#105 Ein Schweizer Arzt im Ausland - was Yannick Noser über ausländische Kollegen in der Schweiz gelernt hat
Shownotes
DIE WICHTIGSTEN LEARNINGS
- Auch Auswandern in ein westliches Land ist ein Riesenschritt
Yannicks ehrliches Fazit nach 1,5 Jahren: Angekommen ist er immer noch nicht.
Beruflich ging es schnell. Privat dauert es Jahre.
Sein Satz: “Ich respektiere es jetzt noch mehr, dass Leute diesen Schritt wagen – und dann auch bleiben.”
- 38 Stunden sind möglich, wenn die Strukturen stimmen
In Südaustralien haben alle staatlichen Spitäler dasselbe Klinikinformationssystem. 95 Prozent der Australier haben ein elektronisches Patientendossier.
Keine Telefonate. Kein händisches Übertragen von Diagnosen.
Yannicks Schätzung: ein bis zwei Stunden weniger Arbeit pro Tag. Zeit, die er am Patientenbett verbracht hat.
- Weiterbildung ist in Australien ein Heiligtum
Jeden Donnerstag vier Stunden geschützte Weiterbildung. Obligatorisch. Stufengerecht. Ohne Diensttelefon.
In der Schweiz ist die Weiterbildung zwar vorgeschrieben – findet aber oft im klinischen Alltag statt. Oder gar nicht.
Sein Punkt: Wer zu Hause Kinder hat oder Eltern pflegt, kann Weiterbildung nicht einfach in die Freizeit verlagern. Geschützte Zeit ist auch eine Frage der Chancengleichheit.
- Was er NICHT importieren würde
Wartezeiten für Operationen, MRI und Ultraschall sind in Australien um ein Vielfaches länger.
Die Zweiklassenmedizin ist deutlich ausgeprägter.
Und “Ramping”: Rettungsdienste stranden regelmässig vor den Notaufnahmen, weil Patienten nicht übergeben werden können.
- Sein Rat an Schweizer Ärztinnen und Ärzte
Mach dir bewusst: Die neuen Kollegen kommen aus einem anderen Land. Auch wenn sie Deutsch sprechen.
Sie haben oft kein soziales Netz. Und in der Schweiz werden Arbeit und Privatleben streng getrennt.
Sein Vorsatz für die Rückkehr: öfter Ja sagen. Mal ein Bier trinken gehen. Leute ermutigen, in einen Verein zu gehen.
WICHTIGSTES ZITAT
“Du kannst die besten Kollegen haben und superfreundlich – und sitzt beim Feierabendbier trotzdem alleine da.”
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Über Dr. Yannick Noser: LinkedIn-Profil
Transkript anzeigen
00:00:07: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge DocsGoSwiss.
00:00:10: Ich bin Martin Werner, der Host und normalerweise oder oft sprechen hier Ärztinnen und Ärzte die ihren Weg in die Schweiz gemacht haben Erfahrung gemacht haben.
00:00:21: heute drehen wir die Perspektive um.
00:00:24: mein heutiger Gast ist Schweizer Arzt Und hat genau das gemacht worüber wir nämlich normalerweise sprechen mit deutschen oder anderen ausländischen Ärztin und Ärzten.
00:00:35: Er ist aus seinem vertrauten Gesundheitssystem der Schweiz heraus und ist selbst ins Ausland gegangen, also ist selber ausländischer Arzt gewesen.
00:00:45: Und zwar hat Dr.
00:00:46: Yannick Noser den Weg nach Australien gesucht als Facharzt für Notfallmedizin, hat auch in Australien in der Luftrettung gearbeitet und unter anderem im Royal Adelaide Hospital.
00:01:00: Genau über diese Erfahrungen hat er sehr offen auf LinkedIn geschrieben Und das fand ich bemerkenswert, denn er sagt die achtunddreißig Stundenwoche in Australien ist viel besser wie die fünftigstunden Arbeitszeit in der Schweiz.
00:01:15: Es hat ein besseres Ausbildungssystem, Weiterbildungsystem es hat andere Hierarchien und andere Sicherungsmechanismen für Ärztinnen und Ärzte in Belastungssituationen.
00:01:26: und sprich wir können von Australien was lernen?
00:01:29: Die Schweiz kann aus Australien etwas lernen Und wir sprechen natürlich über seine Perspektive, diesen Perspektivwechsel ausländischer Arzt gewesen zu sein.
00:01:39: Wie war das für ihn und was nimmt er mit, wenn er zurück in die Schweiz kommt?
00:01:44: Yannick ich heiße dich ganz herzlich willkommen bei DocsGoSwiss.
00:01:47: Ja vielen Dank Hallo Martin gerne!
00:01:50: Yannick die erste Frage naheliegend ist Australien ja jetzt nicht.
00:01:55: warum hast du dich für Australien entschieden den Weg zu gehen nochmal in Australien was Neues zu machen.
00:02:03: Ich habe im letzten Jahr des Studiums, das ist in der Schweiz das Wahlstudienjahr und den Deutschen das praktische Jahr hab ich schon in Kapstadt gearbeitet und in Neuseeland Und damals eigentlich schon den Entschluss gefasst dass ich irgendwann mal in meiner ästlichen Karriere gerne ins Ausland gehen würde.
00:02:22: Das ist dann schon so.
00:02:24: zweiten, dritten Jahr als Assistenzarzt habe ich mir dann konkret überlegt wo könnte ich hin.
00:02:30: Da sind eigentlich die englischsprachigen Länder gleich ein bisschen favorisiert gewesen und haben mich dann überlegt UK Australien Neuseeland wo es vergleichsweise wahrscheinlich ein bisschen einfacher wird gegensatz zu den USA oder Kanada wo die Zulassungsbedingungen ein bisschen schwieriger sind.
00:02:54: als leidenschaftlicher Notarzt und auch vor allem für die Präklinik, ein bisschen in die australische Flugrettung eingelesen.
00:03:05: Und dann eigentlich so ab dem Jahr, wo ich dann Anästhesie gemacht habe – das war dann so glaube ich im fünften Weiterbildungsjahr – hab mich wirklich ernsthaft angefangen zu bewerben Und hab dann aber irgendwann merken müssen, Flugrettung direkt aus der Schweiz wird wahrscheinlich bisschen schwierig.
00:03:25: Auch wegen den regulatorischen Voraussetzungen.
00:03:29: und dann habe ich dann irgendwann gesagt als ich auch ausgebildete Notfallmedizin in der Schweiz war, hab ich dann gesagt ja vielleicht den Weg über die Notfall-Medizin oder werde das auch cool mal auf dem Notfall in Ausland zu arbeiten.
00:03:43: Und dann haben wir uns ein bisschen Neuseeland, ein bisschen Australien umgeschaut.
00:03:48: Aber dann hat es letztendlich einfach das Paket in Australien und vor allem dann in Adelaide selber am besten gepasst für mich.
00:03:57: Die Flugrettung hat dann noch geklappt weil ich schon in Adelaide war.
