#103 "Du wirst bestraft, wenn du empathisch bist" - Dr. Tharshika Thavayogarajah über Forschung, Frau sei und den Weg üb

Shownotes

DIE WICHTIGSTEN LEARNINGS

  1. Warum die Schweiz – und nicht Deutschland?

Tharshika wusste mit 16, dass sie Hämatologin werden will.

Der Unterschied, der für sie entschied: In der Schweiz nehmen Pflegende Blut ab, legen Zugänge, hängen Chemotherapien an.

Als Ärztin bleibt Zeit für das Intellektuelle. In Deutschland nicht.

  1. Was deutsche Ärzte an der Schweiz unterschätzen

Die Forschung.

An deutschen Unikliniken sind fast alle Oberärzte habilitiert. In der Schweiz nicht – und deshalb wird angenommen, das Forschungswissen sei schwächer.

Tharshikas Erfahrung: Das Gegenteil. Besonders in der klinischen Forschung ist die Schweiz stark.

  1. Deutsche Direktheit kann teuer werden

Sie ist Deutsche durch und durch. Und sehr direkt.

Das war in der Schweiz kein Vorteil.

Kritik kommt nicht ins Gesicht, sondern später per E-Mail. Man merkt nicht sofort, dass eine Frage nicht gut angekommen ist.

Ihr Rat: Sich mit der Kultur vertraut machen, bevor man geht. Hospitieren. Beobachten.

  1. Flache Hierarchien - aber nicht überall

Am USZ arbeiten viele Deutsche. Damit kommt oft auch deutsche Kultur.

In kleineren Spitälern ist es familiärer. Man duzt sich - auch die CEO.

Ihr Punkt: Es hängt von Abteilung und Führung ab. Wer in die Schweiz will, muss vorher genau hinschauen.

  1. Ohne Netzwerk musst du überdurchschnittlich sein

Tharshika hat kein Mentorat, das sie nach der Rückkehr auf eine Leitungsposition setzt.

Ihre Worte: "Ich darf nicht durchschnittlich sein. Ich muss überdurchschnittlich sein."

90 bis 100 Stunden Arbeit pro Woche. Ein Drittel des Schweizer Gehalts. Freiwillig.

  1. Das Thema, das viral ging: Menschlichkeit in der Medizin

Ihr LinkedIn-Artikel über Menschlichkeit in der Exzellenz hat einen Nerv getroffen.

Ihre Erfahrung: Wer empathisch ist, wird als ineffizient abgestempelt. Wer sich Zeit nimmt, wird gerügt.

Und die, die Menschlichkeit leben, verlassen am Ende die Medizin.

WICHTIGSTES ZITAT

"Meine Erfahrung ist: Du wirst bestraft, wenn du empathisch bist. Und das sollte in einem System wie einem Krankenhaus nicht möglich sein."

DEIN NÄCHSTER SCHRITT

Wenn du über die Schweiz nachdenkst – schau dir nicht nur das Land an. Schau dir die Abteilung an, die Führung, die Kultur.

Und wenn du unsicher bist, wo du gerade stehst:

👉 Swiss Readiness Check: www.docsgoswiss.ch

Transkript anzeigen

00:00:06: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge DocsGoSwissn, deinem Podcast für dich als Arzt oder Ärztin auf dem Weg in die Schweiz.

00:00:14: Ich bin Martin Werner und heiße dich ja Willkommen zu einer neun Episode!

00:00:20: Und diesmal mit einem ganz ganz spannenden Gast.

00:00:24: denn ich wurde oft gefragt Ja Martin akademische Karriere in der Schweiz Akademische karriere In Deutschland wie glei sich das ganze denn auf?

00:00:33: Und mein heutiger Gast, Dr. Tharshika Thavayogarajah.

00:00:37: Ich hoffe ich spreche es richtig aus!

00:00:39: Bringt genau das nämlich mit... Du hörst schon am Namen internationaler Familien Background Sri Lanka Medizinstudium dann in Deutschland schon mal ungewöhnlich als ja mit diesem Migrationshintergrund in die Medizin dann über Deutschland aber auch schon viele Forschungstätigkeiten, also nicht nur eine medizinische sondern auch eine akademische Ausbildung unter anderem Israel.

00:01:05: Dann zum USZ-Universitätsspital Zürich den Schritt gegangen Aber wir sprechen jetzt nicht in der Schweiz, sondern sie ist im Boston für einen Forschungsaufenthalt zwei Jahre.

00:01:17: Also haben wir den ganzen Mix jetzt in der Episode Als Frau in die Forschung, als Frau Karriere machen.

00:01:23: Internationaler Hintergrund und wir sprechen natürlich wo ist es am besten?

00:01:28: Und ich sage herzlich willkommen Tashika im Podcast DocsGoSwiss.

00:01:31:

00:01:32: Hallo lieber Martin, vielen herzlichen Dank für die warmen Worte.

00:01:35: Es ist super so verschön das von außen zu hören und ich freue mich sehr hier zu sein und hoffe dass sich einen guten Einblick geben darf und kann.

00:01:43: Du wirst deinen Einblick wiedergeben und er wird vielen weiterhelfen.

00:01:46: ganz sicher.

00:01:48: Ich habe kurz anklingelassen, der internationale Hintergrund von dir.

00:01:53: Glaubst du das ist etwas was dir in deiner medizinisch-akademischen Karriere geholfen hat oder war das zu deinem Nachteil?

00:02:03: Ist ganz spannend!

00:02:03: Ich fange mal mit einer Anekote an die ich gestern hatte und zwar habe ich mich mit einem amerikaner ausgetauschen nach Forschung und Am Ende ist es so, dass wenn man jetzt schaut ich bin Deutsche mit Migrationsbiografie.

00:02:16: Ich bin eine Person of Color, ich bin eine Frau und damit gehöre ich zu einem Prozent der deutschen Bevölkerung weil meine Eltern sind ja Refugees wie man sagen würde.

00:02:27: sie sind aus dem Bürgerkrieg Australanker geflohen.

00:02:30: Meine Schwester und ich sind in Deutschland geboren.

00:02:32: Sie ist gerade ein Oxford, ich war in Harvard Und das ist nicht selbstverständlich.

00:02:38: Ich sehe das nicht als außergewöhnlich, wird mir aber immer wieder reflektiert, dass es außergewönig ist.

00:02:43: Und ich glaube, das ist mit sehr viel Hürden verbunden und man braucht sehr viel Resilienz und Durchhalte vermögen um deiner Frage zu beantworten.

00:02:53: Es war...ich sehe es als Vorteil international zu sein, es war häufig ein Nachteil.

00:02:59: Also für dich fühlt sich's natürlich ganz normal an?

00:03:01: Ist dein Leben von außen gesprochen?

00:03:04: wie gesagt du hörst zu dem einen Prozent ist es für alle anderen wahrscheinlich sehr besonders und nicht immer einfach gewesen.

00:03:10: Wir sprechen hier viel über die Schweiz, Universitätsspital Zürich aber auch die anderen Unispitheler kommen ja oft also in der Beratung.

00:03:19: wie komme ich denn nach Züricher?

00:03:20: Wohin Uni-Spitalen?

00:03:23: Akademische Karrierewiese unter Hintergrund!

00:03:26: Du hattest ja auch in Deutschland Möglichkeiten.

00:03:29: du bist in Deutschland wie gesagt groß geworden.

00:03:31: Du hast die Ausbildung dort genossen.

00:03:33: Deutschland hat ja auch Unispetheler.

00:03:36: Wo war der Punkt wo du gesagt hast, nee es darf doch die Schweiz sein.

00:03:40: Ich glaube was ganz wichtig ist ich habe von Anfang an immer gewusst ich möchte hematologin werden.

00:03:45: also das wusste schon mit sechzehn Jahren und dadurch war mein Fokus immer ein bisschen zu schauen wo kann ich hingehen wo ich am meisten wachsen kann?

00:03:52: Und ich hab als ich Medizinstudentin war so gegoogelt ich fände es so toll bei einer Frau zu arbeiten.

00:03:57: Und ja, es gab halt zwanzig dreizehn.

00:03:59: Da war ich glaube ich im zweiten oder dritten Jahr Medizin-Stream.

00:04:02: gar keine Frau an der Spitze in einer Uniklinik, nirgendwo in Deutschland.

