheitswesen ist schuld, mein Vorgesetzter ist schuld, das Krankenhaus ist schuld, wer auch immer schuld ist.

00:10:46: Das mag alles wichtig sein, aber auch in der Schweiz wird es schuldig gegeben.

00:10:50: Es gibt auch da einen gesetzlichen Rahmen, es gibt auch da ein Gesundheitswesen, es gibt auch da Kollegen, Mitarbeiter, wie auch immer.

00:10:57: oder Nachbarn, mit denen man sich streiten kann.

00:10:59: Und da muss man sehr ehrlich oder darf man ehrlich zu sich sein, ob das System oder der Rahmen, den die Schweiz bietet, beruflich, aber auch primat dazu beiträgt, dass ich meine Rucksäcke eher bearbeiten kann oder dass ich sie zur Seite stellen kann, weil es wirklich anders ist.

00:11:17: Oder habe ich sogar noch das Problem, dass die Rucksäcke befördert werden, weil ich zum Beispiel die Art und Weise der Führungskultur in der Schweiz nicht verstehe.

00:11:26: Das heißt, wenn ich mit meinem, ich sag jetzt mal, im Anführungszeichen alles, mit meinem ursprünglich deutschen Wissen einer Führung im Gesundheitswesen daherkomme, in Deutschland schon damit Anecke in die Schweiz komme und dort noch eine andere Führungskultur herrscht, dann ist die Wahrscheinlichkeit einfach groß, dass ich auch da wieder Anecke.

00:11:47: Und da, finde ich, ist eine Ehrlichkeit notwendig, die in der Medizin manchmal ein Tick zu kurz kommt.

00:11:56: Mir wird in der Medizin leider zu oft gejammert und die Schuld bei anderen gesucht.

00:12:03: Und das hat auch gute Gründe oder Ursprünge, wo das herkommt.

00:12:10: Aber jeder von uns ist noch selbst für sich verantwortlich.

00:12:14: Und wenn ich Arzt bin oder Ärztin bin, dann muss ich nicht alles mitmachen.

00:12:20: Ich muss auch nicht weiterarbeiten, wenn ich ... Burnout habe oder wenn ich krank bin.

00:12:27: Gerade in Deutschland habe ich das Recht mich krank schreiben zu lassen.

00:12:31: Und da passiert mir nichts.

00:12:32: Da behalte ich meinen Arbeitsplatz.

00:12:34: Das ist mein Leben.

00:12:36: Das ist nicht das Leben der Vorgesetzten oder der Patienten.

00:12:40: Das ist meines.

00:12:41: Und das ist sicherlich ein Thema, was in der Medizin daher rührt, dass wir Menschen haben in der Medizin, die sich um andere Menschen kümmern, sprich die andere Hilfsbedürftige an.

00:12:53: erste Stelle stellen und sich an zweite Stelle.

00:12:56: Aber es hilft halt niemanden auf Dauer nicht zu gucken, was es mein Bedürfnis, egal wo er ist, ob er in die Schweiz will, in Deutschland oder Praxis oder in einem Klinikbetrieb arbeitet.

00:13:09: Und da muss man einfach genau hinschauen, was möchte man in der Schweiz erreichen, was sind die Wünsche und Träume und ist das realistisch.

00:13:22: Geht das oder geht das vielleicht auch gar nicht, weil man es vielleicht irgendwo gehört hat.

00:13:27: Ja, ja, absolut.

00:13:30: Was

00:13:30: muss mit Interessieren wieder?

00:13:31: Also ich glaube auch, das ist sehr ein zentraler Aspekt, das zu sehen, was ist überhaupt realistisch, was sind meine Erwartungen und auch gewisses Erwartungsmanagement zu betreiben.

00:13:41: Jetzt hast du vorhin einen Punkt angesprochen, du hast gesagt, Ehrlichkeit kommt im Gesundheitswesen oft zu kurz und du hast auch eine Vermutung, woher das kommt.

00:13:51: Denkst du denn, wo liegt denn der Ursprung davon von dieser Tendenz?

00:13:54: Ich kann natürlich jetzt nicht sagen alle Ärzte, auch nicht viele, aber wahrscheinlich einige, dass sie sozusagen die Schuld erstmal im Außensuchen.

00:14:05: Also meine Einschätzung, meine Erfahrung ist die, niemand ist so oft die Welt gekommen.

00:14:12: Niemand hat damit sich entschieden, einen Beruf im Gesundheitswesen auszuüben oder Medizin zu studieren, sondern ich glaube, Der Startpunkt ist bei allen sehr ähnlich, die Motivation, Menschen helfen zu wollen.

00:14:25: Es ist eine extrem große intrinsische Motivation, die ich mir nicht durch Bücher oder sowas anlesen kann.

00:14:31: Also das muss ich haben oder ich hab's nicht.

00:14:35: Ich befürchte, dass das im Ausbildungssystem abtrainiert wird.

00:14:39: Also auf den Punkt gebracht, wenn ich Medizin studieren will, brauche ich ein Nummerus Klausus.

00:14:46: Das heißt, ich fange schon während der Schulzeit an, mich ... absolut auf Leistungen zu fokussieren und Leistungen immer an Noten gebunden.

00:14:54: Also es bringt mir gar nichts, wenn ich ein absolut kreativer Kopf bin, aber die Leistung im Schulwesen bestraft wird und ich dafür nicht die Note bekomme, um Medizins zu studieren.

00:15:05: Das heißt, wir haben vielleicht Menschen, die intrinsisch mega motiviert sind, anderen Menschen zu helfen, die aber die Schulleistung nicht erbringen und schon deswegen nicht Medizin studieren können.

00:15:17: Und im Medizinstudium ist es jetzt auch kein Geheimnis, dass wir dort darauf selektieren, dass ein Teil der Medizinstudienplätze zu viel ist.

00:15:26: Also wir müssen per Klausuren Schnittleute rauskicken, weil einfach die Betreuungsplätze nicht da sind, für Leute, die in Anführungszeichen zu schlecht sind.

00:15:37: Und da bin ich eben sehr vorsichtig geworden.

00:15:41: Das Ergebnis ist dann, dass wir junge Assistenzärztinnen bekommen, die Ja, dass auch alle schon nicht schaffen im Medizinstudium, also die, die dafür anfällig sind, diese Leistungsanforderungen, Bücher auswendig zu lernen, sich die Nächte um die Ohren zu schlagen, auf das Leben schon in der Studienzeit zu verzichten, die das nicht können, die schaffen das ja nicht.

00:16:05: Klammer auf.

00:16:06: Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht sogar die besseren Ärzte werden.

00:16:09: Klammer zu.

00:16:11: Okay, spannend.

00:16:14: Es ist einfach in dem Sinne besser oder schlechter gibt es glaube ich nicht, sondern es wäre ein anderer Typus Mensch, Arzt und Ärztin in der Kombination.

00:16:23: Wenn ich also das anschaue, ich habe die Schulzeit, ich habe die Studienzeit und dann kommt noch die Weiterbildungszeit, in der es nicht anders ist.

00:16:32: Ich muss mich in einen gewissen Prozess anpassen, damit ich die Facharztausbildung machen kann.

00:16:38: Und wenn ich dann glaube, irgendwann habe ich ja die Prüfung gemacht und jetzt bin ich frei und jetzt kann ich es machen, wie ich will.

00:16:44: Und jetzt bin ich endlich mal der gute Vorgesetzte und bin nicht so ein A-Punkpunkt gegenüber den anderen Assistenzärzten.

00:16:51: Ja, dann war ich vielleicht schon fünfzehn Jahre in diesem System und dann bin ich endlich auch mal jemand und dann trete ich auch nach unten.

00:16:58: Dann trete ich nach unten, dann trete ich den Kollegen, dann bin ich auch unfair gegenüber den Patienten und habe halt sehr, sehr, sehr viel investiert.

00:17:09: Und das verstehe ich absolut, ist absolut menschlich.

00:17:12: Wer so viel investiert hat, will irgendwann auch was zurück haben.

00:17:16: Und wenn ich dann merke, ich krieg aber nicht das zurück, was ich mir vorgestellt habe, dann ist die Gefahr groß, dass ich verbittert bin, dass ich unzufrieden bin und dass ich natürlich nicht anfange und sage, ja, die Schuld liegt bei mir.

00:17:31: Sondern ich sage, hey, ich habe alles gegeben, ich habe Leistung gebracht.

00:17:34: ist ja erwiesenermaßen, erbracht die Leistung ohne Frage.

00:17:38: Ja, aber jetzt merke ich im System komme ich damit auch an meine Grenzen.

00:17:43: Und das ist genau dann der Punkt, wo ich, weil ich es so gelernt habe, nicht sage, hey Ruppler, heute geht es mir nicht gut, ich lass mich krank schreiben, sondern ich sage.

00:17:53: Ja, hoppla, aber ich muss jetzt unbedingt noch Leistung bringen, weil sonst kriege ich die nächste Beförderung nicht, oder ich darf nicht operieren, oder ich kriege nicht die Zusatzweiterbildung etc.

00:18:02: Das heißt, ich gehe immer weiter auf Leistung und alles, was ich mir in den Weg stellt, ist natürlich schuldig.

00:18:08: Das ist ein Anführungszeichen.

00:18:11: Und das funktioniert halt sehr, sehr gut, weil es ankonditioniert ist, weil ich es nicht mehr merke.