00:04:01: Dann hatte vielleicht auch ein bisschen schon das Netzwerk, dass es dann geklappt hat auch für die Flugrettungen.
00:04:10: Relativ einfach, weil es ein extrem schönes Land ist.
00:04:13: Ich war vorher noch nie hier aber halt einfach was man hört und Reisenden auch Lebensqualität etc.. ich muss aber sagen über das Gesundheitswesen selbst habe ich zuvor nicht viel gewusst.
00:04:25: Ich wusste dass es das Gebiet ist wo die Ärzte aus der UK gerne hingehen und darum habe ich gedacht das wird schon gut gehen oder das wird eine gute Ersache.
00:04:38: Also du warst relativ offen und hast das mal wirken lassen.
00:04:42: Gibt es denn was?
00:04:44: Du warst jetzt gut anderthalb Jahre so ungefähr oder wir nehmen ja noch auf, du bist ja noch da auch wenn du nicht mehr schaffst reißt und noch im Land.
00:04:53: hat diese Erfahrung den dein Blick auf ausländische Ärzte in der Schweiz verändert oder für dich deinen eigenen Blick verändert Auf Medizin, auf arbeiten im Ausland.
00:05:08: Ich glaube, grundlegend verändert hat es nicht.
00:05:12: Es hat mich einfach noch mal drin bestärkt, wie sehr wir in der Schweiz abhängig sind von ausländischen Ärzten.
00:05:21: Wir sind vor allem Deutsche und auch österreichische Ärzte.
00:05:26: Und ich habe die Foren schon mega geschätzt.
00:05:31: Man merkt es ja quasi schon im Studium, wenn man ins wahlsten Jahr geht damit auf Vorgesetzten viele aus dem Dachraum kommen, viele Kollegen dann später als Assistenzarzt und danach auch als ich Oberarzt gearbeitet habe.
00:05:48: Ich habe immer sehr gute Erfahrungen gemacht mit meinen ausländischen Kollegen.
00:05:53: Hier ist es einfach noch mal, hab ich dann gemerkt man geht selber wirklich in ein anderes Land Es ist eine andere Kultur.
00:06:00: Und auch wenn man hier in einem westlichen Land ist Hier ist es bei uns natürlich noch in die Sprache, dass man auf Englisch wechseln muss.
00:06:09: Aber ich denke für viele Deutsche am Anfang kommt das Schweizerdeutsch vielleicht auch ein bisschen Englische vor und von dem her ist dann wirklich eine Wechsel und das ist doch... Ich glaube was es für mich ändert ist, dass ich das noch mehr eigentlich respektiere, dass Leute diesen Schritt wagen in ein anderes Land, in eine andere Kultur zu gehen.
00:06:28: Das ist halt das, was mich jetzt am meisten im Nachhinein dann beeindruckt, dass das Leute halt machen und dann auch bleiben.
00:06:35: Und nicht zurückgehen wieder.
00:06:37: Jetzt Hand aufs Herz!
00:06:39: Wie lange hast du gebraucht bis du das Gefühl hattest?
00:06:41: Du bist angekommen in Australien.
00:06:45: Wo würdest du jetzt drüber lachen?
00:06:46: oder wo lacht ihr darüber?
00:06:48: was für klassische Anfängerfehler hast du denn gemacht?
00:06:51: In der Sprache, in der Kultur, in den Medizin.
00:06:55: Wo du heute drüber lächst weil du weißt...
00:06:57: Das
00:06:57: machst du nicht nochmal.
00:06:59: Ja ich glaube also so ein Fettnäpfchen oder so bin ich nie reingetreten, einfach auch weil... Ich doch finde, so sende ich die westliche Kultur, die vorherrscht.
00:07:11: Ist doch trotzdem ziemlich ehrlich zu der Schweizerischen.
00:07:15: Was ich gemerkt habe eben aufgrund der australischen Kolonialgeschichte mit den Aborigines ist man natürlich Oder wird man sehr civilisiert, auch davor.
00:07:27: Man muss e-Learnings machen und wird auch darauf angesprochen.
00:07:31: Und doch im Alltag macht man dann gewisse Dinge.
00:07:35: die australischen Kollegen dann wissen – das sollte man nicht!
00:07:39: Zum Beispiel dass man bei uns ja den Ausdruck für Affektion oder Empathie, dass man jemanden mal berührt, kann es sich sagen?
00:07:47: Ja, man ist hier oder so... Dass man das eben nicht macht zum Beispiel bei den weiblichen Aborigines, solche Sachen.
00:07:56: So ein kleineres Fettnäpfchen vielleicht?
00:07:59: Sonst... Ja ich muss sagen es ist wirklich eine ähnliche Kultur!
00:08:03: Es ist nicht so dass ich mal irgendwo reingelaufen bin, wo ich sagen muss, da muss ich jetzt drüber lachen.
00:08:11: Die andere Frage von wegen Ankommen.
00:08:13: Ich glaube trotzdem gut einen halben Jahr wie wir hier sind Ich glaube auch angekommen sind wir immer noch nicht.
00:08:21: Es war einfach so eine intensive, porallen positive Zeit wo man immer wieder neue Eindrücke erhält.
00:08:30: ich habe dann ja eben noch die Arbeitsstelle gewechselt.
00:08:32: es war immer alles so aufregend dass man eigentlich jetzt diese ganzen eineinhalb Jahre so viele Eindrücke hatte das man nie richtig ankommt und wir haben alle unsere Freizeit immer gebraucht um irgendwo hin zu reisen.
00:08:48: Was es eher ist, man hat irgendwann mal ein bisschen so fatig, dass man immer wieder die schönsten Orte sieht.
00:08:54: Aber dieses Ankommen, denke ich das bräuchte noch einige Zeit länger einfach weil's halt vom Land und von den Leuten doch immer mal wieder etwas Neues ist.
00:09:03: Ich muss sagen von der Arbeit.
00:09:06: außer dass die Arbeit an sich sehr aufregend war Denke ich die Leute haben sie einem sehr einfach gemacht.
00:09:14: Ich glaube bei der Arbeit bin ich aber eher angekommen, weil es ehrlich ist.
00:09:20: In der Freizeit hier und in den sozialen Bereichen
00:09:23: etc.,
00:09:23: das geht mehrere Jahre bis man da wirklich
00:09:27: ankommt.".
00:09:29: Also sind die Australier ähnlich nett wie die Schweizer?
00:09:31: Die sagen eigentlich, wenn man ins Fettnäppchen tritt, müsst dich mal deine vorgesetzten Fragen... Du hast angesprochen Ist dir gerade auf Arbeit einfach gemacht worden?
00:09:41: Lag das daran, dass also die Medizinsprache halt international ist?
00:09:45: oder gibt es in Australien?
00:09:46: gab's bei deinen Arbeitgebern auch Extraschulung und Programme Begleitung für ausländische Ärzte.