00:04:06: und dadurch habe ich da neue Umfragen initiiert durch die deutsche Gesellschaft für Hematologie & Onkologie und hab einfach auch herausgefunden dass Frauen weniger eine Karriere machen möchten und weniger gefördert werden möchten.

00:04:17: Dadurch kam für mich so ein bisschen die Schlussfolgerung Ich möchte mich so gut es geht vorbereiten auf so eine Situation Und habe dann unter anderem die Formulaturen, das sind ja die Praktika im Studium in Singapur gemacht.

00:04:30: Zum Beispiel und hab auch in Schweiz in Basel eine gemacht.

00:04:34: Weil ich wusste dass ich eben forschen möchte meine Doktorarbeit in Aachen angefangen in München fertiggestellt und war dadurch dann auch schon in den USA und Israel.

00:04:44: Für mich war dann so ein bisschen wichtig dass sich ein Ort finde wo klinisch gut arbeiten kann, aber auch die Möglichkeit habe zu forschen.

00:04:52: In Deutschland ist es ja häufig noch so dass man eben als Ärztin oder Arzt auch Blut abnehmen muss, Dauerkatheter einlegen muss also sehr viele Sachen macht wo man weniger Zeit wirklich für das Intellektuelle hat.

00:05:05: und in der Schweiz ist es nicht so.

00:05:06: Die Pflegenden nehmen Blut auf, die Pflegende legen Dauerkartier da ein.

00:05:09: Die Pflegenden hängen Chemotherapien an.

00:05:12: Also die Pflegen geben auch Blut, also hängen Blut an was ja in Deutschland immer durch den Arzt oder die Ärztin gemacht werden muss und das sind so erstmal einfach so die von außen gesehenen die Unterschiede.

00:05:21: bei mir war es tatsächlich auch Glück.

00:05:23: ich habe nämlich meine Doktorarbeit in den USA aus Zürich tatsächlich und der mich halt dann empfohlen hat.

00:05:40: Und ich habe dann mein praktisches Jahr, also das ist ja das letzte Jahr im Medizinstudium ein Teil davon in Zürch gemacht, meine Forschungsarbeit vorgestellt und hab so praktisch die Stelle angeboten bekommen.

00:05:52: Ich glaube für mich war der Schlüssel nach Zürcht zu kommen, die Forschung und tatsächlich auch dass sich die Möglichkeit hatte meine Forschung früh schon in meiner Karriere im Ausland vorzustellen.

00:06:02: Denn eigentlich ist es so, wenn man an das große Unispital möchte muss man zwei Jahre Vorerfahrung haben entweder in einem kleinen Krankenhaus in Deutschland oder einer Uni in Deutschland.

00:06:11: Oder in der Schweiz und von daher ist es schon eine Seltenheit dass man nach dem Staatsexamen in der schweiz direkt am unispital anfangen kann.

00:06:19: also du hattest da den akademischen zugang schon also du hat es quasi die fläche die reputation ja schon ein bisschen aufgebaut.

00:06:28: Nichtsdestotrotz, die Schweiz ist ja nicht nur das Unispital.

00:06:31: Sondern du hattest ja bestimmt Erwartungen an die Schweiz.

00:06:34: wie das Leben so ist Mit welchen Klischees bist Du denn dann konfrontiert worden?

00:06:39: Wie war die Realität?

00:06:41: Ja ich glaube Ich habe unterschätzt dass es nicht immer gut ankommt wenn man nicht diese klinische Vorerfahrung hat und ich glaube das unispital zürich als einer der Wenigens spielt hier dann was wirklich einen sehr hohen Anteil ist, wenn ich super von internationalen Ärzten hat.

00:06:58: Was ich als sehr bereichernd finde weil man dann sehr viel sich auch austauschen kann und ich glaube so Klischees im Sinne von.

00:07:06: Kannst du das vielleicht noch mal ein bisschen ausführlicher?

00:07:08: Was meinst Du mit Klischee?

00:07:11: Naja wir haben ja oft so ein Bild von der Schweiz irgendwie uns ist ja immer die schweiz präsent irgendwie also Es ist ein kleines Land, vielleicht vergleichbar mit Sri Lanka.

00:07:23: Von Sri Lanka wissen die meisten Menschen gar nichts aus, dass es vielleicht mal einen Bürgerkrieg gab.

00:07:27: aber von der Schweiz haben wir immer ja es gibt keine Hierarchien in den Spitälern alles sind mega freundlich.

00:07:34: Aber es gibt natürlich auch so im Ressistance sag ich mal zu den Deutschen Deutsche sind zu direkt Die Ecken nur an.

00:07:42: Also diese Richtung sowie du das vielleicht auch Ja wie du gedacht hast die Schweizer Sinn Und die ein oder andere Fettnäppchen, was du dann vielleicht auch mitnehmen musstest und lernen musstest.

00:07:53: Oh ja!

00:07:53: Ich glaube ich bin vor allem sehr direkt... Das habe ich aus... Ich bin halt Deutsche durchdurch, will ich sagen, deutschem Aufgewachsen geboren, bin Deutsche.

00:08:02: Ich bin halt wirklich sehr, sehr direkt.

00:08:03: Und ich glaube das war am Anfang nicht der beste Vorteil für mich weil ich glaub dass es etwas was man wirklich bedenken muss wenn man in ein anderes Land wechselt und das habe ich auch jetzt hier in den USA gelernt dass man sich mit der Kultur vorher vertraut machen muss.

00:08:19: Das ist auch etwas was Man vielleicht häufig vergisst wenn man denkt oh ähnliche Sprache ist ja das Nachbarland kann man einfach rüberziehen und ich glaube es gehört auch so ein bisschen mit Respekt und Wertschätzung zu tun Land auch arbeiten darf.

00:08:32: Und ich glaube da hatte ich am Anfang ein paar Herausforderungen, weil ich manchmal einfach wirklich meine Meinung gesagt habe oder und das ist natürlich wenn die Kultur eher so ist dass man nicht direkt die Meinung sagt dann kann das manchmal zu Konfrontationen führen oder eben zur Situation die unangenehm sind.

00:08:50: Ich glaub das hab' ich auf jeden Fall gelernt.

00:08:54: In USZ sind halt viele auch, die aus Deutschland sind.

00:08:59: Mein ehemaliger Chef eben auch und dadurch ist auch häufig eine deutsche Kultur dort vorhanden.

00:09:04: also das muss nicht immer heißen dass die Hierarchien flach sind.

00:09:08: Ich glaube, in den kleinen Krankenhäusern oder Spitälern in der Schweiz schon.

00:09:11: Das ist viel familiärer.

00:09:13: Also ich habe immer sehr häufig gehört zu den Kleinkrankenhäuseren.

00:09:15: das ist wie eine Familie und da man also ich glaubt er der relevante Unterschiede ist und das fällt mir immer wieder auf wenn ich in Deutschland bin es dass man die Oberärzte auch duzt.

00:09:25: hier als sich auch Oberärzenevauer wurde ich auch geduzt.

00:09:28: und in Deutschland sagt man ja sieht man ja wirklich Und ich glaube, das ist schon mal noch sehr beeindruckend.

00:09:36: Ich habe zum Beispiel auch die CEO kennengelernt durch meine Verbandstätigkeit in der Schweiz und dann vom OSZ und wir sind auch per Du.

00:09:44: Das kann man sich in Deutschland gar nicht vorstellen.

00:09:45: also ich glaube dass hat schon ein erheblicher Unterschied, dass man flacher Hierarchien hat Aber halt nicht immer.

00:09:52: Es kommt immer drauf an, wie ist das Departement in dem Spital organisiert?

00:09:57: Wer ist da an der Spitze?

00:09:58: und ich glaube, dass es auch etwas wo man sich wirklich informieren muss bevor man irgendwo hingeht, also ich glaube für Leute die sagen, ich möchte in die Schweiz.

00:10:06: Man muss vielleicht mal noch Hospitation machen und gucken wie's einem dort gefällt weil es sind... Auch wenns Nachbarländer sind sie sind unterschiedlich.

00:10:15: Ja und du hast ja gesagt gerade die großen Häuser ist ja jede Abteilung dann auch wieder ein Tick anders und ich erlebe es oft Diese Freundlichkeit und das du heißt ja nicht per se, dass es keine Hierarchie gibt.

00:10:25: Also immer noch ein Chefarzt leitende und also das darf man nicht verwechseln.

00:10:31: Hast du konkretes Beispiel mit dieser deutschen Direktheit wo du sagst Das kam nicht so gut an?