00:18:18: Für mich ist einfach die Gefahr, es ist dann sehr wenig Reflektion drin.

00:18:22: Und das ist für mich ein Grund dafür, dass wir Ärzte und Ärztinnen haben, die sich bis zur Selbstaufopferung ja in den Dienst anderer stellen, aber

00:18:31: deswegen müssen

00:18:32: sie sich schlafen.

00:18:33: Ja,

00:18:34: absolut.

00:18:35: Also ich glaube so, das ist sehr, sehr spannend, wie du das aus diesem Blickwinkel mal beleuchtet hast.

00:18:40: Weil ich glaube, dass es sehr nützlich ist, das auch mal von dieser Perspektive zu sehen, zu wissen, okay, kein Mensch.

00:18:46: kommt so auf die Welt, sondern jeder Mensch ist ja irgendwie im Grunde in seinem Kern gut.

00:18:51: Und durch die Konditionierung, sage ich mal, durch das System, was dann einfach einen prägt über fünfzehn Jahre, wenn man dann da drin ist, verstehe ich, dass man dann am Ende einfach ein bisschen verbittert ist und nicht unbedingt als Erstes sagt, ja, die Schuld liegt bei mir, sondern ich habe doch alles richtig gemacht.

00:19:07: Warum bekomme ich nicht die Wertschätzung, die ich verdiene?

00:19:09: Ich glaube, Wertschätzung ist wahrscheinlich auch ein großer Faktor und vielleicht... ist jetzt eine Annahme von mir.

00:19:15: Suchen dann auch teilweise diese, dieser Arzt zum Beispiel jetzt aus deinem Beispiel, diese Wertschätzung, die sie in Deutschland nicht bekommen haben, dass sie denken, wenn ich nach in die Schweiz gehe, bekomme ich sie dann entweder in Form wirklich von Worten oder in Form von Geld oder in Form von Freiheit im Sinne von, dass man nicht mehr so viel arbeiten muss, aber irgendeine Art von Ausgleich, dass man sagt, ich habe jetzt fünfzehn Jahre geackert, jetzt verdiene ich doch einen Ort, an dem ich all das bekomme, was ich mir immer treuen habe oder was mir auch versprochen wurde.

00:19:41: Wie siehst du das ganz so?

00:19:43: Ja, also das sehe ich so.

00:19:44: Also es gibt natürlich viele Gründe, aber diese, ich wollte mal sagen, Sehnsucht endlich Arzt, Ärztin sein zu können und ein normales Leben zu haben.

00:19:54: Also ich darf Mutter sein, ich darf meine Hobbys haben, ich darf auch mal nicht funktionieren.

00:20:00: Das ist ein großes Thema, was immer mit schwingt bei der Schweiz.

00:20:06: Und wo auch immer Fragen kommen, wie nach dem Motto, wie Martin deine Frau hat ein Dienstplan, der ist ... drei Monate vorher rausgegeben und ... ... wie oft muss sie einspringen, da sag ich so ... ... einspringen?

00:20:18: Nee, vielleicht eines, zweimal ... ... im Quartal ... ... ich sag, die Personaldecke ist so gut ... ... und da merkt man natürlich ... ... auf der Gegenüberseite diese Sehnsüchte.

00:20:31: Und es hat natürlich auch was damit zu tun, ... ... wie du sagst, diese Wertschätzung ... ... ist aber auch die Frage ... ... was bin ich mir wert?

00:20:40: Die Schweiz hat eine andere Wertschätzung, ja?

00:20:42: Sie zeigt das auch in gewissen Punkten deutlich anders, dem Gesundheitswesen.

00:20:47: Nichtsdestotrotz muss ich mir als Arzt so der Erste in die Frage stellen, was bin ich mir denn wert?

00:20:52: Muss ich jeden Tag hundert Patienten behandeln, damit ich abends sage, heute war ein guter Tag?

00:20:58: Und da merke ich einfach, also ich kann mir das, ich kann mir das kaum vorstellen, aber es sind einfach innere Zereißproben.

00:21:06: Er hatte einen Traxis-Inhaber im Gespräch und er sagt auch her eigentlich.

00:21:11: Ich würde gerne die Praxis zumachen und würde sie am nächsten Tag wieder aufmachen, aber halt nur noch für Privatpatienten.

00:21:18: Und ich kann das meinen Patienten nicht antonen.

00:21:21: Und habe gesagt, ja, aber du kannst es dir antonen, weiter so zu arbeiten, deine eigene Gesundheit, deine Ehe zu riskieren, die Zeit mit deinen Kindern.

00:21:32: Es kommt alles nicht wieder.

00:21:34: Und da merke ich mir diese Welten aufeinander prällen.

00:21:37: der Anspruch gegenüber den Patienten und des eigenen Wohlbefinden und das sucht man natürlich nach Lösungen, ob das in Deutschland ist oder in der Schweiz ist, die eine Verbesserung bringen und die halt auch wirklich über Jahre tragen und die nicht nur mal mit einem Wechsel ins nächste Spital irgendwie mal ein bisschen Linderung bringen und dann kommt die nächste Finanzbeform oder sowas.

00:22:01: Das schwingt natürlich bei der Schweiz extrem mit.

00:22:05: weil die Schweizer erstmal Deutsch sprechen.

00:22:07: Es sieht also vermeintlich einfach aus in die Schweiz.

00:22:11: Und zeigt halt auch, wie die Zahlen, die du im Anfang genannt hast, wie angeschlagen oder überlastet die Medizinerinnen sind und natürlich irgendwann nach Lösungen suchen.

00:22:27: Weil spätestens wenn die Kinder da sind, wenn die Partnerschaften da sind, geht es nicht nur noch um mich, um meine Gesundheit.

00:22:34: Und da spielt eine Rolle.

00:22:35: Absolut.

00:22:36: Also, ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt, den du ansprichst.

00:22:39: Und ich habe jetzt geschaut, also, zwei Tausend Dreiundzwanzig sind insgesamt ein Tausend Dreihundert abprobierte Mediziner mit deutschem Pass ausgewandert.

00:22:48: Und an aller erster Stelle steht tatsächlich.

00:22:52: die die schweiz mit sechshundert zwanzig auswanderungen und dann danach kommt österreich mit zweihundert achtundvierzig und die usa mit zwanzig.

00:23:00: und diese zahlen also sechshundert zwanzig in zwei tausend dreieinzwanzig zwanzig waren es auch irgendwo glaube ich um die um die sechshundert.

00:23:09: dann gab es auch mal ein ja wo irgendwie sogar ein tausend zweihundert glaube ich in die schweiz ausgewandert sind.

00:23:13: also es sind immer so zwischen sechshundert bis ein tausend zweihundert.

00:23:16: das heißt wir haben ja jetzt gesprochen.

00:23:18: über die gründe sag ich mal warum man vielleicht auch nicht auswandern sollte bzw.

00:23:23: dass auswandern nicht die Wunderpille ist, wie es vielleicht scheint, aber trotzdem gibt es ja immer noch sehr viele Vorteile, warum dann Mediziner auch du begleitest ja sehr viele von ihnen und warum sie sich dann doch dafür entscheiden diesen Weg zu gehen, was die Vorteile sind, die sie dann erleben.

00:23:41: Also sagen wir mal es gibt Vorteile im Gesundheitswesen und es gibt andere Vorteile.

00:23:47: Für mich etwas... Beängstigend sind momentan die anderen Vorteile.

00:23:52: Also es geht viel um politische Entwicklung in Deutschland.

00:23:56: Welche Parteien gewählt werden, welche Stimmung in Deutschland herrscht.

00:24:00: Da kommen dann Themen wie ich möchte, dass mein Kind in einen guten Umfeld aufwächst.

00:24:05: Ich möchte, dass mein Kind ein Schulsystem hat, wo auch Lehrer da sind und nicht nur Stunden ausfallen.

00:24:12: Also diese allgemeine politische Gemengenlage spielt immer noch eine Rolle.

00:24:18: Die Schweiz als stabiles Nicht-EU-Land.

00:24:22: Dann natürlich der große Block der Freizeitwert.

00:24:24: Also je nachdem, auf was ich mich einlasse, gehe ich aus dem Spital raus, laufe zum nächsten Skilift und bin in den Bergen und kann Skifahren oder Wandern gehen.

00:24:34: Diese Möglichkeiten gibt es, wenn ich mich darauf einlasse.

00:24:38: Und das Schöne ist, ich habe ja auch einen planbaren Feierabend.

00:24:41: Also ich muss nicht zum Skilift rausgucken und denken, ah Mist, jetzt muss ich nochmal drei oder vier Stunden länger machen.

00:24:47: oder ich muss doch den Nachtdienst dranhängen, weil die Kollegin nicht da ist, weil die Stelle nicht besetzt ist, sondern ich hab diese Möglichkeiten.

00:24:54: Und das spielt eine extrem große Rolle, weil man merkt, das kommt oft zu kurz und das sucht man dann wieder.

00:25:02: Und im Gesundheitswesen ist es trotz aller Finanzsorgen, die es auch in der Schweiz gibt, immer noch so, dass extrem hoher Standard gesetzt wird.

00:25:12: Das heißt, ich hab im Vergleich zu Deutschland einfach Unmengen Zeit mit einer Patienten nicht zu befassen.

00:25:19: Auch die zu behandeln, die fordern das auch ein und ich darf das auch.