00:09:53: Also wir hatten eine dreitägige Einführung wo sie... Wir haben Simulationen gemacht, wir haben e-Learnings vorher eben zum Beispiel so kulturelle Sachen Krankenhaus läuft etc.
00:10:07: Das haben wir alles vorhin gemacht, das war aber für alle gleich.
00:10:10: und auch diese drei Einführungstage mit den verschiedenen Sachen die vielleicht speziell sind in Adelaide, das haben alle also die australischen neuen Ärzte aus der UK da auch ich aus der Schweiz haben alle das Gleiche durchlaufen und es waren die Leute wirklich sehr hilfreich am Anfang.
00:10:30: man kann jeden fragen eben auch schon ein bisschen angeteasert, die Hierarchien etc.
00:10:36: sind sehr flach.
00:10:38: also man hat ja von Anfang an das Gefühl Man darf fragen und soll fragen besser als dass irgendwas selber zu deichseln.
00:10:45: von dem her es gab jetzt aber nicht finde ich etwas spezifisch für internationale Ärzte.
00:10:52: Ich glaube Ein Grund ist vielleicht Es ist per se schon ein sehr internationales Umfeld.
00:10:57: Also sehr viele Ärzten aus anderen Ländern sind nicht aus Australien Ich würde sagen ähnlich, wenn nicht sogar noch mehr als in der Schweiz.
00:11:06: Und von dem her... ich glaube es lebt ein bisschen davon von verschiedenen Kulturen und man merkt einfach alle wollen so ein bisschen auf den gleichen Nenner kommen.
00:11:15: aber das wird jetzt nicht krampfhaft versucht jeden ins australische Schema irgendwie reinzudrücken.
00:11:21: Ja dann ist die Frage was ist das australisches Schema?
00:11:23: Wenn so viel internationale Einflüsse dabei sind, dann ist das ja auch schon sehr international per se.
00:11:29: Aber Yannick, du hast angesprochen Hierarchien und Arbeitsweisen.
00:11:33: Da würde ich auch gerne mal reingehen.
00:11:35: Du hast auch sehr offen und ehrlich auf LinkedIn darüber geschrieben.
00:11:40: Ein Thema war Arbeitszeiten.
00:11:42: Ja in der Schweiz ist ja die Diskussion entbrannt.
00:11:45: Fünfzig Stunden macht das noch Sinn?
00:11:47: Wie kann man das anders machen?
00:11:49: Australien, 38-Stunden-Woche also ähnlich vom arbeitsrecht her wie in Deutschland.
00:11:55: Warum ist dir das so aufgefallen?
00:11:59: Was hat dir in Australien gefallen an dem anderen System?
00:12:04: oder überspitzt gefragt?
00:12:06: Müssen wir in der Schweiz auch über nachdenken, ob die fünfzig Stunden noch zeitgemäß sind.
00:12:11: Ja also was man... Also was ich sagen muss, in acht und dreißig Stunden ist natürlich für jemanden, der aus einem System kommt wo fünfzig stunden eigentlich die Regel ist erstmal natürlich einfach mega viel Freizeit.
00:12:25: das habe ich einfach gemerkt.
00:12:26: Man hat viel mehr Zeit zu verfügen, die man mit anderen Dingen verbringen kann.
00:12:33: Ansonsten merkt man halt einfach, dass die Australier haben eine andere Einstellung zur Arbeit.
00:12:43: Wir leben, um zu arbeiten – oder arbeiten, um zu leben.
00:12:49: Man merkt das auch, der Feierabend staut zum Beispiel in der Stadt.
00:12:54: Da beginnt dann eher schon um fünfzehn-sechzehn Uhr anstatt um so siebzehn Ur in der Schweiz, siebzenachzehn Uhr.
00:13:02: Es ist einfach eine Grundeinstellung glaube ich zur Arbeit die schon mal anders ist.
00:13:07: Sonst muss ich sagen natürlich gibt es hier auch eine riesen Bandbreite.
00:13:12: Die gesetzlichen Arbeitsstunden sind acht oder drei Stunden.
00:13:15: Ist egal ob jemand auf dem Bau arbeitet oder in einem Büro, oder als Arzt.
00:13:21: Was ich grundsätzlich eigentlich eine gute Einstellung finde das andere ist die 38 Stunden zumindest auf den Notfall, auf der mich ein Jahr verbracht habe Die werden höchst effizient verbracht.
00:13:37: also Das ist mir halt wirklich aufgefallen.
00:13:40: wir können auch gerne darüber noch spezifisch sprechen.
00:13:42: aber Süd Australien an sich als Staat alle staatlichen Krankenhäuser haben das gleiche Klinik-Informationssystem.
00:13:51: 95 Prozent der Australier haben ein elektronisches Patientendossier.
00:13:57: und da sind zwei Punkte, ja man könnte meine kleine Punkte aber im Alltag eines Arztes macht es eine Schätzung oder vielleicht auch eine bis zwei Stunden je nachdem aus weil ich kenne es noch als Assistenzars in der Schweiz.
00:14:14: jemand wird vom Teilweise in der gleichen Stadt von einem Krankenhaus verlegt.
00:14:20: Wenn man Glück hat, hat man die Diagnose Liste in einer PDF zum Beispiel oder die Medikamentenliste.
00:14:27: Vielleicht fehlt auch was?
00:14:28: Auf jeden Fall nicht zählten muss man dem nachtelefonieren.
00:14:32: Man muss es handisch übertragen, zum Beispiel Diagnosen.
00:14:36: Das war halt hier so ... Dass man hatte immer alle Informationen vom Hausarzt.
00:14:44: Überblick über alle Angaben von Patienten, in diesem elektroschen Patientendossier.
00:14:48: Über alle Impfungen, über alle Medikamente.
00:14:52: Wann war der letzte Besuch?
00:14:53: Wo war der Besuch ?
00:14:55: Hat jeder ein CT oder eine MRI ... wo war das?
00:14:59: Und es ist alles einfach an einem Ort und das hat die Arbeit extrem erleichtert weil es gibt weniger Redundanzen man muss weniger rum telefonieren.
00:15:07: ich habe einmal glaube ich in dem ganzen Jahr hab ich mal ein anderes Krankenhaus angerufen und das war ein Privat-Krankenhaus.
00:15:15: Die waren nicht im gleichen System, und das ist das einzige Mal.
00:15:18: Und sonst sind es einfach mega viele Stunden die frei werden, die man anders – und in meinem Fall beim Patientenbett verbringen kann.
00:15:27: Ich habe das Gefühl ich hatte viel mehr Patientkontakt als ich es aus der Schweiz kenne, viel weniger Dokumentation, die nötig war von meiner Seite.
00:15:37: Die Dokumentation an sich ist qualitativ ähnlich, also es wird auch viel dokumentiert.
00:15:42: Aber man hat einfach die Daten schneller, wenn man da nicht über den Umweg gehen muss.
00:15:47: So finde ich das macht 38 Stunden einerseits möglich.