00:10:35: Also hast du mal irgendwie was direkt eingefordert oder wie reagiert dann der Schweizer?

00:10:40: merkt man das sofort oder ich schlug da nur kurz Und dann weiß man, das war schon die Schweizer Reaktion sehr zurückhaltend.

00:10:49: Ich glaube was ich auch als Frau grundsätzlich gelernt habe ist, dass man muss wenn man in der Mädchen vorankam möchte fordern und ich glaube in Deutschland ist es auch ein Stück weit normal wobei es immer schwierig ist wenn man als Frau fordert weil es dann gleich als aggressiv oder assertive gilt und da ist es immer noch einen Tango würde ich sagen wie man sich da korrekt und an der Körd verhält.

00:11:09: Das ist nicht einfach!

00:11:13: einfach manchmal auch Sachen gefordert und es ist halt so, dass man in der Schweiz nicht direkt das heißt.

00:11:18: Auch wenn jemand durch die Frage, die ich gestellt habe, nicht glücklich war würde man das nicht unbedingt sofort merken.

00:11:26: aber im Nachhinein hatte ich zum Beispiel habe ich einmal eine E-Mail bekommen gerne das anders gehandhabt hätte, die Frage, die ich gestellt habe.

00:11:35: Oder dass sie die Frage nicht so schön fand, dass ich diese gestellt hab und ich glaube, das sind Dinge, die diesen Deutschen anders.

00:11:41: Also wenn man was fragt oder Oberärztin findet es nicht toll, die würden dann einfach sagen, ja also... Das ist jetzt kein Raum für diese Frage zum Beispiel!

00:11:51: Aber hier muss man auch wirklich ein gewisses Feingefühl entwickeln.

00:11:55: Was kann man sagen?

00:11:56: Und was kann man nicht

00:11:56: sagen?!

00:11:57: Und das ist schon auch, finde ich.

00:11:59: Das kommt mit der Zeit und ich glaube auch was war ein Anfang vielleicht schwierig?

00:12:03: Es ist schon noch der sprachliche Unterschied weil Schweizer Deutsch ist.

00:12:07: also jetzt so nach sechs, sieben Jahren verstehe ich auch wirklich den Dialekt aus den Bergen

00:12:11: etc.,

00:12:12: aber am Anfang war es auch so dass ich manchmal paar Wörter gar nicht verstanden habe und das ist dann natürlich auch ein Hindernis.

00:12:18: Also zum Beispiel weiß ich noch so riechen heißt ja schmecken in der Schweiz.

00:12:22: Es schmeckt anders sondern weich mal wie es schmeckt an das oder ein Patient hat mal gesagt es bießt mich.

00:12:27: und dann war ich so, okay was heißt denn das bießts mich?

00:12:30: Das ist ja das gleiche wie es juckt mich.

00:12:33: Und das sind so glaube ich Unterschiede die man dann doch auch lernt durch den Sprachunterschied.

00:12:37: und genau um deine Frage nochmal zu beantworten.

00:12:40: Ich glaube man kann halt dadurch dass man sehr deutsch auftritt gewissen Leuten halt auch auf die Füße treten.

00:12:45: oder muss man ein bisschen aufpassen.

00:12:47: Ja das guter Hinweis.

00:12:51: Du hast auch gesagt deine Verbandsarbeit ist jetzt auch etwas sehr ungewöhnlich Nicht alltäglich.

00:12:58: Du warst ja im Verband der Schweizer Assistenz- und Oberärzte, hast du eine Forschungskruppe mit aufgebaut?

00:13:05: Würdest du das auch empfehlen als Vehikel für Integration?

00:13:10: Also ich sage mal überspitzt, eine Familie die kommt, der sagt immer okay muss auf jeden Fall die Kinder in den Tonnverein anmelden.

00:13:17: Das gehört sich so in der Schweiz also wer nicht im Tonnenverein ist wird nichts.

00:13:22: Hat dir diese Verbandsarbeit auch geholfen dir ein Netzwerk in der Schweiz aufzubauen?

00:13:31: Ich glaube, für mich war der Verband vor allem relevant weil für mich die Forschung so wichtig war und ich das Gefühl hatte es gibt zu wenig Forschungsmöglichkeiten die auf Chancengleichheit basieren.

00:13:46: Und da hatte ich halt Kollegen gehabt, die mir empfohlen haben in die Verbandsarbeit einzutreten.

00:13:52: Mein Netzwerk ist hauptsächlich durch die persönlichen Kontakte entstanden, durch Konferenzen und durch das Aiming Hire Programm, dass sich sehr für Assistenzärztinnen empfehlen kann.

00:14:02: Die Verbandsarbeiter hat mir auch auf jeden Fall viele Kontakte beigelt.

00:14:06: also wie sagt man zur Verfügung gestellt, da ich sich Vorträge halten habe.

00:14:10: Ich hab in der Uni auch über meinen Lebensweg gesprochen hat der Studentinnen und Studenten von der ETH.

00:14:17: Und die Verbandsarbeit sollte wirklich aus Motivation kommen dass man was verändern will.

00:14:23: Ich glaube es ist weniger im Bestandteil der Integration.

00:14:26: Ich glaub Integration in dem Sinne ist wirklich sich vertraut mit der Kultur zu machen um zu überlegen so wie kann man?

00:14:31: Also ich glaube wirklich als Deutschen man ist so gepult so direkt zu sein.

00:14:36: Ich glaube, man muss einfach ein bisschen vorsichtiger im Umgang sein und einfach freundlicher wahrscheinlich auch.

00:14:41: Ich meine wir Deutschen sind direkt, haben mal einen schlechten Tag und dann sagen wir halt Freischen Autos was wir uns überlegt haben – was auch gut ist!

00:14:48: Aber ich glaub die Verbandsarbeit ist vor allem so soziale Motivation.

00:14:52: Ich weiß nicht ob das mir wirklich bei der Integration geholfen hat.

00:14:58: sind Grenzen, wo man noch arbeiten muss.

00:15:02: Also für mich war Forschung ein sehr wichtiges Thema.

00:15:05: Ich habe aber auch gesehen dass man nur sehr kleine Schritte mit der Verbandsarbeit machen kann.

00:15:10: also wenn man wirklich was strukturelles systematisches verändern will das braucht einfach auch Jahre und das war für mich dann auch eine Erkenntnis genau.

00:15:19: Aber gut ist es.

00:15:20: wahrscheinlich kein Spezifikum der Schweiz, sondern das ist wahrscheinlich in vielen Ländern der Welt so.

00:15:24: Dass das lange einen langen Atem brauchen.

00:15:26: Ja absolut

00:15:28: genau!

00:15:29: Jetzt bist du in den Staaten.

00:15:31: Wirdest da anders gelebt?

00:15:32: Du hast am Anfang gesagt Es gab in Deutschland gar keine Chefärztin-Professorin in deinem Themengebiet.

00:15:40: Man hört ja immer die Amerikaner leben das anders aufgrund ihrer Geschichte.

00:15:43: Wie empfindest du das gerade?

00:15:46: Ganz spannende Frage.

00:15:47: Also einmal, ich war ja vor zehn Jahren circa oder neun Jahren schon mal hier für ein Forschungsaustausch wo ich an KTC gearbeitet habe als Medizinstudentin und da war ich am Hensburg Cancer Institute in Salt Lake City an der University of Utah Und dort das hat mich glaube auch beeindruckt denn dort wenn ich durch die Flure gegangen bin und die PIs sind ja die Forschungsbosse wie man es sagt oder Chefs die haben, die waren halt fünfzig Prozent.

00:16:14: Oder manchmal auch mehr Frauen und viele auch Wurmen auf Kala.

00:16:17: Jetzt hier in Boston... Und das war eine der Motivationen, warum ich gesagt habe, ich will unbedingt nach Amerika weil ich das Gefühl hab dass man dort auch mehr Chancengleichheit hat.

00:16:25: und wo jetzt hier in ist es auf jeden Fall so, dass wenn man gut ist wird man gefördert.

00:16:31: Und das ist ganz unabhängig davon ob man eine Frau ist oder einen Migrationshintergrund hat, ob man weiß oder braun ist sondern man muss einfach ambitioniert und engagiert und gute Arbeit leisten und dann wird man auch weiterkommen.

00:16:44: was ich trotzdem spannend finde.