00:25:24: Also ein Hausarzt in der Schweiz wird auf vier Patienten pro Stunde getaktet.

00:25:29: Wow.

00:25:29: Das heißt, er hat dann twenty-fünf Minuten pro Patient?

00:25:33: Ja, je nachdem, wie lange die Konsultationen sind, so ja, fünfzehn bis zwanzig Minuten, der macht dann auch wirklich noch einen Aktenstudium vorher, der guckt sich die Unterlagen an, der weiß, was du eine Vorerkrankung hast und du kommst nicht rein wie in Deutschland.

00:25:46: und der sagt, hey, also ich hab's bei meiner Mutter erlebt, da hat der Autopäde gesagt, ja, also Frau Werner, jetzt müssten wir langsam mal die Hüfte operieren.

00:25:52: und sagt meine Mutter, ja, weil sie haben mich doch grad so OP geschickt, ich komm grad von der OP, also wir haben nicht mal mehr die Zeit für das Aktenstudium.

00:26:01: Das ist in der Schweiz so.

00:26:04: Ja, es gibt auch einen Kostendruck in der Schweiz, das ist einfach so.

00:26:07: Aber es ist einfach noch ein sehr hohes medizinisches Equipment da, also eine gute Behandlungsform.

00:26:14: Und es ist einfach aufgrund der guten Stellenschlüssel und der Besetzung der Stellen einfach eine andere Planbarkeit da.

00:26:20: Also der Personalschlüssel ist einfach nicht vergleichbar, was die an Assistenzärzten und Tachärzten, sprich Oberärzten in der Schweiz auf den Kliniken haben und die Stellen auch besetzt sind.

00:26:32: Da fällt es schon ins Gewicht, wenn ein oder zwei Kollegen mal krank sind oder schwanger sind oder was auch immer.

00:26:38: Aber es lässt sich viel besser kompensieren.

00:26:41: Und diese Planbarkeit und die Zeit für den Patienten, das ist was, wo im Gesundheitswesen extrem herausstechen.

00:26:49: Ich würde nicht mal sagen, dass die Bezahlung, teilweise in Deutschland deutlich, also deutlicher gestiegen als in der Schweiz, aber diese Arbeitsbedingungen zu sagen, okay, ich gehe halt Zehn Stunden arbeiten in der Schweiz, ist anders wie in Deutschland, aber nach zehn Stunden ist Schluss und ich muss nicht noch zwei, drei, vier, fünf Überstunden machen.

00:27:08: Und je nachdem, was die Person halt sucht für sich, aber auch für die Familie, gibt es dann einfach Potenzial in der Schweiz, was es halt einfach rundum attraktiv macht.

00:27:19: Aber nicht für alle, nicht für alle Fachgebiete, nicht für alle Karriere-Stufen wird in der Schweiz gesucht, sondern die Schweiz ist ganz klar ein Wirtschafts-Nikrationsland.

00:27:29: Das heißt, du darfst kommen, wenn du hier einen Beitrag leistest und wenn du kein Beitrag leistest, dann darfst du auch gerne bleiben.

00:27:38: Das ist ein komplett anderes System.

00:27:41: Das ist dann vielleicht eher das, was gewöhnungsbedürftig ist, wenn man beispielsweise aus Deutschland kommt.

00:27:48: Ja, sehr interessant, sehr, sehr spannend.

00:27:50: Also ich sehe auf jeden Fall die Gründe für einen Arzt oder eine Ärztin zu sagen, wenn man weiß, ich renne jetzt nicht nur von... einem Problem weg, was in Deutschland immer wieder aufkommt, wie zum Beispiel, dass ich mich mit meinen Vorgesetzten nicht verstehe, sondern ich habe das wirklich in der Tiefe reflektiert.

00:28:07: Und jetzt denke ich ja, das wäre eventuell mal eine Option.

00:28:11: Man ist sich vielleicht noch nicht sicher.

00:28:12: Und dann sucht man eben dich auf Martin und sagt, okay, ich möchte mich mal einfach beraten lassen und verbindlich und schauen, okay, passt es denn überhaupt?

00:28:20: Bin ich überhaupt eine geeignete Kandidatin?

00:28:22: Macht für mich sehr viel Sinn.

00:28:24: Frage an dich, wenn ich jetzt zum Beispiel Dieses Konstrukteinschau, also du berätst ja die Ärzte.

00:28:31: Wie kommen denn die Ärzte in der Regel auf dich?

00:28:34: Oder wie kommst du auf die Ärzte?

00:28:35: Wie findet ihr zusammen?

00:28:37: Wie passiert das?

00:28:38: Also was ich nicht mache, ich kaufe keine E-Mail-Listen ein und bombe bei dir Tausende von Ärzten, wie das leider andere Vermittler oder Personaldienstleister machen, die einfach dann im VZ-Listen oder was auch immer, woher die ihre Adressen bekommen, kaufen.

00:28:54: Ich habe mich entschieden, so eine Mischung zu machen aus erstblatt inhalten.

00:28:59: also ich gebe erst mal etwas.

00:29:02: Und mein besten preis oder ladegäste ein das ist eben der eigene newsletter.

00:29:06: Der eigene podcast wo ich sage ja warum soll jemand zu mir kommen wenn er nicht weiß wie arbeite ich wie ticke ich als person?

00:29:14: auch wir gehen da ein paar monate zusammen die reise.

00:29:17: das muss menschlich auch funktionieren und nicht.

00:29:19: Oh Gott, der Herr Werner ruft schon wieder an, jetzt geht es wieder ums Thema Auswandern.

00:29:24: Also es muss ja menschlich, es muss ja einfach menschlich passen.

00:29:26: Es passt nicht immer zusammen.

00:29:29: Also mit Inhalten rauszugehen und ich nutze LinkedIn sehr aktiv.

00:29:34: Also ich gebe da auch Inhalte weiter.

00:29:37: Das sind eigentlich so die Sachen, die ich selber mache und halt solche Dinge wie bei anderen.

00:29:42: ... gern gesehener Gast bei Podcast sogar sein ... ... oder die überraschenden Anruf ... ... vom Schweizer Fernsehen zu bekommen, ... ... ob ich nicht mal ins Fernsehen möchte.

00:29:52: Das sieht auch nicht jeden Tag, oder?

00:29:54: Nein, es passiert auch immer dann, ... ... wenn du es eigentlich überhaupt nicht brauchst.

00:29:58: Zu dem Zeitpunkt war man in Marokko, ... ... ich hatte eine furchtbare Internetverbindung ... ... und es war alles gerade, also ... ... ja, jetzt kommen wir vielleicht später noch drüber, ... ... aber es war gerade alles im Umbruch, ... ... ich hatte vieles geändert, was ich vorher gemacht hatte.

00:30:11: Und hatte gerade zwei Tage vorher entschieden, jetzt mache ich Dinge anders.

00:30:14: Und schwupst aus dem heiteren Himmel.

00:30:17: Ich weiß nicht, woher sie mich kannten, wie sie auf mich gekommen sind.

00:30:21: Gab's ein Vorgespräch und dann direkt am nächsten Tag die Einladung zur Aufnahme.

00:30:26: Genau.

00:30:28: Ich mach's eher so rum.

00:30:30: Es ist eher meine Art, glaube ich, ich möchte niemanden überzeugen oder missionieren, dass die Schweiz das gelobte Land ist, sondern wer sich aktiv damit beschäftigen möchte, darf gerne den Podcast hören, darf gerne den Newsletter hören.

00:30:46: und ich mache es gerade beispielsweise so, ich schreibe alle Kontakte auf LinkedIn an und wenn dann niemand sagt, hey Martin, ich möchte nicht mehr mit dir vernetzt sein oder ich möchte dein Newsletter nicht lesen, dann wird dann nicht noch ein Pitch kriegen.

00:30:56: Ich habe gerade ein Sonderangebot und es gibt gerade noch ein Rabatt.

00:30:59: Ich mache das eher, wer möchte, kann sich es anhören.

00:31:03: Das dauert länger, ja, zugegebenermaßen.

00:31:06: Wenn man jetzt schnell viel Geld und viel Reichweite haben möchte, dann sind das sicherlich nicht die Möglichkeiten.

00:31:12: Aber ich fühle mich mit dem anderen nicht wohl.

00:31:14: Ja, das verstehe ich sehr gut.

00:31:15: Also ich habe ja auch sehr viele Kunden in diesem Bereich.

00:31:18: Ich habe ja auch schon mit über dreißig Unternehmen im medizinischen Bereich.

00:31:22: jetzt nicht speziell in deinem Bereich zusammengearbeitet.

00:31:25: Und ich sage mal auch aus meiner Erfahrung, dass was du genannt hast, diese zwei Optionen, dieses Schnellgeld machen wollen und einfach Leute missionieren, in Anführungszeichen und irgendwie zu bombardieren, das mag vielleicht funktionieren für manche, aber das Problem damit ist es halt auch überhaupt nicht nachhaltig.

00:31:42: Also, dass es moralisch fragwürdig ist, ist erstmal das eine Thema, aber dass es auch nicht nachhaltig ist und dass so eine Aktion kannst du maximal einmal machen.

00:31:51: Danach ist es durch.

00:31:52: Dann kannst du es nicht nochmal machen.