00:15:52: Andererseits muss man auch eben im Notfall ist es einfach die thirty- eight Stunden zu machen.
00:15:57: und dann gibt nach seiner Schicht, gibt man die Patienten ab.
00:16:00: Es wird rigoros darauf geachtet dass man die Patient nicht einfach weiter trägt sondern man geht nach Hause vorüber sind.
00:16:07: Weil sie müssen auch sehr viel Straf bezahlen, wenn jemand Überstunden macht.
00:16:12: Das ist natürlich auch dann für Sie an den Incentiv zu sagen wir sollen keine Überstunde machen.
00:16:18: Natürlich gibt es aber in den chirurgischen Fächern, v.a.
00:16:21: in der hochspezialisierten Medizin wie auch in der Schweiz.
00:16:24: Eger oben ist alles möglich.
00:16:27: wer hier auch ein Top-Chirurg gewerden will was auch sehr kompetitiv hier ist in Australien Die werden hier in den Siebzig bis Achtzeigstunden arbeiten, dort freut mich nicht dran.
00:16:39: Aber das Signal ist ein anderes, also Achtundreißigstunde arbeitet jeder in diesem Land und alles was darüber ist wird wirklich großzügig belohnt.
00:16:52: Jede Spätdienst, jede Nachtdienst wird wirklich mit oder auch jede Wochenenddienst wird mit Geld auch belohnt, weil wieder die Message ist es nicht normal dass jemand um Sonntag auf Montag um zwei Uhr nachts arbeiten muss und das muss irgendwie vergütet werden.
00:17:08: Ja ich glaube das ist einfach so eine Grundeinstellung die die Andersissen die man vielleicht als Schweizer oder Deutscher nicht gleich versteht.
00:17:16: Ich habe sie sehr schnell annehmen können weil es halt wirklich sehr angenehm war so zu arbeiten.
00:17:22: Ja es tönt so, dass das auch nicht nur im Spitalwesen gewünscht ist sondern auch also einfach politisch gewünschtes gesellschaftlich gewünrscht ist und dann entsprechend vielleicht nicht eher die frage ist warum?
00:17:32: Achtendreißig Sondern eher die Frage wie können wir denn das auch umsetzen damit gegebenenfalls Auch Die Strafen Nicht Zahlen MüsSen?
00:17:40: Und Dann Ist Natürlich auch Ein Anreiz Da Zu sagen Na gut Vorma Die strafe zahlen investieren Mal Lieber in die elektronische Patientenakte oder Eine gemeinsame IT Infrastruktur.
00:17:50: Also Das vielleicht dadurch eine ganz andere Fragestellung auch rumkommt, als das vielleicht in Schweiz oder auch in Deutschland üblich ist.
00:17:58: Also dass der Incentiv halt ein anderer auch ist, den man dann umsetzt?
00:18:03: Genau ich finde ja auch noch das sagen darf.
00:18:06: also in der Schweiz es wird ja diskutiert, das ist ja immer mal wieder in der Medien mit diesen Im Rahmen von ca.
00:18:16: 50 Stunden = 46 Arbeit + 4 Weiterbildung.
00:18:20: Da sind ja teilweise Kantone schon wie das Tessin sehr weit, teilweise auch vereinzelt Spitäler, die es auch als insensiv nehmen um Arbeitskräfte anzuziehen und es muss schlussendlich natürlich über irgendwelche effizient Sachen z.B.
00:18:39: dann gehen, weil einfach vom einen auf dem anderen Tag vier Stunden je nachdem Arbeit bei jedem Arzt weniger zu erlauben ist natürlich etwas das schwierige Amt zu setzen ist und ich glaube diese Sache mit den elektronischen Patienten dossier und einem einfach integrierten Klinikinformationssystem dass überall gleich ist Idealerweise in einem ganzen Staat oder halt mindestens überregional, wäre halt glaube ich fast voraussetzen dass das auch langfristig nachhaltig so in der Schweiz funktionieren würde.
00:19:15: Kann das nur bestätigen?
00:19:16: Ich bin in der Hausarztpraxis gewesen ist eine große Praxisgruppe mit und sage ja von meinem Knie ist schon mal ein MRT gemacht worden vor Jahren.
00:19:24: Das war also noch im Winterthur.
00:19:26: gewohnt habe da guckte mich an und sagte Ja also das haben wir hier nicht Das ist doch dieselbe Praxisgruppe.
00:19:34: Nee, da müsste ich erst ein Formular unterschreiben dass sich die Daten freigeben dann würden sie das an die Praxiskollegen nach Wintertour schicken und dann würden die die Daten rüber schicken.
00:19:42: Da dachte ich wenn es da schon nicht funktioniert wie soll das über Unternehmen hinaus funktionieren?
00:19:48: Ein Riesenaufwand also.
00:19:51: ich glaube der ist viel möglich und du hast gesagt am Anfang sind zwei kleine Sachen.
00:19:55: Ich glaube, das sind zwei riesengroße Bretter.
00:19:57: Das klingt trivial aber da steckt viel dahinter und wenn man das einfach aufsummiert was es für jeden Arzt, für jede Pflegekraft auch für den Patienten bedeutet also da kommt mal schnell auf einen großen Gewinn.
00:20:11: Du hast es auch angesprochen strukturierte Weiterbildung, die vier Stunden strukturierte Weiterbildung.
00:20:18: Auch darüber hast du ja gesprochen dass das in Australien Deine Erfahrung nach komplett anders, was also so eine geschützte Weiterbildungszeit jede Woche.
00:20:27: Magst du mal erzählen wie das gelaufen ist?
00:20:30: Was dir da anders funktioniert hat und warum du das auch so schätzen gelernt hast?
00:20:37: Ich habe bereits erwähnt dass ich im Wahlstudio in Neuseeland war.
00:20:42: Das war ja auch in Wellington auf einem größeren Notfall Und dort ist mir das erste Mal aufgefallen, dass jeden Donnerstag zur Weiterbildung gekommen war und nicht um zu arbeiten.
00:20:55: Und da waren vier Stunden auch geschützte Weiterbildungen.
00:20:58: In der Zeit haben die Oberärzte den Notfall quasi geschmissen.
00:21:03: Und eigentlich seither habe ich meine ganze Assistenzarztzeit nie richtig verstanden, warum es in der Schweiz fast schon so ein bisschen stiefmütterlich behandelt wird.
00:21:13: Das ist natürlich auch nicht jedes Krankenhaus gleich, muss man aber auch sagen soll das auch nicht?
00:21:19: Also es ist etwas was ja national vorgegeben ist.
00:21:22: Die Krankenhäuser erhalten ja auch Geld um Assistenzherzte auszubilden und das hat mich eigentlich nie richtig losgelassen dass das wie in unserer Assistenzarzt in der Arbeitszeit eigentlich einberechnet ist strukturierte Weiterbildung von vier Stunden.
00:21:42: In der Schweiz ist es oft so, wenn es stattfindet und findet das im klinischen Alltag statt.