00:16:46: jetzt auch dort wo ich arbeite auf der Etage sehe ich eine Frau die weißes als Chefin in der Forschung Und die anderen sind Männer, aber sehr multikulturell.

00:16:57: Also wirklich aus verschiedensten Ländern alle Hautfarben, die man sich vorstellen kann.

00:17:02: also wirklich sehr inspirierend auch im Spital weil ich durfte schon mal mitgehen jetzt auch in der Klinik einfach Observerschrift.

00:17:09: Man darf ohne den ärztlichen Ausweis hier auch wenn nicht den amerikanischen wie sagt man die amerikanische Facharztprüfung Äquivalent in der inneren Medizin gemacht habe, darf ich trotzdem hier nicht arbeiten.

00:17:21: Ich muss die Steps machen.

00:17:22: Das heißt, ich kann nur beobachten und was ich gesehen hab ist auch erst zumindest hier in Boston an der sehr editieren Harvard Medical School am Master General Hospital man doch auch eher weniger People of Color hat Frauen und Männer doch sehr ausgeglichen sind.

00:17:38: Und was ich da erfahren habe, ist halt dass es auch trotzdem für People of Color nicht einfach ist an so elite Universitäten zu arbeiten.

00:17:47: Die meisten die hier arbeiten auch tatsächlich dann von der Harvard Medical School direkt kommen und die People Of Color sind also das fand ich nochmal sehr interessanter Aspekt.

00:17:55: und dann jetzt auch noch aufgrund der aktuellen politischen Situation ist glaube ich alles noch mal ein bisschen anders als es vor zehn Jahren war als sich da war weil natürlich jetzt auch eine ganz andere Situation herrscht.

00:18:06: Also ich glaube die Amerikaner sind immer noch so, dass sie sehr offen sind und Sie finden auch eben Equality also Gleichberechtigung sehr wichtig.

00:18:14: Als ich hier hinkam, die ersten drei Monate hat man sehr viele Schulungen.

00:18:17: Also sehr viele Schulungen auch was man sagen darf, was sind HR-Themen?

00:18:21: Wo darf man zum HR gehen?

00:18:23: und das habe ich bisher in Deutschland als auch in der Schweiz nicht so intensiv erlebt.

00:18:26: also ich hab erlebt dass man so Einführungswochen hat wo man gewisse Kurse belegen kann oder belegen muss Und hier ist es wirklich so, dass man geschult wird.

00:18:35: Was ist eine diskriminierende Sprache?

00:18:39: Es gibt dann auch so Tests.

00:18:40: Ich musste so irgendwie doch dreißig Tests machen ich irgendwelche Schulungsvideos gesehen habe und das ist dann noch mal sehr speziell.

00:18:47: Also es ist wahrscheinlich auch gut, weil die Leute dann auch hier wissen was darf man sagen?

00:18:50: Was darf man nicht sagen wobei's im Spital nicht immer so ist in Deutschland als auch in der Schweiz.

00:18:56: Aber aber ist das jetzt eine gelebte Kultur oder ist das schon aus amerikanischer Vorsicht dass sie sonst verklagt werden?

00:19:03: also ist wahrscheinlich so ne Mischung dazwischen zwischen wir machen es aus Überzeugungen und wir machen uns aus Angst.

00:19:09: Genau, ich glaube beides.

00:19:10: Ich glaub das Auto macht es sehr interessant.

00:19:13: zum Beispiel so, ich weiß in Deutschland und da schweißt er mich jetzt ein Kollege anrufen würde und sagen würde hey ich habe die Symptome was würdest du mir empfehlen?

00:19:19: dann würde man wahrscheinlich schon irgendwas empfehchen oder zumindest das was man glaubt was guideline gerecht man sagen darf.

00:19:25: Und hier ist es so, dass die Ärzte außerhalb der ärztlichen Tätigkeit im Spital eigentlich keine Empfehlungen nichts sagen.

00:19:30: Also auch wenn jetzt ein Kollege irgendwas fragen würde, würden die Äzte hier nicht sagen, wenn sie nicht aktuell in Behandlung bei ihnen sind?

00:19:37: Also das ist nochmal sehr interessant.

00:19:39: also Sie haben wirklich auch Angst davor verklagt zu werden.

00:19:42: und das ist schon auch noch ein sehr anderes Thema was ich jetzt sich so häufig gesehen habe genau

00:19:48: Da sind die Amerikaner.

00:19:49: speziell Die Schweizer haben auch ihre Spezialitäten.

00:19:53: Der Aufenthalt in Amerika ist jetzt erst mal nur in Anführungszeichen befristet.

00:19:57: Also du planst schon, in die Schweiz zurückzugehen oder hast du schon Idee wie es dann in der Karriere für dich weitergeht?

00:20:04: Ja ich glaube das Wichtigste ist also was man... Man denkt immer zwei Jahre pro Sack und ich glaub dass auch nochmal wichtig.

00:20:12: zur Frage ganz am Anfang Bei mir ist es so Ich habe nicht ein Ich habe ein sehr großes Netzwerk, aber ich hab jetzt keinen Mentor.

00:20:22: Wenn ich zurückkomme, der mich dann auf eine leitende Position setzen würde.

00:20:27: Das heißt bei mir ist es nie so dass ich weil sich irgendwie mal mit mir identifiziert mich in eine Position bringt.

00:20:34: das heißt wenn ich irgendwo hin will muss ich wirklich liefern und ich darf nicht durchschnittlich sein, ich muss überdurchschnittig Und das ist ein Burden, wie man das hier nennen würde.

00:20:43: Das zu zweimal so hart arbeiten muss damit du die gleichen Chancen bekommst als andere, die vielleicht nicht so hartarbeiten müssen und das will ich jetzt nicht pauschalisieren.

00:20:51: Ist halt für mich auch wichtig dass... Ich habe sechs Jahre lang vor dem Klinik klinisch gearbeitet wollte immer Grundlageforschung machen weil ich im Studium drei Jahre Grundlagenforschung gemacht habe.

00:21:01: Mir wurden die Türen leider in der Schweiz dafür nicht geöffnet, hab dann klinische Forschung über die letzten vier Jahre gemacht.

00:21:07: was mir weniger Spaß gemacht hat muss ich ganz ehrlich sagen weil ich einfach Grundlagen-Forscherin bin und dadurch ist es so dass ich jetzt.

00:21:14: zwei Jahre sind wenig da wenn man hier ist um wirklich auch sehr gute Publikationen zu bekommen.

00:21:19: meistens braucht man mehr als zwei Jahre also ein normaler Postdoc hier in Harbert.

00:21:25: Von den richtigen Forschern sind so drei bis fünf Jahre, also von denen die wirklich ein PhD haben.

00:21:31: Die meisten Mediziner machen so zwei bis vier Jahre und Medizine, die halt aus einer Situation kommen wo sie schon jahrelang gefördert wurden und dann praktisch nur noch eins oder zwei Paper aus Harvard brauchen und dann zurückkommen und dann habilitieren oder gleich einen Professorenstuhl angeboten wird das liegt bei mir nicht vor.

00:21:51: Gleichen Chancen habe ich nicht.

00:21:53: Das heißt, ich muss hier liefern und gut sein.

00:21:56: Ich muss zur Publikation bekommen.

00:21:58: Ich habe wirklich tolle Projekte.

00:22:04: Es macht mir jeden Tag Freude, zur Arbeit zu gehen weil ich einfach die Projekten so toll finde.

00:22:08: aber ich weiß auch diesen Anspruch voll und es kann schon sein dass ich länger als zwei Jahre hier bleibe.

00:22:12: Aber nichtsdestotrotz dadurch das sich von der Schweiz gefördert bin möchte ich auch das Wissen irgendwann zurückbringen.

00:22:17: Die Frage ist immer nur wo geht man dann im Anschluss hin?

00:22:19: Das ist eine ganz wichtige Frage die man sich immer stellen muss wenn man ans Ausland geht Dass man immer guckt wo gehe ich zurück hin oder nicht glaube für mich ist jetzt das wichtigste gut zu publizieren, gute Forschung zu machen und dann zu schauen wo kann ich in der Schweiz zurück?

00:22:34: Jetzt eine Frage nachfrage stellen.

00:22:36: Du sagst es ist viel Druck.

00:22:38: ne du hast gesagt das ist klar dass es lastet ja irgendwo auf dir.

00:22:42: du weißt die muss die Forschung liefern du musst die Publikation bekommen.