00:31:54: Und deswegen glaube ich, dass deine Ansätze, die du gewählt hast, du sagst, hey, das nennt man auch Value First oder Value First Outreach, dass du sagst, du gehst erstmal in Vorleistung, du gibst den Leuten erstmal wirklich Inhalte, wo sie sagen, wow, das ist irgendwie interessant für mich.

00:32:08: Und dann können sie gerne mit dir Kontakt aufnehmen oder du nimmst halt mit denen Kontakt auf, aber ohne sie jetzt irgendwie zu bedrängen.

00:32:14: Also finde ich auf jeden Fall sehr, sehr spannend und sicherlich der richtige Ansatz.

00:32:19: Ich habe gesehen, dass du ziemlich aktiv bist auf LinkedIn.

00:32:21: Der Newsletter, der ist ja noch relativ neu, oder?

00:32:24: Ich weiß nicht, seit wann gibst du den?

00:32:26: Also, den Podcast gibt es schon deutlich länger, den gibt es schon.

00:32:29: Du musst jetzt selber über ein Jahr, über fast zwei Jahre, den

00:32:34: Newsletter habe ich.

00:32:34: Ich glaube, da ist ja schon die, schon sechzig Folgen oder so, oder?

00:32:37: Genau, da gehe ich auf die Hunde zu, ja.

00:32:39: Ah,

00:32:40: okay.

00:32:40: Ja, also in absehbarer Zeit.

00:32:44: Ich hatte eine Zeit lang jede Woche sogar eine Folge gemacht.

00:32:47: Das mache ich momentan alle zwei Wochen.

00:32:49: Denn Newsletter habe ich später angefügt.

00:32:52: taktischer Fehler, würde ich heute sagen, weil ich einfach gemerkt habe, ja, das Social Media ist ja schön und gut, auch ein Podcast ist schön und gut, aber hey, ganz ehrlich, wir haben alle andere Dinge noch zu tun.

00:33:02: Arbeit, Hobbys etc.

00:33:03: Das heißt, es geht auch schnell verloren.

00:33:06: Newsletter hast du heute einfach in einem Postfach und den kannst du öffnen, wann immer du es möchtest oder kannst ihn auch löschen.

00:33:13: Aber es ist etwas, was eben nicht so untergeht.

00:33:16: Deswegen habe ich das dann später dazugenommen und bewerbe das gerade.

00:33:21: Weil das auf LinkedIn ja, auch auf anderen Social Media-Plattformen, die Tage, muss ich sagen, war ich mal kurz extrem frustriert.

00:33:31: Weil ich glaube, das geht vielen Gründern oder Selbstständigen, Social Media bei Praxis-Inhabern und so ist ja noch ein Randthema.

00:33:40: Aber es ist dann doch sehr erschreckend, wie viel angebliche Kontakte man hat, Vernetzung, Likes, Freunde, was auch immer.

00:33:49: Aber das sind alles Menschen, die eigentlich überhaupt nichts von dir wollen, sondern die aus ganz anderen Gründen sich mit dir vernetzen oder man virtuell einen Kaffee mit dir trinken gehen wollen etc.

00:34:01: Und das habe ich drei Jahre lang so gemacht und irgendwann habe ich dann gesagt, mir reicht das jetzt.

00:34:07: Nicht weil ich die Menschen nicht schätze, aber ich schätze ihre Zeit.

00:34:10: Und warum sollen sie virtuell mit mir einen Kaffee trinken, wenn ich ihnen gar nichts für ihr Problem oder für ihre Sorge mitgeben kann, sondern nur das Gefühl, dass sie nicht alleine sind oder was auch immer.

00:34:22: fünf Dibation sie haben.

00:34:24: Und die Zeit fehlt mir einfach bei meinen Kunden und deswegen bin ich da sehr radikal rangegangen, habe auch Vernetzung aufgelöst, mehr als tausend auflegt in jetzt.

00:34:32: Ich sage, das bringt nix.

00:34:35: Es ist eine Scheinwelt teilweise, die da gespielt wird.

00:34:38: Und dann musste ich auch lernen, für mich die Balance zu finden.

00:34:42: Aber ich kann es mir auch so Praxisinhaber sehr, sehr gut vorstellen.

00:34:46: Für mich ist immer die Frage, warum machen nicht mehr Ärzte und Ärzten selber Content, also Inhalte über ihre Arbeit.

00:34:53: Ja.

00:34:54: Ja, ich weiß, die Praxen sind voll und eigentlich musst du nichts Verwerbungen machen.

00:34:58: Aber willst du denn all die Leute haben?

00:35:02: Also willst du die Leute haben, die dir dann selber erklären, wie die Zahnbehandlung funktioniert, weil sie es schon gegoogelt haben?

00:35:08: Willst du die Leute haben, die dann ... Ja, ständig reklamieren, ständig die Rechnungen nicht bezahlen.

00:35:15: Also es gibt ja sehr unterschiedliche Formen von Patienten.

00:35:18: Und ich finde, da kann man als Arzt oder Ärztin auch sehr gut über eigene Inhalte steuern, wie man arbeitet und dieses ganze Team auch in den Abläufen, in der Praxis zu entlasten.

00:35:29: Und so muss man da einfach seinen Weg finden.

00:35:31: Es ist einfach eine sehr, sehr laute Welt.

00:35:33: Die Podcast und den Newsletter sind sehr leise.

00:35:37: Das ist nichts, wo ich... Da ist ich tausend Euro mehr Umsatz oder den super tollen Job mit fünffachem Gehalt in der Schweiz versprechen.

00:35:46: Aber ich habe die Erfahrung gemacht, die Leute, die deswegen zu mir gekommen sind, das hat dann auch meistens nicht funktioniert.

00:35:52: Okay, also sozusagen Podcast und E-Mail hat sich für dich als qualitativ hochwertige Kontaktquelle, sage ich mal, herausgestellt, als jetzt einfach auf LinkedIn ein riesiges Netzwerk zu haben.

00:36:04: Also weil ich glaube, das ist sehr... Interessant ist, du das ansprichst, weil das sehe ich nämlich bei auch bei manchen meiner Kunden und auch bei Unternehmen, mit denen ich im Kontakt bin, dass sie teilweise dann auch frustriert sind, wenn sie noch nicht an dem Punkt sind, wo du bist, dass man ein großes Netzwerk hat, dass sie sich dann vergleichen mit solchen Leuten und sehen, okay, wow, z.B.

00:36:22: der Martin, der hat so ein großes Netzwerk.

00:36:24: Ich bin mir sicher, der ist zehntausendmal erfolgreicher als ich.

00:36:27: Der hat sicherlich so viele Anfragen jeden Tag und so weiter.

00:36:29: Man malt sich das dann in seinem Kopf aus und das ist genau diese Scheinwelt, von der du sprichst, dass man dann sagt, hey.

00:36:35: Es geht am Ende des Tages gar nicht so sehr um die Zahlen, sondern um das, was dahinter ist und was es dann wirklich bringt an Umsatz.

00:36:42: Und ich glaube, da hast du auch für dich sehr richtig erkannt, dass du sagst, okay, wie kann ich noch mehr Value im Vorhinein rausgeben an die Leute und eine echte Beziehung aufbauen, weil ich glaube, Beziehungsaufbau, Thema... ob du jetzt berater bist und du möchtest eine Beziehung über das Internet aufbauen mit Ärzten oder ob ich jetzt Arzt bin und sage ich möchte eine Beziehung aufbauen mit potenziellen hochwertigen Privatpatienten.

00:37:03: Es ist ja beides dasselbe.

00:37:04: Es geht am Ende des Tages, da ist ein Mensch, da ist ein anderer Mensch und irgendwie muss deine Connection geschaffen werden.

00:37:10: Also sehe ich absolut genauso.

00:37:13: Also für mich war das sehr einschneiden hätte.

00:37:18: Wir waren jetzt auch viel auf Reisen in Marokko auch dann so das Erlebnis zu haben.

00:37:22: Es geht einfach so nicht mehr.

00:37:24: Gab

00:37:24: es

00:37:26: bestimmten Auslösern, bestimmten Punkt oder ein ganz bestimmtes Erlebnis, wo du dann gesagt hast, das war der letzte Tropfen, der sozusagen dieses fast zur Änderung gebracht hat?

00:37:37: Es gibt eine Tendenz.

00:37:38: Also ich komme mit dem eigenen Rucksack nach chronischen Darmerkrankungen, habe mich eigentlich auch selbstständig gemacht, weil ich nicht mehr diese zero acht fünfzehn Jobs haben wollte, wo ich immer dann arbeiten muss, wenn es andere wollen, sondern ich wollte eine gewisse Freiheit haben, um mir mein Tag so einzuteilen und so zu arbeiten, wie es meiner Gesundheit gut tut.

00:38:03: Und da war wieder so, es war nicht ein Punkt, aber es waren ein paar Tage und Wochen, wo ich gemerkt habe, nein, es ist genau der Punkt wieder da, wo ich so arbeite, wie es meiner Gesundheit nicht gut tut.

00:38:14: Ich spreche mit Menschen, die gar nicht so arbeiten wollen wie ich.

00:38:20: Also kurzum, ich hatte Anfragen von Ärzten, da ging es nur darum, ob sie es dreifach oder vierfache verdienen wie in der Schweiz.

00:38:27: Und da hatte ich einen Tag gut zu tun mit.

00:38:30: Aber es sind keine Kunden draus geworden.