00:21:47: Das heißt man kann erstens nicht immer teilnehmen.
00:21:50: Zweitens hat noch sein Diensttelefon zum Beispiel.
00:21:53: Es ist irgendwie ein Notfall und wenn man auf der Station ist, ist ein Patient, dem es schlechter geht.
00:21:58: Dass man eine Stunde Weiterbildung ohne Störung eigentlich dem folgen kann, ist teilweise wirklich nicht möglich Teilweise halt wirklich traurigerweise auch, dass es einfach nicht stattfindet.
00:22:14: Dass es einfach halt Arbeitszeit ist, obwohl man das zu gut hat und ich glaube vor allem auch in Fächern wo man von seinen Vorgesetzen abhängig ist, Chirurgiscshe Fächer, dass man eben zum Beispiel in den OP kommt, ist man halt in einem Abhängigkeitsverhältnis, d.h.
00:22:33: man will das auch nicht zu sehr aufbringen, Man will nicht in die...
00:22:42: Du willst dich selber schützen.
00:22:46: Genau, man will nicht negativ auffallen oder nicht in den OP kommen.
00:22:50: zum Beispiel und hier in Australien ist es halt so ich kenne vor allem jetzt für das Australasian College for Emergency Medicine (ACEM) Das ist dieses College dass die Weiterbildung vorschraubt für alle Ärzte die Nobel Medizin als Facharzt machen möchten Und die sagen ganz klar, es müssen geschützte Weiterbildungsstunden sein.
00:23:13: Die halt gerecht sind und gehen auch für das Niveau der Ärzte.
00:23:18: Also es wird auch der Unterschied gemacht, bin ich im ersten Jahr nach meiner Staatsgesamen oder bin ich kurz vor Abschluss meines Facharztes?
00:23:27: Das kann erstes Jahr nach Staatsgesammen oder achtes Jahr nach Stadtsgesamten sein zum Beispiel.
00:23:32: Also das eine ist strukturiert, das andere ist einfach ... dass das Stufengerechte und das strukturierte und geschützte, das wird wirklich hier befolgt.
00:23:44: Es ist halt eine ernst genommene Vorgabe und bei uns war es so, dass jeden Donnerstag vier Stunden geschützte Weiterwirkungszeit stattfand.
00:23:54: Man ist dann entweder nachher hatte man vielleicht noch eine halbe Schicht also, dass man am Schluss auf seine acht Stunden vielleicht kommt oder man hatte halt nur die Weiterbildung.
00:24:04: Und das war dann aber auch obligatorisch, weil es ist Arbeitszeit und das Stufengericht ist ... Das ein Teil der Weiterbildung war für alle gleiche.
00:24:14: Das sind gewisse Vorträge zum Beispiel oder auch mal wenn irgendwas für das Krankenhaus spezifisch war und dann gab's noch eine Stufengerechte sicher eine Stunde oder nein glaube ich zwei Stunden events wo halt Erfahrendere Ärzte etwas anderes gemacht haben als die weniger erfahrenen.
00:24:33: Und das war halt eine sehr, sehr gute Erfahrung hier diese Weiterbildung wirklich jede Woche ohne Ausfälle mitzukriegen.
00:24:44: und ich glaube es sorgt auch dafür dass man wie ein breiter aufgestellt ist, dass auch niemand hinten quasi weggelassen wird, dass alle mitgenommen werden.
00:24:58: Weil jeder muss halt gehen und jeder soll dort sein und jeder kriegt das auch immer mit.
00:25:02: Während es in der Schweiz sehr abhängig ist von Arbeitsplanen, die man um dann überhaupt teilnehmen kann zum Beispiel.
00:25:10: Und dann andere, ja eben das Stufengericht.
00:25:12: Es ist wirklich, dass man als erfahrener Assistenz-Arzt, der Kurzwarenfachartist Wirklich auf hohem oder höherem Niveau etwas spezifisches hört und lernt.
00:25:24: Es waren auch sehr viele praktische Sachen dabei, war eigentlich nie langweilig, weil es wirklich ... Man ist nur dort!
00:25:32: Man muss sich keine anderen Gedanken machen über irgendwas, was sonst noch im Italalt läuft.
00:25:37: Und das war wirklich sehr bereichernd und hat mich noch einmal mehr darin bestätigt.
00:25:42: Auch wenn ich wieder in der Schwein zu arbeiten, dass ich mich dafür einsetzen möchte, möglich ist.
00:25:49: Das beweisen Sie ja in Australien schon seit Jahrzehnten, dass das möglich ist, dass man das in einem geschützten Rahmen machen kann und es alle auch teilnehmen können?
00:25:57: Ja mir kam einfach direkt ins Sinn weil du auch sagst so quasi alle machen's mit.
00:26:02: Es ist ein Gleichheitsgedanke auch.
00:26:04: Also es wäre gelogen wenn man sagt alle Ärzte in Ausbildung haben die gleichen Voraussetzungen.
00:26:10: Die einen haben vielleicht zu Hause noch drei Kinder.
00:26:12: Die können die Weiterbildung zuhause gar nicht wuppen.
00:26:15: Andere pflegen noch die Eltern, andere sind noch extrem sozial und gesellschaftlich engagiert.
00:26:21: Das macht ja einen Unterschied aus wie viel Zeit ich dann noch mitbringen kann im Schweizer im deutschen System weil ich alles in meiner Freizeit aufbürde.
00:26:30: das finde ich sehr spannend.
00:26:32: Dann drücke ich schon mal die Daumen dass du dann bist ja auch sozusagen in der Lage Dinge zu ändern wenn du zurückkommst.
00:26:39: was auch machst wir haben jetzt sehr positiv über Australien gesprochen ist sehr viel positives mitgehen Pracht, gibt es denn Dinge die du aus Australien auf keinen Fall importieren würdest?
00:26:51: Wo du sagst ne ist gut dass das so ist wie's is in der Schweiz.
00:26:55: Das ist in Australien nicht empfehlenswert.
00:26:59: Ja das gibt es definitiv eben.
00:27:01: ich sage auch immer und auch bei meinen Beiträgen habe ich das immer gesagt.
00:27:04: Ich bin mir auch bewusst dass natürlich eben vieles ist neu und vieles sehr aufregend und dass man eben diese rosa-rote Welle auch ein bisschen an hat.
00:27:14: aber sind mir doch ein paar Sachen aufgefallen, die wir definitiv in der Schweiz nicht möchten.
00:27:19: Also das eine ist weil es ein staatsfinanziertes System ist, will natürlich auch der Staat seine Ressourcen entsprechend verteilen, dass das Sinn macht und entsprechend sparen wo es geht grundsätzlich.
00:27:34: Und ein Punkt dabei ist, dass die Wartezeiten zum Beispiel für Operationen hier durch um ein vielfaches Längnis in der Schweizer allgemein Wartezeiten, auch für Ultraschall zum Beispiel oder MRIs etc.
00:27:49: sind länger als in der Schweiz.