00:22:45: das hängt ja nicht nur an dir.

00:22:46: da kannst du das beste Paper schreiben.

00:22:48: was wird nicht veröffentlicht?

00:22:49: Ich erlebe das in der Medizin ja oft.

00:22:52: man hat ein sehr ambitioniertes Studium, es ist schon Konkurrenz um die Ausbildungsplätze später und die Stellen.

00:23:03: Wie gehst du damit um?

00:23:04: Also wie... also was?

00:23:06: nicht als Ärztin sondern als Mensch?

00:23:09: wie schaffst Du es trotz der Ambitionen und dem Druck trotzdem für Dich die Ruhe zu finden den Ausgleich zu finden?

00:23:18: Das ist eine sehr schwierige Frage.

00:23:20: ich glaube Einerseits habe ich diese intrinsische Motivation, das habe ich im USZ-Podcast auch mal erzählt.

00:23:26: Das ist ein Schlüsselmoment hatte als Sechzehnjährige wo ich in die Klinikum Münster eine Praktikum gemacht hab und dann so einen Austausch mit einem kleinen Jungen hatte der es war wirklich so zufällig war.

00:23:37: Ich bin mitgelaufen mit den Ärzten und war da in diesem Raum mit dem voll dekorierten Raum von einem Kind wo ich dann die Krankenschwester gefragt habe oder schläge Kraft Warum denn das Zimmer so dekoriert, dass in diesem Jahr wahrscheinlich wird?

00:23:49: Das ist der letzte Geburtstag von diesen Patienten sein und es waren Patienten in der Akutenleukämie.

00:23:53: Woran ich auch heute vorstellen habe.

00:23:55: Und dieser Junge hat die ganze Zeit auf einen Nintendo rumgespielt glaube ich und er hat mich gesehen und gesehen was ich so jung bin und meinte, ja was machst du denn hier nicht?

00:24:04: Ich mache ein Praktikum vielleicht werde ich Ärztin Und dann sagt er, vielleicht kannst du ja Ärztin werden und dann forscht mich heim.

00:24:11: Es ist ein sehr naiver Gedanke von einem kleinen Jungen der jemanden sieht, der vielleicht jünger ist als der Rest des Teams gerade im Raum und dann irgendwie Kontakt gesucht hat.

00:24:22: Ich glaube das ist eine intrinsische Motivation die ich mitnehme.

00:24:25: Das Zweite ist auch wenn man ein Kind von Menschen sind mit Migrationshintergrund, die sich einen komplett neues Leben aufgebaut haben deren Diploma nicht anerkannt wurden schon als Kind sehr, sehr hart arbeiten musste.

00:24:38: Dann weiß man das alles was er in seinem Leben erreicht hat nicht selbstverständlich aus.

00:24:43: ich habe gestern auch so spannend im gesternen Gespräch mit meinem Chef gehabt wo wir auch drüber gesprochen haben dass für mich ist es auch ein burden weil ich sage Ich bin nicht nur hier Das Glück hatte, einen Stipendium zu bekommen weil ich so hart gearbeitet habe und niemals aufgegeben hab.

00:24:57: Auch wenn so viele Leute mir gesagt haben schaust du es eh nicht das Schicker?

00:25:00: Du hast nicht... Da sind Back-Ufters nicht die Netzwerke oder die Stars.

00:25:03: ihr habt schon so viele schlimme Sachen gehört von Menschen wo man denkt es sollten ja Mentoren oder gute Inspirationen in der Medizin sein.

00:25:11: aber leider hört man nicht immer nur Gutes.

00:25:13: Und da hatte ich ihm den Austausch mit dem Chef.

00:25:16: und eben für mich ist auch so ein Gedanke wenn ich hier bin möchte ich ein Vorbild für viele Frauen sein, dass sie auch hier sein können und ich möchte auch Türen öffnen.

00:25:24: Und ich glaube das ist ein enormer Druck der auch da ist und ich glaube es ist schwierig damit umzugehen.

00:25:28: man ist einerseits eine Motivation ist und auch irgendwie auch ne Verantwortung die man trägt weil man isst nicht hier nur um erfolgreich zu forschen weil wenn ich einer der ersten Frauen mit Migrationsbiografie People of Color bin in den USA nach Harvard Medical School In den Deutschlandclub hier bin ich glaub ich zweite dunkelhäutige Person, dann habe ich einfach auch eine Responsibility das ich hoffentlich erfolgreich werde und anderen Leuten die Türen öffnen.

00:25:56: Und ich glaube, das ist ein enormer Druck und daran arbeite ich in dem Ich einen Ausgleich habe.

00:26:00: Also ich gehe hier auch zur School of Music, School Of Berkeley.

00:26:04: Ich singe gerne Spiele Klavier.

00:26:05: Ich mache das.

00:26:07: Ich baue gerade ein bostenweites Netzwerk auf.

00:26:10: Es gab noch nie... Das ist ganz witzig!

00:26:11: Es gibt es total spannend weil ich immer so Entrepreneurs und Netzwerke so toll finde.

00:26:17: Es gibt halt kein Netzwerk für Postdocs hier von allen Instituten.

00:26:20: Es gibt so am MIT ein Netzwerk, es gibt hier an Harvard ein Netzwerk und ich habe gerade so einen Netzwerk gegründet wo wirklich alle Postdoc's von allen Instituten und allen Universitäten hier sozusagen einen Raum finden zur Diskussion zum Austausch.

00:26:32: Und ich glaube solche Sachen geben mir Kraft weil Forschung ist nicht einfach.

00:26:35: dann muss ich ganz ehrlich sein Forschung sehr mit einer Serb- und Frustrationszoleranz verbunden Und ich glaube, um diesen Druck auszuhalten muss man wirklich Selbstvertrauen haben.

00:26:45: Ein Ausgleich durch Sport Musik Kunst oder sonstiges haben Und ich glaube, man braucht wirklich eine starke Motivation.

00:26:51: Also hierhin zu kommen und zu sagen, ich komme hierhin weil ich irgendwie Harbert Offensivi haben möchte funktioniert vielleicht wenn man halt schon vorher ganz viele Publikationen hatte und sehr wohl ist oder auch sehr zurecht gemacht das Nest hat wo man sich einfach danach wieder hinsetzen kann.

00:27:06: aber wenn man diese Privilegien nicht hat dann muss man also.

00:27:09: Ich arbeite mehr als dass ich jetzt Ärztin arbeite.

00:27:11: Also ich arbeite neunzig bis hundert Stunden.

00:27:14: Es gibt manche Momente, wo ich denke, es ist zwei Uhr und ich bin so müde.

00:27:17: Ich muss am nächsten Tag um acht Uhr wieder im Labor stehen.

00:27:20: Und das ist ja auch freiwillig.

00:27:23: Mein Gehalt ist ein Drittel von dem, glaube ich, was ich in der Schweiz verdient habe.

00:27:26: Also ich glaube, man muss es wirklich wollen und man muss eine starke Motivation haben, dass zu machen.

00:27:33: Weil ich bin ganz ehrlich, es nicht einfach Postdocs zu sein, wenn man viel klinische Forschung gemacht hat... Der Gap bei mir zwischen Grundlagenforschung und jetzt wieder zurück zur Grundlagen-Forschung sind sechs Jahre.

00:27:44: Ich meine, es ist wie Fahrradfahren man kommt wieder rein und das ist so hart!

00:27:49: Es gibt einfache Wege schnell Geld zu verdienen in der Medizin glaube ich aber ich glaube dass ist dann auch auch der Punkt oder?

00:27:56: Das ist die Motivation die du hast.

00:27:58: wenn man sich in der medizin für einen Fach interessiert und dafür brennt Dann soll dir eigentlich das finanzielle irgendwie hinten anstehen.

00:28:08: Manche drehen es anders drum, entscheiden finanziell und suchen sich dann das Fach aus.

00:28:12: Aber das ist glaube ich wichtig.

00:28:14: diese Motivation, dass das Kind von dem du gesprochen hast, das hast du präsent.

00:28:20: Und wahrscheinlich hast du einfach so viel Arbeit, dass du gar nicht zum Nachdenken kommst.

00:28:23: Du machst einfach dein bestes und das wird Vorbild sein auch wenn du zwanzig Papers bekommst oder in Anführungszeichen nur zehn.

00:28:29: Ich glaub der Weg als Vorbild definiert sicher nicht immer über den vermeintlichen Erfolg jetzt mit einem Forschungsergebnis oder einem Paper, wo ja nicht deine Arbeit immer widerspiegelt.