00:38:35: Der Arzt ist enttäuscht, weil es das nicht in der Schweiz gibt.

00:38:37: Ich war enttäuscht, weil meine Zeit umsonst den Tag vergangen ist, ich nicht mit meinem Kind in Marokko surfen gehen konnte.

00:38:46: Und das hat sich dann auch wieder körperlich gezeigt, dass es einfach körperlich mir nicht gut getan hat.

00:38:51: Und ich sagte ja, also Martin, ganz ehrlich, du hast dich doch nicht selbstständig gemacht, um genau in dem selben Harmsdarrer zu sein, wie vorher, jetzt auch angestellt bleiben können, mit mehr Sicherheit, mit mehr Sozialleistung, etc.

00:39:04: Und dann bin ich da sehr, sehr radikal rangegangen und habe eben, ich hatte fast neuntausend Kontaktevernetzungen auf LinkedIn und habe die jetzt alle angeschrieben.

00:39:15: Und dann habe ich gemerkt, hey, das ist doch gar kein Arzt.

00:39:18: Das ist ein Pflegekraft.

00:39:19: Hey, das ist ein Unternehmer.

00:39:21: Aber was hat der jetzt mit mir zu tun?

00:39:24: Ich weiß gar nicht, wo die Kontakte hergekommen sind, ob ich sie eingeladen habe, ob sie mal über Beiträge von mir zu mir gekommen sind, so dass ich da auch tausend Leute gelöscht habe, schon jetzt.

00:39:35: Und ich bin mitten noch im Prozess.

00:39:37: Ich gehe davon aus, da gehen noch mal mindestens tausend, zwei tausend Kontakte weg dort.

00:39:41: Ja.

00:39:42: Und komischerweise haben ... Beiträge von mir mehr Reichweite erhalten, nachdem ich gelöscht habe, weil es halt offenbar Leute waren, die eben eine Beiträge nicht gelesen haben.

00:39:54: Ja.

00:39:54: Und dann habe ich eben eingeladen zu Newsletter oder lade jetzt für Stück die Leute ein in den Newsletter.

00:40:00: Und da ist es eben so, dass es das geht.

00:40:03: Es ist halt gerne, also keiner gerne drüber.

00:40:06: Von den acht Tausend habe ich vielleicht jetzt zwei Tausend kontaktiert und ich habe hundert Leute in Newsletter.

00:40:13: Also kann man sich vorstellen, wie einfach es ist, sich auf LinkedIn zu vernetzen.

00:40:19: Da muss ich nur einen Klick machen.

00:40:21: Mein LinkedIn-Newsletter hat über zweitausend Abonnenten, aber da muss ich eben auch nicht aktiv etwas tun, nämlich meine E-Mail-Adresse geben und sagen, ich will wirklich von Martin Informationen, sondern ich klick einfach ein Häkchen auf der Social-Media-Plattform, weil ich immer sie das auch ist.

00:40:38: Aber was ich nie geglaubt hätte, aus den Hundert Leuten, die sich jetzt eingetragen haben, kommen Kontakte, Anfragen per E-Mail, sofort per Du, weil ich gesagt habe, wir müssen hier nicht diesen Schein der Medizin machen, wir sind alle Menschen, es braucht kein Sie, wenn Sie den Titel haben wollen, ist gut, aber so bin ich nicht.

00:41:02: Wir gehen eine gemeinsame Reise und da ist eine gewisse Nähe einfach notwendig oder Vertrauen in den Gegenüber.

00:41:10: Und da kommen Anfragen, Ich sage zu meiner Frau, ich kann das nicht glauben.

00:41:16: Der schreibt einen Arzt.

00:41:18: Ich habe den noch nie gesprochen, aber er hat meinen Podcast gehört.

00:41:20: Er hat meinen Newsletter gelesen.

00:41:23: Und er, kann man sagen, beichert.

00:41:26: Er öffnet sich über seine privaten Probleme, über seine Probleme in der Praxis, wo ich sage, ja, das ist die Basis, wo ich dann auch richtig Lust habe, mit den Leuten zu arbeiten.

00:41:38: Weil ich sehe die wollende Veränderung.

00:41:41: Ich möchte auch, dass Sie eine Veränderung erleben können, wenn Sie das wollen.

00:41:46: Ich möchte Sie nicht da irgendwie rein drängen.

00:41:48: Und ich bin auch fest und fest überzeugt, dass Sie, wenn Sie die Veränderung wollen und mit mir gehen, die Veränderung auch spüren werden.

00:41:54: Also, dass es Ihnen dann besser geht, dass Sie eine Lösung finden.

00:41:58: Und da ist aus den, in Anfangszeichen bisher hundert Leuten aus dem Newseiter, das wächst natürlich jetzt auch,

00:42:03: ja,

00:42:04: viel mehr entstanden, wie aus den Achttausend.

00:42:07: Er legt den vorher.

00:42:08: Wow, da sieht man mal den Unterschied.

00:42:11: Ja, und dann müssen wir auch fragen, wie viel Arbeit kostet halt etwas?

00:42:15: Also ich muss auch die Social Media Plattform bedienen.

00:42:18: Ich muss meinen Podcast machen, ich muss meinen Newsletter machen.

00:42:20: Wo passt es für mich?

00:42:22: Also nicht jeder macht ein Podcast, jeder möchte das machen, jeder möchte Newsletter schreiben.

00:42:28: Aber wo man halt auch für sich dann den großen Lerneffekt hat, nicht nur der Arzt oder der Ärztin, die ihm geschweizgeht, sondern ich muss den ja auch machen für mich in der Selbstständigkeit.

00:42:38: Was bringt?

00:42:39: Was bringt mich weiter?

00:42:42: Oder mache ich hier etwas, um die Scheinwelt zu bedienen?

00:42:47: Ich übertrage das jetzt in die Medizin.

00:42:49: Ich ziehe mir halt meinen weißen Kittelansatz, melde ich Lächeln auf und jeder, der mich fragt, sag ich, ja, es läuft super.

00:42:55: Ich habe noch die Zusatzbezeichnung, da habe ich noch das gemacht, da habe ich noch eines gemacht.

00:42:59: Aber innerlich schaffe ich es grad so jeden Morgen noch zur Klinik, ohne dass ich kollabiere, weil ich entweder... Gesundheitlich am Ende bin, oder es gibt zu Hause Streit, weil ich nur arbeite, oder weil es Leben einfach ohne Hobbys, ohne Freunde echt nicht schön ist, auch als Arzt oder Ärztin nicht.

00:43:16: Irgendwann komme ich... Niemand.

00:43:18: Ja.

00:43:19: Oder ziehe ich dann den weißen Kittel an und sage, hey, ja, ist ja alles schön und gut.

00:43:25: Ich habe jetzt achttausend Kontakt auf LinkedIn, aber es läuft noch nicht so, wie ich es mir vorstelle.

00:43:30: Und das ist nicht gut oder schlecht, sondern ich muss das ja für mich entscheiden.

00:43:34: Ja.

00:43:34: Jemand anderen sagt doch gut, achtausend LinkedIn-Kontakte ist super, das ist das, was ich will.

00:43:39: Ja.

00:43:40: Dann ist das für ihn okay, aber für mich war es dann eben nicht mehr.

00:43:43: Ja.

00:43:43: Am Ende des Tages muss es ja auch einfach das Ergebnis bringen, was man möchte.

00:43:47: Und wenn das Ergebnis, was man möchte, mehr, sag ich mal, mehr Gespräche, mehr Klienten, mehr Kunden ist, dann sollte auch das der Polarstern sein, auf den man zusegelt und nicht sagen, oh, ich, keine Ahnung, ich sehe jetzt eine schöne Insel, gehe ich jetzt vor meinem Kurs weg und bleibe einfach auf dieser schönen Insel namens Achttausend Kontakte, sondern dass man sagt, nein, mein Polarstern ist nicht, sage ich mal, Bekanntheit zu steigern in dem Sinne, sondern am Ende des Tages auch mehr Gespräche zu führen.

00:44:16: Und ich finde es total schön, dass du ja erzählt hast, wie so diese Klarheit für dich auch gekommen ist, dann aus persönlichen Gründen, aber dass du dann zwei Tage nachdem du für dich diesen Entschluss gefasst hast, erst einmal, dass es so schnell passiert ist, dass dann aus dem Nichts, also aus dem Nichts, Diese Anfrage vom Fernsehen kam, das ist ja auch irgendwie interessant, warum das genau dann da kam.

00:44:37: Und zweitens, dass du so schnell, nachdem du diese Entscheidung von dich getroffen hast, ich möchte mich auf den Mehrwert konzentrieren und nicht auf die Masse und Klasse statt Masse sozusagen zu machen, dass du dann auch so schnell gesehen hast, wow, über den Newsletter von diesen hundert Abonnenten ist schon so viel entstanden.

00:44:55: Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wenn du weiterhin, sag ich mal, in diese Richtung gehst und das mit dem Newsletter noch weiter ausbaust, dass da noch einfach sehr viel mehr passieren wird, natürlich, je nachdem, wie du dann den Newsletter gestaltest und was da deine Strategie ist, aber ich bin mir sicher, dass das sehr viel Mehrwert bieten kann.

00:45:11: Und ich glaube auch dieser Punkt, den du angesprochen hast, klar, du musst auch schauen, dass du weiterhin irgendwie auf Social Media deine Präsenz hältst, weil ich glaube, am Ende des Tages ist es ja auch irgendwie eine Trichterform.