00:27:51: Ich glaube in der Schweizerin bin ich da schon ziemlich verwöhnt.
00:27:55: Habe ich jetzt noch mehr eigentlich realisiert?
00:27:58: Wenn in der schweiz teilweise jemand sagt ja an MRI nächste Woche dann denkt man sich erst nächste woche und hier wäre das also excelent wenn man in einer woche später schon dran wäre.
00:28:09: meistens geht es ein bisschen langsamer ausser Man kann es sich leisten, noch privat das zu leisten.
00:28:18: Also nicht private Versicherungen abzuschließen.
00:28:21: und damit komme ich eigentlich zum Punkt, dass auch hier muss man sagen so ein bisschen die zwei Klassenmedizin ist wahrscheinlich doch ein bisschen mehr ein Thema hier also in der Schweiz.
00:28:30: ich finde in der schweiz kriegt man auch als allgemeinversicherte eine gute versorgung eine schnelle versorgungs.
00:28:38: Auch in der Schweiz, natürlich ist es noch ein bisschen besser und schneller als Halbprivater oder Privatversicherter.
00:28:43: Ich finde aber hier ist doch der Unterschied einiges größer.
00:28:46: vor allem wenn es um Wartezeiten für Operationen geht kann der Unterschied schnell einmal ein paar Monate sein, wenig sogar Jahre, wenn es keine dringliche Operation ist.
00:28:58: Und ich glaube die sich das leisten können schließen auch eine Privat-Versicherung ab hier.
00:29:04: Das ist definitiv was was wir in der Schweiz nicht wollen.
00:29:09: Das andere ist spezifisch auf den Notfall war und das glaube ich, ist ein Problem oder eine Politik um im ganzen Land und so genannte Ramping.
00:29:18: also es ist ein Phänomen quasi dass die Rettungsdienste regelmässig stranden vor den Notfällen und sie können ihre Patienten nicht abgeben.
00:29:29: wenn das jetzt jemand ist mit einem gebrochenen Arm glaube ich dann kann man dann irgendwo im Notfall unterbringen, aber jemand, der sonst krank ist und nicht sitzen kann, der dann auf seiner Rettungsbahre im Wagen liegen bleibt.
00:29:45: Und sogar teilweise mit Schichtübergaben in den Rettungswagen – also die Wartenteile sind wirklich lange dort.
00:29:52: Das ist ein bisschen auch dem System geschuldet, dass einfach Anschlusslösungen teilweise nicht existieren, dass Patienten, die eigentlich in eine Pflege oder altes Heim gehen sollten, die haben keine Plätze
00:30:03: z.B.,
00:30:05: und dann gibt es von dort einen Rückstau bis auf den Notfall runter.
00:30:09: Und das ist bei jeder Wahl ein Thema, also alle Wahlen die ich jetzt miterfolgt habe, also Gesundheitswesen, Ramping – das war immer ein Problem!
00:30:18: Es ist wirklich so... Ich, glücklicherweise als Notarzt mit der Flugrettung hatte immer direkten Zugang weil eigentlich meistens in den Schockraum gegangen sind.
00:30:27: aber wenn's nicht das dringendste ist und doch ernst zu nehmen Das ist dann frustrierend für die Patienten.
00:30:33: Es ist auch potenziell gefährlich, dass sie kränker werden eben wagen weil sie die Therapie nicht erhalten, die sie sollten und ich glaube meines Wissens das gibt es in der Schweiz einfach nicht.
00:30:43: Ich glaube das nächste war vielleicht noch während Corona-Zeiten, dass einem Ambulanz vielleicht kurzmodressen warten musste.
00:30:50: aber im Rahmen wie es hier passiert haben wir sicher nicht in der schweiz und das definitiv auch was was wir nie haben möchten.
00:30:58: Ja, zwei gute Punkte kann ich nur nicken als Patient.
00:31:02: Dass es nicht untergeht.
00:31:04: Luftrettung in Australien ist ja legendär.
00:31:07: Magst du noch ein Wort verlieren?
00:31:10: Was das dort für dich ausgezeichnet hat diese Erfahrung in der australischen Luftrettungen?
00:31:16: Also für mich war das wirklich ein absoluter Traumjob.
00:31:19: sie hätte mir auch nochmal sechs Monate länger angeboten.
00:31:22: wir haben dann aber aus persönlichen Gründen gewissen Umständen haben wir dann entschieden schlussendlich dass Dieses noch mal halbe Jahr ist nicht zu machen, sondern nach Hause gehen.
00:31:33: Aber das war bei MedSTAR und das ist quasi der Flugrettungsdienst für ganz Südaustralien, also für etwa so knapp eineinhalb Millionen Einwohner.
00:31:43: Und die Arbeiten auch für die Patienten weiter weg sind mit dem RFDS, der Royal Flying Doctor Service, haben diesen Vertrag.
00:31:55: Und es war so, dass wir zu wenig einen Drittel der Einsätze mit dem Helikopter gemacht haben.
00:32:00: Das waren vor allem primäre Einsätze zum Beispiel auch Verkehrsunfälle oder Leute die wirklich akkukrank sind im Umfeld was mit dem helikoptersinn macht und ein Drittel war halt Metropolitan das war in der Stadt Adelaide vor allem wo man da schnell mit dem Auto hin kommt Und ein Drittel war dann mit dem Flugzeug, mit einer Pilatus.
00:32:26: Da habe ich Pilatus PC-12 also noch ein Schweizer Flugzeug das eigentlich die ganze Flotte von RFDS ausrüstet und damit ist man im restlichen Staat quasi rumgeflogen und ist auch wirklich an sehr weit entfernte Orte.
00:32:41: Das hat auch die Arbeit ausgezeichnet, dass man nicht wie in der Schweiz, wo es gefühlt alle fünfzehn Minuten einen Krankenhaus gibt, hat man den Patienten genommen und möglichst schnell in Spitalen kranken ausgebracht, sondern die wären gestorben.
00:32:55: Also ich hatte Patienten, die waren am verbluten circa eine Stunde Flug von Adelaide.
00:33:04: Die hatten dann quasi in der Zwischenzeit schon Blut aus den medizinischen Zentren oder teilweise aus umliegenden Zentren gekriegt.
00:33:13: Wir haben auch selber Blut geführt.
00:33:16: Wir haben sonst die Möglichkeit, noch zusätzliche Konzentrate uns liefern zu lassen zum Beispiel.
00:33:24: Das war einfach eine ganz andere Medizin in diesen ländlichen Gebieten wo man weit weg ist von einer Höchstversorgung.
00:33:33: Man hat zum Beispiel transvenöse Schrittmacher eingepflanzt weil es halt einfach nötig war Und sie so stabilisiert werden konnten, man hat den Blutprodukt gebraucht.
00:33:45: Man hat keine chirurgische Eingriffe gemacht.
00:33:47: Alles was einfach nötig war, man hatte einen Ultraschall dabei die ganze Zeit und man hat sehr viel Ultraschall-Diagnostik gemacht.