00:28:41: Also du kannst super forschen und du kannst ein Vorbild sein und du kriegst trotzdem nicht so viel Papers wie dir der vorgenommen hast weil halt andere Kriterien entscheiden.

00:28:54: Zum Schluss wir haben eine neue Rubrik.

00:28:56: das sind so zehn schnelle Fragen wo ich dich bitten würde gar nicht so lange drüber nachzudenken sondern Ein bisschen Bauchgefühl, auch kurz Antworten was so deine Impression ist weil es nochmal kompakt viel mehr Facetten wieder gibt als wir halt mit deiner Zeit mit dem Podcast abdecken können.

00:29:18: Deutschland, Schweiz oder USA?

00:29:21: Wo hast du am meisten über Medizin gelernt?

00:29:24: Ich glaub ich schweiz.

00:29:26: Bisher!

00:29:27: Weil USA mich erst neun Monate.

00:29:28: Ja

00:29:30: das ist schon okay Deutschland, Schweiz oder USA.

00:29:33: Wo würdest du noch mal als Assistenzärztin starten wenn du könntest?

00:29:38: Wenn du entscheiden musst Forschung oder Klinik was würdest Du wählen?

00:29:44: Ich war immer ein Verfechter davon dass man weitest machen kann.

00:29:48: ich muss aber sagen ich bin durch und durch klinikerin.

00:29:50: nicht liebe es mit Patienten zu arbeiten.

00:29:51: Es gibt nichts schöneres als mit Patienten wirklich in interaktion zu treten.

00:29:55: Aber die Grenzen in der Hematologie ist wenn man den Patienten nichts mehr anbieten kann ist Forschung halt die Lösung.

00:30:01: Planung oder Zufall?

00:30:03: Was ist wichtiger für die Karriere?

00:30:05: Planung.

00:30:07: Glaub ich hast du ausführlich präsentiert, ja?

00:30:11: Welches Klischee?

00:30:12: welcher Satz stimmt über die Schweiz?

00:30:15: überhaupt nicht?

00:30:17: Wow schwierig!

00:30:20: Also das müsste ich wirklich... Es sind

00:30:20: auch keine Schweizer.

00:30:21: zu du das.

00:30:22: Du kommst doch nicht ans OSZ zurück.

00:30:23: also es nimmt dir keiner übel kannst ehrlich sein

00:30:27: Wer weiß?

00:30:27: Vielleicht vom ich doch als Urst zurück.

00:30:29: Ja, ich weiß schon!

00:30:29: Das war jetzt ironisch gemeint.

00:30:32: Es ist wirklich schwierig... Also welches Klischee passt nicht oder...?

00:30:37: Was passt nicht was man über die Schweiz kennt?

00:30:40: Dass sie nicht weltoffen sind.

00:30:42: also es gibt schon noch... Ich glaube das ist sehr so standortabhängig wo man ist.

00:30:49: aber man hört häufig dass sie nicht so welt offen ist.

00:30:51: da habe ich leider auch einiger erlebt aber ich würde das nicht komplett unterschreiben.

00:30:58: Wo unterschätzt ein deutsche Ärztin und Ärzte die Schweiz am meisten?

00:31:02: Tatsächlich in der Forschung auch.

00:31:04: Die Deutschen sind sehr, sehr gut.

00:31:05: Muss man tatsächlich sagen an den Unikliniken, die ganzen Oberärzte sind habilitiert.

00:31:09: In der Schweiz muss man nicht habilitiert sein im Oberarzt zu sein also an den uniklinischen.

00:31:13: Ich glaube und dadurch unterschätze man häufig oder denkt man häufig dass die Schweizer gar nicht so ein gutes Forschungswissen haben und ich bin immer wieder beeindruckt wie gut sie bei das klinische Forschung wissen.

00:31:23: Also da sind die wirklich gut.

00:31:24: ja

00:31:26: Ich glaube, die Frage hast du beantwortet.

00:31:28: Trotzdem noch mal welcher Mann Mensch hat deine Karriere am stärksten beeinflusst?

00:31:32: Ja man würde denken das ist das Kind es ist meine Mutter.

00:31:35: aber sie hat mir immer gesagt Bildung is der Schlüssel zum Erfolg und ich glaube Das ist auch einer der Gründe warum ich heute hier bin.

00:31:43: ohne meine Mutter wäre ich nicht da.

00:31:44: Sie ist so inspirierend und beeindruckend Auch wenn sie nie die Chance hatte, mehr in Deutschland zu arbeiten.

00:31:51: Sie hat zwar Unterricht gegeben für Kinder mit Migrationsbiografie, dass sie Englisch unterrichtet hat und Mathe aber sie war wirklich... Also sie ist einfach der Mensch, der mir gesagt hat du kannst einen Traum haben und du kannst ihn in Realität umsetzen oder du musst dafür erarbeiten Und du musst auch eine adäquate Bildung haben Denn Bildungen sind nicht nur der Schlüssel zum Erfolg sondern der Schlüsse zur Freiheit.

00:32:11: Ich glaube da bin ich meiner Mutter unendlich da

00:32:16: Ist ihren Weg zu Ende sozusagen.

00:32:18: Ja, ja.

00:32:22: Welche Eigenschaft hat dir auf diesem internationalen Weg am meisten geholfen?

00:32:27: Ich glaube dass man zehnmal oder tausend mal hinfallen kann und das Leute einem so oft sagen werden, dass man gewisse Dinge nicht schaffen weil der Horizont von einigen Menschen leider begrenzt ist.

00:32:40: da bin ich auch sehr direkt weil sie denken du bist ne Frau oder bist eine Frau mit Migrationsbiografie.

00:32:44: Ich habe als Assistenzherzen wirklich schlimme Sachen gehört in den ersten zwei Jahren.

00:32:49: Das hätte ich mir niemals vorstellen können, dass das Menschen die einem vorgesetzt sind, jemals ins Gesicht sagen würden.

00:32:56: und ich glaube, was die wichtigste Eigenschaft ist, ist Selbstvertrauen, Durchhalte vermögen und unbeirrt seinen Weg gehen.

00:33:03: also das sind jetzt viele Aspekte an einmal, aber es ist mir sehr wichtig weil es wurde mir nicht einfach gemacht.

00:33:10: Also ich glaube, es gab mehr Menschen in meinem Leben die versucht haben dass sich meine Ziele nicht erreichen können und das habe ich nur überlebt weil ich gesagt hab.

00:33:18: Ich habe einen Traum und ich möchte diesen verwirklichen und ich habe wirklich daran geglaubt also der Selbstbewahrung.

00:33:23: Das wäre wahrscheinlich auch dein Rat an junge Kolleginnen oder glaub dran und geh deinen Traum!

00:33:28: Ja und wirklich.

00:33:29: also ich glaube, dass ich habe letztens einen auf LinkedIn einen Artikel geschrieben über Menschlichkeit in der Exzellenz oder Medizin.

00:33:36: Was auch im Forstau Original wahrscheinlich bald erscheinen wird und was auch viral gegangen ist wo viele junge Ärztinnen und Ärzte mit mir geschrieben haben wie hart es ist am Anfang, wo Oberärzte und Ärztin das hab' ich selber erlebt einfach tatsächlich fast grausam zu den jungen Kollegen und Kolleginnen sind, indem sie Dinge sagen die Menschen berechen können.

00:33:54: Also es gibt halt in der Medizin diese harsche Kultur wo man einfach alles sagen kann und wo man denkt man kann jetzt einfach mal zu einem ersten Jahr Assistenz-Erzendies und das sagen und man weiß aber nicht was das Potenzial dieser Menschen ist und man weiss auch nicht was die Geschichte von diesen Menschen ist in unserem stressigen, durchgetagten Alltag.

00:34:14: Weil ich selber auch Oberarztin IV war, wo ich Assistenzärzte geführt habe und Patienten besprochen hab auf einer Intermediate Care tätig war als OberarzenIV.

00:34:23: Und da gibt es Situationen die sind schwierig aber man muss immer trotzdem, auch wenn man zum Beispiel mal ausfahrend war oder irgendwie laut geworden ist was mir zum Glück häufig noch nicht passiert ist dann muss man trotzdem zu diesen Menschen hingehen um mit dieser Person reden und sich entschuldigen und das habe ich in der Medizin selten erlebt.