00:45:21: wie du auch vorhin gesagt hast, man hat halt vielleicht dann auf linken ist, der Trichter noch sehr weit, aber diese Weite am Anfang braucht es, um dann später diese hundert Kontakte in der Newsletter-Liste zu haben.

00:45:33: Das heißt, es ist ja nicht irgendwie so nebeneinander so eine Art Entweder-Oder, dass man sagt, man hat jetzt entweder das Linken oder entweder die Newsletter, sondern das ist ein Gesamtkonstrukt und ich sag mal, das baut aufeinander auf.

00:45:44: Deswegen, ich glaube, da hast du sicherlich auch vieles richtig gemacht, auch wenn es vielleicht ein bisschen gedauert hat, bis du für dich verstanden hast, hey.

00:45:51: Ich möchte jetzt mich darauf konzentrieren und das ist der Weg für mich.

00:45:54: Vielleicht anschließend dazu hast du,

00:45:58: nehmen

00:45:58: wir mal an, ich bin jetzt eine Beraterin oder ein Unternehmen, der im medizinischen Bereich zusammenarbeitet oder auch mit Ärzten zusammenarbeitet.

00:46:05: Was wären so Tipps, die du dir vielleicht selbst gegeben hättest, als du vor vier Jahren gestartet bist?

00:46:11: Welche Tipps würdest du jetzt dieser Person geben, in Bezug auf Marketingstrategie und Leute zu erreichen?

00:46:17: Also mein aktueller Tipp ist, alles, was du in der Schule oder im Studium gelernt hast, machst genau anders drum.

00:46:25: Das Wissen, was wir vermeintlich gelernt haben, ist Wissen von Glaubenssätzen.

00:46:33: Also wir haben uns irgendwie Erfahrung aufgebaut oder Wissen vermittelt bekommen, was uns in eine gewisse Richtung schult.

00:46:42: Und ich würde mal sagen beispielsweise, wenn es jetzt um Personalgewinnung oder Marketing geht, ist jetzt immer viel die Rede von künstlicher Intelligenz und Employer Branding.

00:46:52: Also ich würde sagen aktuellen Entwicklungen, wo alle gerade aufbringen.

00:46:58: Nächstes Jahr ist es was anderes.

00:47:00: Und wenn ich mir jetzt Arbeitgeber angucke, da wird ohne Zögern, werden große Checks ausgestellt für Employer Branding und für die nächste TikTok-Kampagne und so was.

00:47:10: Und wenn ich dann sage, Leute, ihr habt gerade Menschen, die zu euch kommen, die aus dem Ausland kommen, die bei euch anfangen zu arbeiten, wollt ihr nicht mal für fünfhundert Euro denen noch eine Beratung gönnen, damit sie gut in der Schweiz ankommt?

00:47:22: und dann sagen die, nö, haben wir kein Geld für mich.

00:47:24: Und das ist vielleicht in den allgemeinen Lehrbüchern halt gerade so, ist das gegeben.

00:47:30: Aber meine Empfehlung wäre, macht es genau anders drum, wie ihr denkt, es ist richtig.

00:47:36: Macht es genau anders drum, wie es alle anders.

00:47:38: wie alle anderen es machen und macht es so wie ihr oder wie du das, wenn du zuhörst, für richtig empfindest.

00:47:46: Und wenn alle sagen, ja, ich brauche halt eine schöne Webseite und ich brauche da ein neues Portal und Karriereportal und so was, forget about it.

00:47:56: Wenn du Ärzte erreichen willst, musst du die menschlich treffen.

00:48:01: Du musst verstehen, was die wollen, was die suchen.

00:48:05: Und du musst erklären können, warum du das liefern kannst.

00:48:09: Und das kann die hässlichste Website, ich sag's jetzt übertrieben in Anfangszeiten, die hässlichste Website, der hässlichste Newsletter der Welt sein.

00:48:17: Wenn du den Text hast und die glaubhafte Botschaft, dass du das Problem für sie lösen kannst, egal was es für ein Problem ist, wären die Leute das anschauen.

00:48:29: Und das ist in Marketing so, Personalgewinnung ist auch nur Marketing.

00:48:33: Ich glaube, diese Diesen Kampf um Lautstärke kannst du im Marketing nur gewinnen, wenn du extreme Budget hast.

00:48:41: Also wenn du mit laut sein kannst.

00:48:44: Und wenn du das nicht hast, dann guck dir an, wo die stüllen Wege sind, die du gehen kannst, die nicht viel Geld kosten müssen, die einfach durch Dach sein dürfen und die die Leute da abholen, wo du abgeholt werden willst.

00:48:59: Warum bist du in die Firma gegangen?

00:49:01: Was hat dich überzeugt?

00:49:03: Warum soll jemand anders den Weg gehen?

00:49:05: Und investiere da lieber mehr Geld als in diese Scheinwelt.

00:49:10: Und frage, also ich habe das dann auch ausgemerkt, es sind Glaubenswätze, die mich abgaben oder die mich, wie soll man sagen, die mir eine Richtung gegeben haben, warum ich Dinge so gemacht habe.

00:49:25: Den neuen Newsletter, den ich jetzt aufgesetzt habe, habe ich mit mir.

00:49:29: mit einem einfachen Programm gemacht, dass mir das ermöglicht, das schnell umzusetzen.

00:49:34: Ich habe keine fünf Wochen daran gearbeitet, sondern ich wollte, dass es schnell funktioniert und dass ich es schnell ausprobieren kann.

00:49:41: Klar kostet mich das vielleicht ein paar Kunden, also ist jetzt nicht die beste Option, sondern vielleicht die Option B oder C. Aber es hat mir jetzt die hundert Newsletterkunden gebracht und ich bin immer noch überzeugt, wenn ich jetzt die Beste Variante genommen hatte, dann wäre das eine Website für Zehntausend Euro gewesen.

00:50:00: Der Newsletter wäre immer noch nicht fertig, hat immer noch keinen einzigen Newsletterkunden gewonnen und noch niemanden überzeugt.

00:50:06: Also weg von diesem Perfektionismus.

00:50:09: Ausprobieren, schnell ausprobieren, einfache Sachen ausprobieren.

00:50:13: und die Sachen, die probieren, machen, auch wenn alle anderen sagen, was für ein Blödsinn.

00:50:17: Kann sein, es funktioniert bei den anderen, wird ein Newsletter nicht, dann mach was anderes.

00:50:22: Aber probier es schnell aus.

00:50:25: kostengünstig und an der Zielgruppe ausgerichtet.

00:50:28: Und die Zielgruppe ist nur eine Zielgruppe, wenn sie die Kreditkarte in die Hand nimmt oder einen Arbeitsvertrag unterscheidet oder was auch immer.

00:50:37: Alles andere ist vorgaugeln schöner Tatsachen, aber nicht, das ist nicht Erfolg, sondern...

00:50:44: Absolut, absolut.

00:50:45: Also sozusagen zusammengefasst kann man sagen, es gibt so drei... Hauptaspekt habe ich jetzt so rausgehört, einmal im ersten Schritt, dass man für sich die Klarheit definiert, okay, was möchte ich überhaupt verkörpern?

00:50:56: In welche Richtung darf es überhaupt gehen?

00:50:58: Wen möchte ich ansprechen?

00:50:59: Wer ist meine Zielgruppe?

00:51:00: Also dieser erste Schritt der Klarheit, dann der zweite Schritt, dass man sagt, Inhalte über visuelle Passade, also so würde ich das mal jetzt bezeichnen, was du gesagt hast, dass man sagt, am Ende des Tages, dass es egal wie der Newsletter aussieht, es ist viel, viel wichtiger, was im Text drin steht und ob er mehr wetthaltig ist, ob er die Leute im Kern anspricht, ob er ihre Probleme wirklich trifft und ob jemand, wenn er das liest, als Teil deiner Ziegruppe, nehmen wir jetzt Beispiel Ärzte, dass er das liest und sagt, wow, da sitzt jemand, am anderen Ende, er hat das geschrieben und er weiß ganz genau, was meine Probleme sind, er weiß ganz genau, was meine Bedürfnisse sind und hier kann ich mich wiederfinden.

00:51:40: Das ist sozusagen dieser zweite Punkt und der dritte Punkt und das höre ich tatsächlich auch von sehr vielen erfolgreichen Unternehmern, weil man sie fragt, was hat es erfolgreich gemacht, dass sie einfach sehr schnell darin sind, Sachen auszuprobieren und nicht zu lange grübeln und nicht zu lange versuchen, das Perfekte auszuarbeiten, sondern Sachen schnell testen, weil dann im Zweifelsfall, wenn es nicht klappt, hat man wenigstens nicht so viel Zeit da reingesteckt.

00:52:02: und wenn es klappt, umso besser, dann kann man es nochmal refinieren und später nochmal besser machen, aber so ein bisschen nach dem Prinzip.

00:52:08: Nach dem Prinzip, dann ist es besser, dann ist es perfekt.

00:52:11: Ich glaube, da kannst du dich sicher auch gut drin wiederfinden.

00:52:15: Aber es sind, glaube ich, drei sehr gute Tipps, von denen auch schon sehr viele Zuhörer hier gut profitieren können.

00:52:22: Aber das ist auch der Punkt, wo ich noch sagen wollte, mit dem Schulwissen.