00:33:53: Also es war wirklich eine sehr gute Erfahrung von dem her.
00:33:59: aber auch sonst das war wirklich ... eine Spitzenorganisation die auch alles hinterfragt, die sehr viel Forschung betreibt und die auch jeden Fall analysiert.
00:34:14: Wir hatten wöchentlich Case Reviews, dann wurden alle interessanten Fälle besprochen, sei es aus logistischer Sicht oder medizinischer Sicht, Kommunikation zum Beispiel.
00:34:24: Und dann hatten wir einmal im Monat einen ganzen Development Day also wo man externe Speaker eingeladen hat.
00:34:32: Man hatte auch Fälle von den verschiedenen Diensten vorgestellt, diskutiert.
00:34:39: Alles drumherum war auch wirklich eine Kultur des Lernens.
00:34:43: Man konnte zu jedem, der sehr erfahren war, jederzeit fragen kann es mir das zeigen?
00:34:48: Es gab daily drills also jeden Tag hat man Drills gehabt wo man verschiedene Themen angesprochen hat.
00:34:54: Es gab sehr viele High Fidelity Simulationen wo man unter Echtzeitdruck, auch unter Beobachtung der anderen quasi Höchstleistungen bringen musste.
00:35:05: Und ich fand das ein so cooles Umfeld um einfach besser zu werden und man war motiviert.
00:35:12: Es waren natürlich auch sehr, sehr interessante Fälle eigentlich alle interessantesten Fälle die es im Staat gibt.
00:35:19: Genau also ich kann über diese sechs Monate kann ich wirklich nur positives sagen.
00:35:23: Das war eine sehr sehr aufregende Zeit.
00:35:26: Ich kann mich sehr gut vorstellen das in einem späten Zeitpunkt an sich nochmal zu machen, wenn sie mich noch mal nehmen.
00:35:35: Ja aber das klingt so, wenn Sie dir den Vertrag verlängert hätten dann ist die Tür offen würde ich sagen Yannick.
00:35:40: Ich hoff's mir ja!
00:35:42: Jetzt geht es für euch zurück in die Schweiz.
00:35:44: privat und beruflich worauf freust du dich denn am meisten?
00:35:49: Ich glaube beruflig ist das ziemlich klar obwohl sagen würde ich, dass ich sehr gut Englisch spreche.
00:35:57: Man ist doch oder vielleicht auch privat und beruflich.
00:36:00: man ist doch am Ende.
00:36:01: man kennt das vielleicht in einem langen Mausland ist man nicht hundertprozent sich selber also so ein bisschen zum Beispiel einfach so ein bißchen witzig sein oder irgendwas spontan was oder auch seine Emotionen eins zu eins zum Ausdruck bringen.
00:36:16: oder zb in schwierigen Patientengesprächen wo man einem Angehörigen sagen muss es vielleicht jemand nicht überlebt oder so ist man halt in seiner eigenen Sprache doch am versiertesten.
00:36:27: Und ich habe es immer zum Besten eigentlich versucht, glaube das ist auch gut gelungen.
00:36:33: und da hat man dann immer das Gefühl, da fehlt irgendwie noch was.
00:36:37: und dann ist dann wie so ein bisschen eine Barriere zwischen mir, zwischen Freunden hier oder eben Patienten umdenkt.
00:36:44: dass könnte man jetzt in der eigenen Sprach noch viel besser zum Ausdruck bringen.
00:36:48: Also die eigene Sprache, das frage ich mich sehr.
00:36:50: Dass sich wieder auf Schweizerdeutsch oder Deutsch mit den Kollegen und Freunden auch in privaten und eben auch mit Patienten so sprechen kann, dass ich so eloquent bin wie ich eigentlich gewohnt bin und dann keine Abstriche machen muss da.
00:37:10: Ansonsten privat, wir freuen uns sehr Ende September zurückkommen für den schönen goldenen Herbst, später Glühwein und Maronen.
00:37:24: Weihnachtsmarkt vielleicht mit kälteren Temperaturen und das passt auch besser zum ganzen Weihnachtssekurationen.
00:37:32: Das war schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig hier im Hochsommer dann mit einer Weihnachtsmütze herumzulaufen und eine Weihnachtsparade zu schauen Ja, und sonst natürlich auch Familie und Freunde.
00:37:45: Einfach alles erzählen was wir erlebt haben von ihnen hören, was sie in der Zeit erlebt haben, neue Kinder zu begrüßen die es in der Zwischenzeit gegeben hat.
00:37:56: Es gibt doch sehr viel wo wir uns sehr darauf freuen nach.
00:38:00: Das wird auch wieder intensiver, dass die Zeit danach...
00:38:05: Definitiv!
00:38:06: Letzte Frage nochmal auf die Perspektive, die du jetzt ja hattest als ausländischer Arzt.
00:38:11: Was würdest du denn deinen Kollegen in der Schweiz mitgeben im Umgang mit neuen Kollegen aus dem Ausland?
00:38:20: Würdest du was anders machen wieder vor?
00:38:23: Ich glaube, was ich vielleicht ansmachen würde ist wirklich halt das Bewusstsein dass Die Kollegen, die neu kommen, kommen effektiv aus einem anderen Land.
00:38:34: Auch wenn man das Schweizer nicht so realisiert, dass Deutschland trotzdem ein anderer Land sind.
00:38:42: Das heißt beruflich ist es eine Umstellung, es ist eine andere Kultur aber auch privat.
00:38:47: Man geht vielleicht mit Partnerinnen oder alleine auf eigere Faust hat kein großes soziales Netz Und ich glaube, wenn man das ein bisschen merkt oder wenn man auch sogar vielleicht gefragt wird und man was unternehmen möchte.
00:39:02: Ich glaube, wäre in Zukunft auch noch offener als zu Unternehmen mit meinem neuen Kollegen aus dem Ausland einfach weil es die Transition quasi einfach einfacher macht.
00:39:16: Wenn man nicht nur beruflich verstanden wird nach einer gewissen Zeit oder eingearbeitet ist, sondern auch vielleicht privat so ein bisschen mehr verankert ist und auch die Leute vielleicht ein bisschen dazu ermutigen, sozial sich ein bisschen zu beteiligen.
00:39:33: Zum Beispiel in einen Sportclub so gehen, der einfach irgendwie an sozialen Anlässen teilnehmen weil es halt eben diesen Übergang doch viel einfacher macht wenn man ein soziales Umfeld hat.
00:39:44: Weil dann kann sich sonst doch isoliert fühlen.
00:39:47: ich glaube das ist wahrscheinlich auch für viele Leute die aus Deutschland in die Schweiz kommen eine Halt an die Realität und genau einfach so ein bisschen, dass die Sensibilität, dass das ein Riesenschritt ist für gewisse Leute.
00:40:03: Und dass ich das jetzt noch mehr respektiere, dass es Leute machen – und vielleicht eben sogar für immer – wenn neues Leben irgendwo aufbauen und ihr Altes aufgegeben wird.