00:34:38: also ich glaube dass ist ganz wichtig.

00:34:40: dieser Aspekt

00:34:43: Kann das neu ergänzen?

00:34:43: Als Patient geht mir das manchmal auch so.

00:34:46: Also diese Härte, ich glaube die, die einfach antrainiert wird um nicht alles emotional an einen ran zu lassen was da auf einen zukommt menschlich es ist halt ein Menschenjob nicht nur mit den Kollegen dass er lebe ich als Patienten teilweise auch so.

00:35:00: also da wären einem Diagnosen um die Ohren gehauen oder was man halt so hört aus der Familie wo ich dann sage Gott jetzt lässt bei dem Fall meine Eltern Da sind nicht mehr die Jüngsten, da kriegen wir irgendeine Diagnose und dann heißt viel Spaß.

00:35:14: Tschüss!

00:35:14: Keine Einordnungen, keine... Jetzt das sind die nächsten Schritte?

00:35:19: Was sind die Wahrscheinlichkeiten

00:35:20: etc.?

00:35:21: Also diese Härte ist ein heißes Thema.

00:35:24: ich weiß aber ich glaube du hast gesagt wenn es viral geht da ist viel viel Sprengstoff drin der noch nicht ausgesprochen ist weil gerade Kollegen kollegen sich nicht trauen sonst wirst Du ja nie Fahrrad oder Fachärztin wenn das Dich Also wenn du mit einem Vorgesetzten dich da auf den falschen Fuß erwischt, dann wird es mit der Karriere halt echt schwierig teilweise.

00:35:45: Was man so hört

00:35:47: bedauerlich.

00:35:48: Ja ganz ganz wichtiger Punkt also kann ich noch mal bestätigen.

00:35:51: Man wird ergerügt dafür, wenn man empathisch ist und vielleicht fünf Minuten die Sprechstunde überzieht und wird als nicht effizient obwohl man sehr effizientes abgestempelt.

00:36:01: Und was ich sagen kann, was mich eigentlich durch die Jahre getragen hat Ich glaube, wenn die meisten Menschen, die mich kennen, wenn ich sage es war unfassbar hart dann war's unfass bar hart.

00:36:12: Die meisten Menschen an meiner Stelle hätten die Medizin oder Forschung schon längst verlassen.

00:36:18: Man muss wirklich viel ertragen und durchhalten, um da zu sein wo ich heute bin.

00:36:22: Und ich glaube was mir sehr viel Kraft gegeben hat waren auch teilweise Mentoren die doch auch mein Potenzial gesehen haben.

00:36:30: Es waren Pflegekräfte die immer wieder zu mir gekommen sind.

00:36:33: Auch heute noch kriege ich Nachrichten wie empathisch und toll Ich nicht nur mit Patienten sondern auch mit den Pflegenden umgegangen bin.

00:36:40: Du wirst als Ärztin belächelt jetzt auch du wirst ja der Liebling der Pflege.

00:36:43: Und ich bin nicht der Liebling der Pflege, weil ich irgendwie Croissants mitbringe.

00:36:46: Sondern weil ich versuche meinen Job gut zu machen.

00:36:49: und ich glaube auch was ganz wichtig ist das Feedback der Patienten.

00:36:52: also es kann sein dass vielleicht die Vorgesetzten eigentlich fördern, aber wenn der Patient und die Familie einen langen Nachrichten schicken und sagen vielen Dank sie haben es mir wirklich gut erklärt.

00:37:02: oder auch jetzt noch kriege ich Nachrichten.

00:37:04: Und dann weiß man am Ende des Tages hat ein guten Job gemacht und ich glaube man darf sich in so einem hierarchischen System nicht verlaufen im Sinne von Man muss sich die Wertschätzung und die Validierung von den Leuten holen, die vielleicht auch von einem wirklich sehen was man als Arzt und Ärztin macht.

00:37:20: Häufig, wenn man ambitioniert ist aber auch empathisch ist und das habe ich auch letztens wieder hier in den USA sind diese Gespräche häufig wo man darüber redet dass es eigentlich gut ist als arzt sympathisch zu sein.

00:37:32: Meine Erfahrung ist du wirst bestraft wenn du erpathisch bist und du war schlecht behandelt wenn du eine versuchst eine gute Ärztin zu sagen und ich finde das sollte in einem System wie ein Krankenhaus nicht möglich sein.

00:37:43: Die Ärzte sind die, die gefördert werden müssen und ich sehe halt viel zu häufig in sehr kompetitiven Umfeldern verlassen solche Ärzten nicht nur die Medizin sondern auch die Forschung.

00:37:54: das ist ähnlich.

00:37:55: also wenn man hier nicht liefert nicht exzellent ist und nicht mit Kritik umgehen kann dann hat man keine Chance und Ich glaube dass aller traurigste in einem so sozialen beruf ist dass die menschlichkeit an letzter stelle kommt.

00:38:07: Das, was ganz oben steht ist Leistung.

00:38:10: Wie viele Patienten siehst du pro Tag?

00:38:12: Wie viel Umsatz machst du?

00:38:13: Es ist ein wirtschaftliches Unternehmen, das ich verstehen kann.

00:38:15: zu einem gewissen Punkt weil wir uns irgendwie versorgen müssen sind alte Strukturen wie das Gesundheitssystem aufgebaut worden ist.

00:38:21: in Deutschland als auch in der Schweiz und Europa Und auch im USA ist nicht immer alles gut.

00:38:26: es ist alles sehr teuer hier.

00:38:27: es können sich nur sehr wohlhabende Leute die beste Medizin leisten.

00:38:30: Aber ich denke mir trotzdem manchmal so, wie kann es sein dass in diesem Beruf die Menschlichkeit nicht an erster Stelle steht?

00:38:35: Also ich will das nicht generalisieren.

00:38:37: Es gibt sehr viele tolle und supertolle leitende Oberärzte oder Chefärzte, es gibt viele davon aber sie sind halt verstreut und man muss sie halt finden.

00:38:47: Mir kamen direkt zwei Sachen.

00:38:48: Ich hatte eine junge Assistenz Ärztin hier, der hat gesagt Martin, ich wollte gekündigt in Deutschland Begründung zu viel Zeit für die Patienten.

00:38:55: Ich gehe jetzt bei Lidl an die Kasse, ich gedacht Wahnsinn!

00:38:57: Also alle reden über Fachkräftemangel... Die, die die Menschlichkeit zeigt, die den Patienten honorieren wird bestraft, verlässt vielleicht die Medizin.

00:39:07: und ich hatte eine Oberärztin hier in der Vermittlung, die in die Schweiz gekommen ist, die auch People of Caller Hintergrund hatte und sie sagte Martin meinst du ich finde überhaupt einen Job in der Schweiz?

00:39:18: Und ich so hey du weißt überhaupt nicht was du mitbringst.

00:39:20: die war Weil sie den Entzähn nicht hatte, also Numerus Clausus.

00:39:24: fürs Medizinstudium ist sie erst in die Pflege gegangen.

00:39:27: Hat eine Ausbildung in der Pflege gemacht später dann das Studium obendrauf gesetzt.

00:39:32: Er sagt so was lieben die in der Schweiz?

00:39:34: Du verstehst die Pfleger du bist dein Weg gegangen und es hat eine Weile gedauert bis sie erkannt hat dass das wertgeschätzt wird und sie ist heute mega glücklich in der schweiz weil sie das in deutschland vermisst hat in dem Spital, wo sie gearbeitet hat.

00:39:52: Dass jemand sagt das ist wertvoll so wie du bist.

00:39:56: Großes Thema!

00:39:57: Da muss ich dich noch mal einladen.

00:39:59: Ich sehe schon du willst noch einsteigen.

00:40:00: Das ist wahrscheinlich tausende Geschichten von erzählen.

00:40:05: Genau, ich glaube vielleicht einen Satz.

00:40:06: Ich muss sagen am OSZ wo ich war da gab es schon noch viel Menschlichkeit nicht in allen Abteilungen aber in vielen und ich glaub das ist auch noch etwas was sich sehr schön von Diversity & Inclusion wirklich angesprochen wurde.

00:40:17: ich war auch damals auf der Webseite von der OSZ Pace of OSZ.

00:40:20: also sie haben mir sehr viel möglich gemacht Und wenn ich über die es gibt halt Situationen wo's nicht immer so ist.