00:52:28: Das ist auch das, was ich meine, was du jetzt nochmal gesagt hast.

00:52:31: Alles, was wir in der Schule lernen, hilft dir als Entscheider in Unternehmen oder als Selbstständiger oder Als Angestellter, der sich in der Führungsrolle sieht, überhaupt nicht.

00:52:43: In der Schule haben wir beigebracht gekommen, wir sollen nicht mit anderen zusammenarbeiten.

00:52:49: Wir sollen keine Fehler machen.

00:52:50: Wir sollen keine Fehler machen oder nur das, was quasi geduldete Fehler sind.

00:52:57: Und das ist alles totaler Blödsinn, wenn du nämlich... Angestellte Führungskraft bist und wirklich was bewegen willst oder eine eigene Firma hast, dann musst du kooperieren.

00:53:05: Du musst Fehler machen und du musst aus diesen Fehlern lernen.

00:53:08: Du musst mit anderen zusammenarbeiten.

00:53:10: Und das war was mich extrem aufgehalten hat, weil das es bringt dir nichts, ein eins Komma null für deine schönste Webseite der Welt zu bekommen, wenn kein einziger Kunde das Ding diest oder du das beste Tool ausgewählt hast nach acht Wochen.

00:53:26: Entscheidungsmatrix und sonst was.

00:53:28: und deswegen sind die erfolgreichen Unternehmen erfolgreich, weil sie schneller ausprobieren und sie machen zehn Fehler, aber sie haben schon zehn Fehler gemacht, aus denen sie auch was gelernt haben.

00:53:40: Und du brauchst in derselben Zeit vielleicht im Durchschnitt genauso lange, um einen Fehler zu machen.

00:53:46: In der Zeit haben die anderen zehn Fehler gemacht, aber beim elften Versuch haben sie die richtige Lösung gefunden und deswegen haben sie die Nase von.

00:53:53: Ja, absolut.

00:53:54: Also da kann ich, glaube ich, auch nur mich anschließen.

00:53:57: Die Erfahrung aus dem Schulwesen in Deutschland sehe ich auch alles ziemlich kritisch.

00:54:03: Also ich hatte zwar am Ende des Tages ein sehr gutes Abitur mit irgendwie eine Komma vier oder so.

00:54:08: Aber das hat mir in meiner Selbstständigkeit keine Ahnung, ob mir das was gebracht hat.

00:54:13: Das wollte dann auch niemand sehen.

00:54:15: Und ich war auch die ersten zehn Jahre auf einem Gymnasium, wo dieses Thema, was du am Anfang gesagt hast, so Kreativität und mal eine Aufgabe zu lösen, auch an dasselbe richtige Ergebnis zu kommen, aber einfach mit einem anderen Weg, wurde dann teilweise bestraft, einfach weil es Outside of the Box war oder halt kreativer.

00:54:32: Und dann habe ich dann für mich die Entscheidung nach der zehnten Klasse getroffen, dass ich auf eine Montessori-Fach-Oberschule wechsel.

00:54:38: Da habe ich dann Fachhabitur und Allgemeines-Abitur gemacht, dann in der dreizehnten.

00:54:41: Und da, glaube ich, habe ich in diesen drei Jahren, habe ich viel mehr für meinen Leben oder für meine Selbstschnittigkeit auch gelernt, als in diesen zehn Jahren.

00:54:49: Regelschulsystem sozusagen, weil man halt in dieser anderen neuen Schule durfte ich halt intrinsisch mich motivieren.

00:54:56: Und das war nicht so.

00:54:57: dieses Ja, wenn du es nicht machst, wirst du es bestraft, sondern eher wenn du es cool machst, dann wirst du belohnt.

00:55:01: Und ja, also ist es halt einfach sehr viel freier und kreativer und man wurde auch also Kreativität wurde ermutig.

00:55:10: Deswegen, ich kann das sehr gut nachvollziehen.

00:55:12: Ich kann auf jeden Fall ein Glied davon singen.

00:55:15: Und

00:55:16: der beste Punkt ist wirklich der, wenn du Wenn du sagst, es geht vielleicht um viel Geld, das ist meine Selbstständigkeit, das ist mein Unternehmen, ich muss Mitarbeiter gewinnen.

00:55:25: Wenn du den Punkt hast, du sagst, das ist eigentlich alles nur ein Spiel.

00:55:27: Das ist wie damals im Sandkasten.

00:55:33: Ich habe die zehnmal angefangen und die ist zehnmal eingestürzt, die Burg, aber irgendwann habe ich es rausbekommen.

00:55:38: Stell dir vor, du hättest damals nicht ausprobiert, hättest keine Fehler gemacht, dann sitzt du heute noch mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... mit... ... aktuell geht.

00:56:08: Also, dass wir diese ganzen Opportunitäten haben, über die wir sprechen, da würden sich in vielen Ländern der Welt, die würden sich, die würden fragen, hey, über was redet ihr da eigentlich?

00:56:17: So, wir jetzt das machen oder das machen.

00:56:19: Wir hätten gar nicht das Geld dafür, wir hätten nicht die Bildung dafür.

00:56:22: Und das andere ist, ist so eine kleine Übung, dass man sich einfach hineinversetzt, was ist, wenn man alt ist und es quasi am anderen Ende des Raumes Du heute stehst.

00:56:35: und was würdest du dann heutigen?

00:56:37: ich sagen kurz vor deinem Tod.

00:56:39: Und auch da ja ob du dann noch die Karriere Stufe gemacht hast oder ob du da die fünf Überstunden gemacht hast oder das Superprojekt das wird alles keine Rolle mehr spielen.

00:56:50: Sondern es geht eher darum zu sagen eigentlich damals da ich dich vielleicht so Praxissen habe und alle haben gesagt du bist aber verrückt und sowas und dann habe ich so einen geilen YouTube Kanal gemacht oder irgendwas was keine.

00:57:02: Aber es hat mir einfach Spaß gemacht.

00:57:03: Und das erzählst du dann vielleicht mal deinen Kindern oder Enkelkinder.

00:57:07: Und wenn wir dieses spielerische Reihen bekommen, ja, da geht es.

00:57:13: Da kommt ein Potenzial hoch, wo auch wieder die Lust kommt, Sachen zu machen.

00:57:17: Und es ist nicht immer nur Lust, auf Arbeit zu gehen.

00:57:20: Das ist auch nicht immer nur Lust in der Selbstständigkeit.

00:57:23: Aber man braucht so einen gewissen Anteil an diesen Sachen, die einen so richtig mitnehmen.

00:57:28: Da kann man viel bewirken.

00:57:31: Absolut.

00:57:32: Bin ich, bin ich voll bei dir.

00:57:34: Wir haben ja jetzt schon sehr spannende Punkte beleuchtet, was mich noch interessieren würde.

00:57:39: Wir haben jetzt gesprochen, woher du kommst, was für Erfahrungen du gemacht hast, wenn wir jetzt ein bisschen in die Zukunft schauen oder in das, was wir Zukunft nennen.

00:57:47: Was sind so deine Ausblicke für zwei tausendfünfundzwanzig jetzt die zweite Hälfte und zwei tausend sechsundzwanzig?

00:57:53: Was steht bei dir auf dem Plan?

00:57:55: Die Reise wird ein anderer werden.

00:57:57: Unser Sohn kommt in die Schule, der Große kommt in die Schule.

00:58:00: Das heißt, für mich ist erstmal das Private eben eine Riesenbaustelle.

00:58:05: Mir, ehrlich gesagt, kaut es ein bisschen davor, weil wir es extrem genossen haben, eben diese fair in unabhängigen Zeiten zu nutzen für Urlaub und für Reisen.

00:58:15: Deswegen wird das mit Sicherheit für uns ein großer Einschnitt.

00:58:20: Meine Frau geht zurück ins Berufsleben nach der Geburt unserer Tochter.

00:58:24: Auch das wird nochmal ein Einschnitt, weil vermutlich geht sie nicht ans Spital zurück, sondern wird im Ambulanzenbereich arbeiten.

00:58:32: Auch das wird nochmal anders werden.

00:58:34: Und da ja auch den Mut zu haben, diese privaten Wünsche und Bedürfnisse, also zeitliche Organisationen und sowas mit in die Selbstständigkeit reinzubringen, das habe ich jetzt gestartet.

00:58:47: Da mache ich mir eigentlich.

00:58:48: wenig Sorgen.

00:58:51: Aber ich freue mich eigentlich, weil ich glaube, je mehr Veränderungen notwendig sind und ich im Gesundheitswesen sehe ich nur Baustellen.

00:58:59: Also ich sehe nicht, dass die weniger werden, sondern es muss die Baustellen werden leider immer größer.

00:59:04: Stuttgart eines?

00:59:06: Ja, es sind einfach große Dinge und es muss viel passieren.

00:59:10: Das heißt, es gibt für jeden viel zu tun.

00:59:12: Also jeder kann ja für sich was ändern und brauchen da ja nicht oft die große Systembeformen warten.

00:59:19: Von der Warte her gibt es viel Veränderungsbedarf und ich bin überzeugt, dass es Menschen gibt, die Veränderungen gehen wollen.

00:59:26: Weil sie merken, es tut ihnen gut oder sie spüren, es würde ihnen besser gehen, wenn sie Dinge anders machen.