00:40:13: Das finde ich sehr bemerkenswert.
00:40:15: und eben in Zukunft, wenn man mich fragt, dass sich dann eh mal wahrscheinlich ja sagen und einfach am Bier gehen oder mal irgendwie mit jemandem sprechen zum Beispiel...
00:40:24: Freuen sich deine ausländischen Kollegen.
00:40:26: Das ist tatsächlich ein ganz großes Thema.
00:40:28: und das ist halt in der Medizin dann auch so, dass man sehr zurückhaltend ist und es nicht so einfordert als Neuling in einem neuen Land.
00:40:40: Das beschäftigt sehr, sehr viele ausländische Ärzte und Ärztinnen.
00:40:43: Und ihre Familien.
00:40:44: auf jeden Fall also dieses private Ankommen.
00:40:47: Man hat da auch recht Mühe mit je nachdem wo man herkommt dass diese Arbeit und Privatleben in der Schweiz dann oft sehr streng getrennt wird.
00:40:55: Also du kannst die besten Kollegen haben und superfreundlich beim Feierabendbier sitzt alleine da.
00:41:01: Je nach dem wo du herkommst ist das sehr ungewohnt.
00:41:04: Yannick ich habe noch eine letzte Rubrik zehn schnelle Fragen.
00:41:09: Da geht es eigentlich darum, dass du sehr kurz in einem Satz, in einem Wort noch mal eine Antwort gibst ohne groß nachzudenken.
00:41:16: Manche Sachen haben wir schon besprochen aber ja manche Leute wollen auch nur das Ende hören die kompakte Zusammenfassung einfach nochmal ein paar Facetten aufzeigen und wie gesagt nicht lange überlegen einfach sagen was du denkst.
00:41:33: Kurze Werbeunterbrechung in eigener Sache.
00:41:37: Du wolltest schon immer mal wissen, wie deine Chancen als Arzt oder Ärztin in der Schweiz stehen.
00:41:42: Passt die Anerkennung wird dein Fachgebiet gesucht?
00:41:46: jetzt ist es soweit!
00:41:48: Der Swiss Readiness Check gibt dir eine persönliche Einschätzung.
00:41:52: Es war also noch nie so einfach den Schritt in die Schweiz anzugehen.
00:41:57: Wo findest du denn?
00:41:59: Im Menü unter www.docsgowswiss.ch direkt für dich mit einem persönlichen Feedback von mir.
00:42:07: Nimm dir jetzt gerne fünf Minuten Zeit, beantworte die Fragen, stelle deine Fragen und sende den Swiss Readiness Check ein.
00:42:16: Nummer eins!
00:42:18: Schweiz oder Australien?
00:42:20: Wo würdest du noch mal deiner Assistenzarztzeit starten?
00:42:24: In Australien.
00:42:26: Lieber thirty-eight oder fünftig Stunden Arbeitszeit?
00:42:30: Das ist einfach thirty eight Stunden.
00:42:33: Wenn nach thirty-three Schluss ist ne?
00:42:36: Genau
00:42:37: Schweizer Gründlichkeit oder australische Gelassenheit?
00:42:42: Beides.
00:42:42: Die hast du alles ingelassen, machen es aber auch gründlich und in der Schweiz kenne ich das
00:42:47: auch.
00:42:49: Was macht Australien gerade in der medizinischen Ausbildung besser als die Schweiz?
00:42:55: Die medizinische Ausbildung ist ein Heiligtum, dass nicht angefasst wird und dass auch rigoros verteidigt wird.
00:43:03: Und was macht die Schweiz besser als Australien?
00:43:08: In Schweiz behandelt schneller Patienten aller Cooler und die Zweiklassenmedizin ist weniger ausgeprägt.
00:43:19: Tätigkeit Liga lieber in einem kleinen Regionalspital oder Universitätsspital?
00:43:25: Dazwischen ein mittelgroßes bis großes Kantonsspital.
00:43:31: Notaufnahme oder Luftrettung?
00:43:34: Luftrettungen,
00:43:36: dachte ich mir!
00:43:37: Was wird am Schweizer Gesundheitssystem überschätzt?
00:43:42: Dass wir die besten auf der Welt sind.
00:43:46: Okay, was wird am schweizer Gesundheitswesen unterschätzten?
00:43:52: Ja wieder wie schnell man behandelt wird und wie gut man als allgemeinversicherter in der Schweiz lebt.
00:44:01: Und letzte Frage wenn du zurück kommst neuer ausländischer Kollege beginnt bei dir in der schweizende Abteilung.
00:44:08: Welchen Rat gibst du ihm mit?
00:44:11: Dass er sich gerne bei seinen Kollegen, Kolleginnen melden soll wenn er irgendwelche Probleme hat weil der Übergang schwierig ist von einem anderen Land in die Schweiz zu kommen.
00:44:25: Das waren auch die zehn schnellen Fragen.
00:44:27: Yannick.
00:44:28: damit
00:44:29: habe ich alle Facetten abgedeckt.
00:44:32: Ich bin dir mega mega dankbar für deine Zeit.
00:44:35: Das ist eine sehr intensive Folge für alle die mal Luftrettung, die mal übers Ausland nachdenken wollen.
00:44:40: Die über die Schweiz nachdenkten wollen also auch für deine Schweizer Kollegen gerne rein hören weil es ist wirklich wichtig diesen Perspektivwechsel zu haben.
00:44:49: und ich habe ja auch deutsche Kollegen im Podcast die gesagt haben hey geht doch auch mal in die von der Schweiz nach Deutschland.
00:44:57: Ihr habt eine ganz andere chirurgische Fallzahl, große Krankenhäuser mit Fachexpertise, Spezialkliniken.
00:45:05: Kann ich nur einladen?
00:45:06: Ich glaube du hast das schön gezeigt wie du es erlebt hast was du mitnimmst!
00:45:12: Ich wünsche noch ne gute Reise, ein extrem gutes Ankommen was ich aus Erfahrung weiß auch sehr intensiv ist und dann einen guten neuen Start in der alten Heimat.
00:45:22: Yannick und danke für deine Zeit.
00:45:25: Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte und ich höre da gerne selber noch rein.
00:45:30: Nach der Reise!
00:45:32: Für dich, der zugehört hat und jetzt sagt naja also das klingt ja gut neue Erfahrungen machen.
00:45:38: Ich möchte es in der Schweiz angehen.
00:45:41: Schau dir den Podcast an schaue dir die Newsletter auf meiner Website www.docsgoswiss.ch.
00:45:47: Und wenn du sagst Ja du brauchst dabei Hilfe beim Ankommen der Integration Stellensuche oder bei der Entscheidung Soll es die Schweiz sein, Australien oder Neuseeland?
00:45:57: Mähde dich gerne bei mir.
00:45:58: Ich wünsche dir alles Gute und viel Gesundheit!
00:46:00: Dein Martin Werner.
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