00:40:27: Aber ich glaube Es ein grundsätzliches Thema dass man Menschlichkeit mehr braucht in der Medizin und ich glaube für mich war es nur möglich weil ich halt wirklich sehr effizient war, ich habe sehr viel nachgelesen.

00:40:37: Ich habe so hart gearbeitet dass sich schnell arbeiten konnte und empathisch sein konnte.

00:40:40: aber das ist halt auch etwas was ich hier nochmal zum Ausdruck bringen möchte.

00:40:45: nur weil jemand so schnell arbeiten kann und das verbinden kann heißt es nicht dass das die Norm sein muss.

00:40:50: also ich glaube ich habe so...ich erinnere mich sehr genau an einen in meinem dritten Jahr bevor ich als obersten IV und auf der inneren befördert wurde hat mir ein Pfleger gesagt, du bist ein dritten Jahr und du bist ja so krass.

00:41:02: Du weißt so viel, du weißt ja teilweise mehr als einig Oberarzt.

00:41:04: Und da meinte ich zu ihm, ich habe gar keine andere Wahl.

00:41:08: für das wo ich heute bin muss ich so gut sein und sie werden mit trotzdem immer wieder sagen dass sich nicht gut genug bin.

00:41:15: Das ist etwas, was ich mir wünsche das es nicht so sein muss in der Zukunft.

00:41:19: Ich musste so hart arbeiten dass sich erfolgreich werde und habe glaube ich einen sehr hohen Preis dafür gezahlt.

00:41:26: Und mein Wunsch ist warum mich auch hier diesen Weg geht ist dass ich eines Tages Türen öffnen kann wo man nicht zu arbeiten muss.

00:41:32: Ich weiß das System ist sehr wirtschaftlich und es wird es zu bleiben.

00:41:36: aber ich glaub wenn man sehr innovativ ist und Ideen hat um kreativ ist kann man Möglichkeiten und Lösungen finden wie man trotzdem patientengerecht arbeiten kann mit Empathie und Zeit für die Patienten.

00:41:47: Ja, ich kann nur sagen... Ich sehe die Arbeitgeber, die das verstanden haben und den Arbeitgebern gelingt es deutlich besser Fachärzte Pflege zu rekrutieren und zu begeistern in dem Beruf dauerhaft bei ihnen zu arbeiten.

00:42:00: und die, die dies nicht schaffen, die werden ein Problem bekommen weil ja man hat ja Möglichkeiten heutzutage.

00:42:06: was mich zur allerallerletzten Frage bringt Tashiga soll ich wenn ich jetzt zuhöre als Ärztin Arzt den Schritt in die Schweiz wagen oder ins Ausland wagen, was würdest du antworten?

00:42:21: Ich glaube es ist nicht so eine einfache Frage weil das sind sehr viele Faktoren mit Familie Beziehungen etc.

00:42:26: ich glaub Deutschland ist ein sehr guter Ort auch zu arbeiten.

00:42:29: da ist einfach das Gesundheitssystem aktuell.

00:42:31: wirklich kommt an seine Grenzen.

00:42:32: das merkt man.

00:42:34: Ich würde schon sagen, ja Schweiz.

00:42:36: Weil man wirklich als Arzt intellektual arbeiten kann also vor allem in den internistischen Fächern, in den chirurgischen Fächern ist es so dass man in Deutschland früher amopetisch selbstständig ist.

00:42:46: ich glaube das ist wichtig.

00:42:47: in der schweiz hat man eine geführte einführung das heißt In Deutschland wird relativ schnelles kalte Wasser geschmissen.

00:42:54: Ich kenne sehr viele Assistenzärztinnen, die in der ersten Woche schon auf dem Notfall alleine waren und dahintergrund zu Hause.

00:42:59: In der Schweiz hat man immer die Oberarzte um einem herum.

00:43:02: Man ist eigentlich nie allein.

00:43:03: Man hat eine sehr gute medizinische Ausbildung würde ich sagen also Fachartsausbildung.

00:43:08: Da muss man wirklich eingestehen auch in der Hermatologie wo ich war sehr schöne Rotation in die einzelnen Abteilung wie Diagnostik, wo man wirklich am Mikroskopieren ist.

00:43:18: In Deutschland ist es so meine Kollegen, die arbeiten von acht bis vielleicht oder von sieben bis achtzehn Uhr und gehen danach noch ins Labor um sich selbst das Mikrosopieren beizubringen.

00:43:28: Und ich glaube dass es ein sehr relevanter Unterschied, dass man eine sehr strukturierte und sehr gute Fachartsausbildung in der Schweiz hat.

00:43:34: Nichtsdestotrotz würde ich sagen, wenn man jetzt das Geld hätte, würde ich wahrscheinlich sogar in die USA gehen.

00:43:39: Und der Grund ist dafür... Ich habe mit vielen amerikanischen Ersten auch am USZ in der Schweiz gearbeitet und ich war mal begeistert, wenn der Chirurg ein EKG lesen konnte.

00:43:48: Da hab' ich mir gefragt, woher kommst du denn her?

00:43:51: Dass du einen EKG interpretieren kannst oder auswerten kannst und mir das als Internistin sagen kannst.

00:43:56: Und dann kam meistens heraus, dass die in den USA Residency gemacht haben.

00:43:59: Denn in den U.S.A.

00:44:00: ist ja Teaching wirklich das A und O also... Ich war ja selber auch hier mal als Praktikantin oder Intern wie man sagt.

00:44:07: Man wird halt als Studentin als erste Person in den Raum geschickt zur Patientenvisite und muss den Patienten vorstellen.

00:44:15: Der Unterschied, als ich in Deutschland eine Praktikum gemacht habe, Ja, als Formulantin und ich glaube das ist... Also wenn man das mit Amerika ist einfach mal muss ein bisschen das Geld haben.

00:44:28: Man muss die Steps machen sonst sind ungefähr drei Tausend bis fünftausend Dollar.

00:44:32: da muss man auch noch gematched werden.

00:44:34: also man kann nicht wie in Deutschland einfach irgendwie sich irgendwo bewerben sondern es gibt so einen Matching Prozess bedeutet man wird mit einer Universität einem Klinikum gematcht.

00:44:43: Man hat dann nicht so viel Auswahl, wenn man da auch die Residency starten muss.

00:44:47: Das kann in Oklahoma oder in Kansas sein, wo man vielleicht als Europäer nicht gerne hin möchte.

00:44:54: Und genau, das muss man sich einfach überlegen.

00:44:57: Aber grundsätzlich tatsächlich glaube ich, wenn wir die finanziellen Möglichkeiten natürlich in den USA Residenzen machen, weil man dann einfach so viel mehr lernt, weil wirklich der Alltag besteht eigentlich auch als Assistenzarzt darüber nicht nur in der Schweiz und Deutschland ist ja so, man sieht Patienten, man dokumentiert unfassbar viel macht vielleicht paar diagnostische Interventionen aber das meiste ist wirklich Dokumentation und hier wird wirklich Teaching als allererste Stelle gestellt also die Residenz Ich weiß, auch bei den Visiten mal mit dabei.

00:45:26: Die werden wirklich auf Marc und Niere geprüft jeden Tag und lernen dadurch unfassbar viel.

00:45:31: also ich glaube das wäre wenn man wirklich eine super super editäre Ausbildung haben möchte ist glaube ich USA die beste für die Fachheitsausbildung.

00:45:41: Tharshika, ich sage dir vielen Dank.

00:45:44: wir nehmen natürlich auf amerikanische Frühzeit du bist gerade aufgestanden extra für dem Podcast.

00:45:51: ganz lieben Dank für diese wirklich ehrlichen Einblicke Dieses hoffentlich am Anfang, du hattest es gesagt.

00:45:56: Hoffentlich kann ich jemandem was mitgeben.

00:45:58: das Streich mal.

00:45:59: Du kannst definitiv jedem der zuhört egal welches Geschlecht, egal woher kommt etwas mit geben.

00:46:04: Danke dir ganz lieb für deine Zeit und alles Gute auf dem weiteren Weg.

00:46:08: Vielen Dank für die Möglichkeit hier zu sein und danke für das super Gespräch.

00:46:12: bitte!

00:46:13: Und wenn du zugehört hast und jetzt die Frage stellt soll dich in den Schweiz gehen?

00:46:20: Ich wünsche dir viel Gesundheit, danke fürs Zuhören.

00:46:23: Dein Martin!

00:46:24: Ciao.

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