00:59:33: Von der Warte her bin ich gar nicht so pessimistisch, die Welt ist pessimistisch genug.

00:59:39: Da wird genug passieren.

00:59:40: Ich habe mir einfach vorgenommen, ich will jetzt ein Jahr konsequent den Weg gehen, den ich jetzt neu eingeschlagen habe.

00:59:49: Ich höre, naja, jetzt würde ich lügen, wenn ich sage, zu hundert Prozent aufs Bauchgefühl.

00:59:54: Aber wo, wenn ich das Gefühl habe, das sind Sachen, die möchte ich nicht, die tun wir nicht gut.

00:59:58: Werd ich sie nicht machen?

01:00:01: Und so freue ich mich, dass jetzt von den ersten Projekten die ersten Pilotprojekte für neue Dienstleistungen, neue Produkte angelaufen sind.

01:00:09: Und wenn wir jetzt einfach gucken, was sagen, die Ärzte und Ärzte sind dazu.

01:00:14: Und da bin ich eigentlich, ja, da bin ich jetzt momentan eher der Spielerische.

01:00:18: Selbstständige und will gucken, was funktioniert.

01:00:21: Und wo kann ich auch die Selbstständigkeit nutzen, für mich in der Weiterentwicklung, an meinen Glaubenssätzen zu arbeiten.

01:00:28: und da hoffentlich viele acharten Momente zu haben, wo ich sage, das hätte ich nie geglaubt, dass das so funktioniert in so kurzer Zeit und auch mit so schönen menschlichen Rückmeldungen.

01:00:37: Das ist dann perfekt so.

01:00:41: Das kann ich mir vorstellen.

01:00:42: Ja, also so bisschen, jetzt so bisschen Marktrecherche betreiben, neue Produkte ausprobieren, schauen, was da das Feedback ist von den Ärzten und auch einfach in Zukunft diese Lockerheit mehr reinzubringen und Sachen auszuprobieren.

01:00:54: Sehr cool.

01:00:55: Ja, ich habe jetzt ein dreißig Tage Mentoring gestartet.

01:00:58: Das hatte ich in ähnlicher Form im letzten Jahr schon mal gemacht, nicht für dreißig Tage, sondern für vierzehn Tage und das ist nicht gekauft worden.

01:01:07: Und dann habe ich halt noch mal viele geguckt, mit Ärztin gesprochen, meiner Frau als Ärztin gesprochen, woran es denn vielleicht gelegen hat, was hat man?

01:01:15: Die Idee war gut, die Idee stieß auf Interesse, aber vor vierzehn Tage sind einfach zu kot.

01:01:21: Die Kunden arbeiten, die haben Familie, die wollen eine andere Preisgestaltung

01:01:27: etc.,

01:01:27: die Sachen auch auszuprobieren und dann auch im Ausprobieren halt zu gucken, was ist gut, was ... kommen für andere Fragen, was sind für andere Probleme da, wenn man in die Schweiz geht?

01:01:38: Oder es kommen ganz spannende andere Anfragen ran, wie auch um Hunde über Newsletter sagt, hey, ich habe den Podcast gehört.

01:01:47: Ich verhandel gerade in der Schweiz.

01:01:50: Kannst du mich da begleiten?

01:01:52: Für die FAA.

01:01:55: Du kennst dich aus und einfach mit dieser Offenheit, wieder diese Offenheit reinzugehen, den weiteren Blick reinzugehen, für Dinge, die ich noch gar nicht im Kopf habe, Kontakte auf LinkedIn, die sich ergeben, wie mit dir.

01:02:07: Also einfach zu schauen, wo geht die Reise hin und was macht Spaß.

01:02:13: Eigentlich immer noch den Traum, der Selbstständigkeit zu leben, dass ich, wenn ich wollte, ortsunabhängig und...

01:02:20: Mit deinem Sonntreffen gehen.

01:02:22: Ja, genau.

01:02:22: Einfach jetzt zu meinem Sohn sagen könnte, wenn jetzt nicht die Schule wäre und sonst was, hey, ich packe jetzt den Laptop ein.

01:02:28: Wir fliegen drei Wochen nach Morroco zum Surfen.

01:02:30: oder ich zur Familie sage, hey, komm, ich nehme das Zelt und bin zwei Wochen irgendwie auf Radtour, dass ich mich eher an diesen Dingen orientiere, als zu sagen, ich habe mich selbstständig gemacht und auch Samstag und Sonntag zehn Stunden zu arbeiten.

01:02:44: Und da auch die Erfahrung für mich zu sammeln, dass das eben ein alter Glaubenssatz ist.

01:02:51: Leistung für mich eben, wie aus Schulzeiten nur gute Noten sind und viel Arbeit, sondern dass ich mit der Art, wie ich arbeite, genauso gute Ergebnisse für meine Kunden erzielen kann und teilweise die Ergebnisse von den Kunden sogar gutgeheißen werden.

01:03:10: Ich habe lange darüber nachgedacht, was ich mit den ganzen Terminen mache.

01:03:16: Mit Ärzten Termine machen ist einfach ein Riesenthema.

01:03:19: Und das lief immer darauf hinaus, dass die Termine am Abend und am Wochenende sind.

01:03:24: Und das ist eigentlich die Familienzeit.

01:03:26: Das heißt, dass viel mir zunehmend schwerer die Zeit dort zu opfern, wenn die Zeit für die Familie darunter leidet.

01:03:36: Und bis ich zu einer Ärztin sagte, ja, also ich kann sie gerne dreißig Tage da intensiv begleiten, aber das geht nicht mit Terminen.

01:03:43: Das müssen wir zum Beispiel über Wurzelbetreuung, Sprachnachrichten oder andere Dinge lösen.

01:03:49: und dann sagt sie ja, sie hat sich auch schon Sorgen gemacht, wie das mit den ganzen Terminen finden wird.

01:03:53: Sie hat auch zwei Kinder.

01:03:55: Das passt total für sie.

01:03:58: Also das ist

01:03:58: ja dann eine super Erkenntnis, die man dann vielleicht am Anfang macht.

01:04:01: Man sich Gedanken denkt sich, oh, wie mache ich das denn?

01:04:03: Wie soll das denn anders gehen?

01:04:04: Weil alte Glaubenssätze und man ist halt gewohnt.

01:04:07: So macht man es halt.

01:04:08: Bis man dann, man kann es ja auch anders machen.

01:04:11: Ja, ja, kenne ich auf jeden Fall.

01:04:14: Und mittlerweile mache ich es auch.

01:04:16: so strinken, dass ich sage, okay, wenn sie das nicht so wollen, für sie gibt es keine Termine, dann müssen sie sich jemand anlassen.

01:04:23: Wenn ich dann wieder eine Ausnahme mache, dann verzichte ich wieder da und dann merke ich halt auch letztlich, das kann ich einmal machen, wenn ich es fünfmal mache, ist vielleicht der Abend mit den Freunden dahin oder das Sporttraining dahin und dann... Es geht es mir wieder mit, nicht gut.

01:04:39: Und als Selbstständiger muss man natürlich auch noch mal deutlich mehr auf sich achtgeben als angestellter, weil wenn ich krank bin, dann wird es halt schwierig.

01:04:46: Ja, auf jeden Fall.

01:04:48: Sehr cool.

01:04:48: Ja, Martin, vielen, vielen Dank.

01:04:50: Das waren sehr spannende Einblicke.

01:04:52: Ich bin mir sicher, dass du auch mit deiner Beratung in den nächsten Jahren noch ganz, ganz vielen Ärzten in Deutschland und in der Schweiz und vor auch immer sie lieben helfen kannst.

01:05:02: dass viele, sage ich mal, die darüber nachdenken auszuwannen, wenn sie sich durch dich betreuen lassen, wenn es passt zwischen euch, einfach extrem davon profitieren können, weil ich meine, das ist ja auch einfach sehr viel Erfahrung gesammelt jetzt in diesen letzten vier Jahren, die dann vielleicht andere Berater in... der Form nicht haben.

01:05:20: Und du bist ja auch sehr unabhängig dadurch, dass du, sag ich mal, an keine Institutionen in der Form gebunden bist.

01:05:27: Und deswegen vielen Dank für die Einblicke.

01:05:29: Ich bin mir sicher, das war sehr spannend für unsere Zuhörer.

01:05:31: Und ich bin gespannt und freue mich auf alles, was noch kommt.

01:05:35: Ich danke dir erst dafür die Zeit und die Einladung.

01:05:37: Danke dir.

01:05:39: Dir wirklich lieben Dank hast du lange mitgehört.

01:05:42: Es ist eine längere Folge geworden.

01:05:44: Und ich hoffe, in den beiden Teilen über das Auswandern in die Schweiz, aber auch die Denk und Arbeitsweise von mir mit DocsGosWis, bringen dir erheblich mehr Einsicht, wie du es in die Schweiz schaffst, ob ich der Richtige für dich bin und welche Herausforderungen wir alle mit uns tragen.

01:06:06: Wenn du sagst, das ist etwas Spannendes, die Folge unbedingt kommentieren, liken, weiterempfehlen.

01:06:13: Und wenn du sagst, ja, die Schweiz ist was für dich.

01:06:15: Unter www.docsgoswiss.ch findest du mich und alle Informationen für dein neues Leben in der Schweiz.

01:06:23: Ich danke dir fürs Zuhören, wünschte viel Gesundheit, ciao, Martin Werner.

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